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Jahresberichte Südwestafrika 1962-1979 (Erst Rudolf Scherz)

Jahresberichte Südwestafrika 1962-1979 (Erst Rudolf Scherz)

Hochinteressantes und vielseitiges Zeitdokument
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Jahresberichte Südwestafrika 1962-1979 (Erst Rudolf Scherz)

Autor: Erst Rudolf Scherz
Herausgeber: Carlo Schlettwein
Verlag: Basler Afrika Bibliographien
Erweiterte Neuauflage, Basel 2004
Broschur, 20x28 cm, 149 Seiten, 20 sw-Fotos


Verlagsankündigung:

Wer sich für Felsbilder interessiert, erfährt von den Mühen und Freuden der Feldarbeit; wem die politische Situation im südlichen Afrika am Herzen liegt, sieht den Umschwung der letzten 20 Jahre, reflektiert in mancherlei Geschichten und Annotationen; wer über das Alter schon nachgedacht hat, erlebt ein Beispiel glückhaften Reifens.

Arbeit, Politik und Menschenschicksal erscheinen eingebettet in den ewigen Rhythmus der Jahreszeiten, sei es im Wüstenklima der Namib, sei es in der norddeutschen Landschaft, eingebettet aber auch in der Sicherheit starker zwischenmenschlicher Beziehungen.


Vorwort von Daniela Schlettwein-Gsell:

Welcher der Jahresberichte aus den frühen sechziger Jahren es gewesen sein mag, in dem mir der Name Ernst Rudolf Scherz zum ersten Mal begegnete, ist heute nicht mehr zu sagen. Unvergesslich aber, dass es mich damals durchfuhr, noch kaum je so glückliche Zeilen gelesen zu haben. Als ich ihm dann in späteren Jahren begegnete - es wird kaum öfters gewesen sein, als sich an einer Hand abzählen lässt -, jede Erinnerung steht unter der starken Heiterkeit seiner Seele.
Die gelassene Gestalt mit dem grossen Hut am Lagerfeuer vor dem Brandberg am Abend nach einem heissen Weg durch die Tsisab-Schlucht, umringt von undefinierten Silhouetten, die seinen Geschichten lauschen bis tief in die Nacht unter den kalten Sternen. Der Gastgeber dann, am runden Tisch in der Windhoeker Leutweinstrasse, inmitten erwartungsvoller Gäste, die dampfenden Schüsseln in der Hand. Wem hätte es nicht geschmeckt, wenn man nur seine eigene Freude sah. Die Heiterkeit auch im Gespräch - wie zärtlich er manche Dummheit schilderte, andere als "brauchbare Stücke" erkannte; vernichtendes Urteil erschien noch als liebkosendes Kompliment.

Und später noch, als er uns in Basel aufsuchte - er brachte Serviettenringe mit, selber gesägt, gekocht, gebeizt aus dem Horn der Springbockantilope. Er leimte die Scherben einer kleinen Tasse, lachend, minutiös, nur wenige Stunden bevor er einem grossen Publikum in der Aula des Völkerkundemuseums eine Auswahl seiner Felsbilder zeigte. Das andere erführ ich von Lie. In langen Abenden entstand das Bild des "Mannes mit dem grossen Kopf, dem grossen Herzen und den zwei rechten Händen".

Sie zeigte uns die Geschichten aus Kliestow, dem Rittergut, auf dem eine sorglos tätige Kindheit den Grundstein zu einem harmonischen Leben gelegt hat, sie erzählte von dem Schulbuben, der genau wusste, dass er Restaurator im Völkerkundemuseum werden würde, den Doktor der Ingenieurkunst erwarb, Chemie studierte und in Gedanken ununterbrochen bei aussereuropäischen prähistorischen Kulturen weilte. Wie dann die für mehrere Jahre geplante Weltreise 1933 unvermutet in Südwestafrika endete, weil der väterliche Freund, der das unabhängige Urteil in ihm geweckt hatte, Hilfe benötigte; Dr. Hermann Loening, dem und dessen Familie Ernst Rudolf Scherz in den schwierigen Vorkriegsjahren mit derselben Treue diente, mit der er an seiner Lie hing, die erst 1938 "versuchsweise", und im Februar 1939 für immer nach Südwest kam ...
Wie er mit Rammböcken von Farm zu Farm fuhr, dann Felle aufkaufte, Jahre bevor er Sekretär des Karakulzuchtvereins wurde und ihn neu aufbaute, was ihm ein gesichertes Dasein ermöglichte. Wie er mit den Farmern verhandelte. Und aus allen Erzählungen spürte man das in sich ruhende harmonische Glück. Doch Glück ist verdächtig, erregt Unbehagen, Unsicherheit - man mangelt die besorgte Akribie, wem traut die Wissenschaft, der fröhlich in die Welt blickt und nicht entsagend, geknechtet mit der Materie ringt?

Ist dies der Grund, dass keiner seiner wissenschaftlichen Freunde - obwohl es mehrere fest zugesagt hatten - einen Nachruf zu schreiben vermochte? Wenn anstelle dieser erhofften Nachrufe Ernst Rudolf Scherz in den gesammelten Jahresberichten selber die letzten zwanzig Jahre seines Lebens erzählt, so erzählt er nicht nur von sich und auch nicht nur für seine engsten Freunde. Wer sich für Felsbilder interessiert, erfährt von den Mühen und Freuden der Feldarbeit; wem die politische Situation im südlichen Afrika am Herzen liegt, sieht den Umschwung der letzten zwanzig Jahre, reflektiert in mancherlei Geschichten und Annotationen; wer über das Alter schon nachgedacht hat, erlebt ein Beispiel glückhaften Reifens.

Arbeit, Politik und Menschenschicksal erscheinen eingebettet in den ewigen Rhythmus der Jahreszeiten, sei es im Wüstenklima der Namib, sei es in der norddeutschen Landschaft, eingebettet aber auch in der Sicherheit starker zwischenmenschlicher Beziehungen. Der Jahresbericht 1975 endet mit den Worten "nehmt es von uns, dass die Stärke der Beziehungen im engsten Kreis die Kraft gibt, eine törichte Welt zu ertragen". Wir nehmen es mit grossem Dank.