Verfemt, gehetzt durch Afrika: Aus den Tagebüchern eines Afrikaners, von Georg Voswinckel und Andreas Vogt

Verfemt, gehetzt durch Afrika (Reihe Südwester Texte), von Georg Voswinckel und Andreas Vogt. Reihe Südwester Texte IX. Selbstverlag Dr. Andreas Vogt. Windhoek, Namibia, 2015. ISBN 9789991689166 / ISBN 978-99916-891-6-6

Verfemt, gehetzt durch Afrika (Reihe Südwester Texte), von Georg Voswinckel und Andreas Vogt. Reihe Südwester Texte IX. Selbstverlag Dr. Andreas Vogt. Windhoek, Namibia, 2015. ISBN 9789991689166 / ISBN 978-99916-891-6-6

Das Original des hier vorgestellten Buches der Reihe Südwester Texte (Band IX), Verfemt, gehetzt durch Afrika (Georg Voswinckel), erschien erstmals 1976 im Hamburger Verlag Holger Heine. Ergänzt durch wichtige Hinweise und Erläuterungen stellt diese Neuauflage im namibischen Verlag von Dr. Andreas Vogt, eine wichtige Verständnishilfe für die an wechselnder Vertreibung, Gewalt und Gruppendominanz reichen Geschichte Namibias dar.

Andreas Vogt  

Untrennbar verbunden mit der deutschprachigen Südwester Literatur ist das Schicksal der Deutschen Wilhelm Mattenklodt, Karl Alfred Feuerstein, Karl Raif und Georg Voswinckel. Nach dem Ersten Weltkrieg, der hierzulande bereits im Jahre 1915 nach der Kapitulation der Schutztruppe bei Khorab mit dem Verlust des Schutzgebiets geendet hatte, brach, bis Ende 1919, ein kurzes Zeitalter der südafrikanischen Militärverwaltung an. Das deutsche Siedlerelement, das, insofern es nicht in Aus interniert worden war, auf seine Farmen zurückkehrte und in den Ortschaften seine gewohnte Arbeit wieder aufnahm, sah sich als Kriegsverlierer zunehmend von den Beamten der südafrikanischen Union schikaniert und auf vielfältige Arten unter Druck gesetzt. Beispiele dieser harschen Amtsausführung waren die Stornierung der noch zur deutschen Zeit gewährten Bankkredite, die schließlich zu Notversteigerungen und Schleuderverkauf von Farmen führten, die Zusammenstellung des sogenannten „Blaubuchs", das Fehlen einer Zivilverwaltung (da das Land unter Kriegsrecht verwaltet wurde), und die schließlich in der Repatriierung der Hälfte der Deutschen des Landes in den Jahren 1919-20 gipfelte. Aus den Reichsdeutschen, die in dem Schutzgebiet unter deutschem Recht (Straf-, Zivil- und Handelsrecht) gestanden hatten, waren nunmehr fast rechtlose Ausländer geworden, die, unter der gewohnten Häme seitens der britisch-orientierten Südafrikaner, deren Willkür und zahlreichen Schikanen ausgesetzt waren. In seinem Buch „Südafrika im Weltkriege. Der Zusammenbruch in Deutsch-Südwestafrika / Die Politik der Südafrikanischen Union / Weltfriede?" reflektiert der ehemalige und letzte deutsche Gouverner Dr. Theodor Seitz über seine 5 Jahre, die er unter britischer Verwaltung noch in dem ehemaligen DSWA verlebte, bevor er 1920 ebenfalls repatriiert wurde, wie folgt: „Aus eigener Erfahrung kann ich nur über unser Verhältnis zu den Engländern sprechen. Seit dem Jahre 1915 sah ich vor und über mir britische Verwaltung und britische Strafrechtspflege - eine Zivilrechtspflege hat der Feind im Schutzgebiet von Südwestafrika überhaupt nicht eingerichtet. [...] Die vier genannten Südwester waren nach dem Krieg mehr oder weniger unverschuldet mit genau dieser Justiz in Konflikt geraten. Mattenklodt, der „Südwester Buschläufer" hatte nach Kriegsende gegen die Parolebestimmungen verstoßen, Voswinckel und Feuerstein waren wegen Todesfallen unter Eingeborenen zum Tode verurteilt worden (was nur auf massiven Andrang der deutschsprachigen Zivilbevölkerung zu lebenslanger Zwangsarbeit umgewandelt worden war), und Raif wegen eines Mißverstandes hinsichtlich eines Viehtrecks aus dem Okavango in die Polizeizone verurteilt worden. Zu Weihnachten 1918 hatte Raif den Verurteilten Voswinckel und Feuerstein beim Ausbruch aus dem alten Windhoeker Gefängnis geholfen. Nachdem sich die beiden nach der Flucht im Grootfonteiner Distrikt mit Mattenklodt vereinigt hatten, waren sie über eine überaus abenteuerliche und strapazenreiche Flucht durch Angola nach Deutschland zurückgekehrt. Die Odyssee hatte seinerzeit ihren Niederschlag in zahlreichen Büchern, Kurzgeschichten usw. gefunden. Selbst in Hans Grimm's großen Südwester Roman „Volk ohne Raum" wird auf diese Geschichte Bezug genommen. Mattenklodt und Raif hatten bereits in den zwanzig- und dreißiger Jahren selber Bücher ihrer Erlebnisse hinterlassen, während Feuersteins Wiedergabe in „Volk ohne Raum" Eingang fand. Voswinckels Buch hingegen erschien erst viele Jahre nach den damaligen Ereignissen, im Jahre 1976. Er war 1930 nach Angola zurückgekehrt, von wo aus er erst in den Wirren um die Unabhängigkeit Angolas 1974 nach SWA zurückkehrte, wo er 1977 in Swakopmund verstarb. Zu den Einzelheiten dieser vier Personen sei auf Werner Tabels „Autoren Südwestfrikas: Biographien, Rezensionen und Hintergrundinformationen" verwiesen.

Dies ist ein Auszug aus dem Buch Verfemt, gehetzt durch Afrika (Reihe Südwester Texte), von Georg Voswinckel und Andreas Vogt.

Titel: Verfemt, gehetzt durch Afrika
Untertitel: Aus den Tagebüchern eines Afrikaners
Autor: Georg Voswinckel
Bearbeitung: Andreas Vogt
Reihe: Reihe Südwester Texte IX
Selbstverlag Dr. Andreas Vogt
Windhoek, Namibia, 2015
ISBN 9789991689166 / ISBN 978-99916-891-6-6
Broschur, 15 x 21 cm, 168 Seiten

Voswinckel, Georg und Vogt, Andreas im Namibiana-Buchangebot

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