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Gewaltsame Konflikte und Ihre Prävention in Afrika

Gewaltsame Konflikte und Ihre Prävention in Afrika

Hintergründe, Analysen und Strategien für die entwicklungspolitische Praxis
Engel, U.; Mehler, A.
sd0501
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Untertitel: Hintergründe, Analysen und Strategien für die entwicklungspolitische Praxis
Autoren: Ulf Engel; Andreas Mehler
Arbeiten aus dem Institut für Afrika-Kunde, Band 100
Institut für Afrika-Kunde
Hamburg, 1999
Broschur, 15x21 cm, 179 Seiten


Aus dem Vorwort der Autoren:

Die Grundidee von Konfliktprävention ist bestechend einfach: Frühzeitiges und gezieltes Engagement im Vorfeld von gewaltsamen Konflikten ist ein probates und - gemessen an späteren Alternativen wie durch Krieg oder Bürgerkrieg verursachten Folgekosten - preisgünstiges Instrument. Geboren aus der Erkenntnis, daß das entwicklungspolitische Engagement von OECD-Staaten, Internationalen Finanzierungsinstitutionen und Nichtregierungsorganisationen (NRO) in den 1980er Jahren immer stärker die Funktion übernommen hatte, dysfunktionale Staaten zu reparieren, und ein wachsender Anteil der Entwicklungshilfe in die Not- und Katastrophenhilfe sowie den Wiederaufbau von Infrastruktur floß, die zuvor bereits weitgehend durch Entwicklungshilfe entstanden war, brach sich Anfang der 1990er Jahre die Idee der Konfliktprävention Bahn.

Zu Beginn dieses letzten Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts mehrten sich internationale Konferenzen zum Thema, wurden innerhalb und außerhalb bestehender Organisationen spezialisierte Strukturen geschaffen und vernetzt, alles in einer optimistischen Grundstimmung unter dem Eindruck des Endes der Ost-West-Konfrontation, das weltweit Friedensrenditen versprach und die grundsätzliche Lösbarkeit von Konflikten verhieß, Der Weltfrieden schien erreichbar, gestaltbar. Abzulesen an der schnellen Abfolge der Berichte und Konferenzen, der Liste der Konferenzorte und der Teilnehmer aus Politik, Administration, NRO und Kirchen hatte eine Präventionseuphorie die wichtigsten Akteure internationaler Politik ergriffen, auch wenn es stets mahnende Stimmen gab.

Einige Aktivitäten seien genannt: der damalige UN-Generalsekretär Boutros Boutros-Ghali veröffentlichte im Januar 1992 seine "Agenda for Peace: Preventive Diplomacy, Peacemaking and Peace-Keeping"; ihm folgte eine Konferenz der spezialisierten britischen NRO International Alert zu "Preventive Diplomacy. A UN/NGO Partnership in the 1990s" (1993).' Die Deutsche Stiftung für internationale Entwicklung (DSE) veranstaltete im Februar 1993 in Zusammenarbeit mit der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) eine internationale Konferenz zu "Disartnament and Development" und im Januar 1994 eine Folgekonferenz zu "Desaster Mitigation and Prevention Policies for Sustainabie Development", jeweils in Berlin.

Angesichts der nur leicht abnehmenden Zahl von Kriegen und bewaffneten Konflikten gerade in Afrika und des Neuentstehens verheerender Bürgerkriege folgte der Euphorie jedoch bald die Ernüchterung. Zurecht wurde die Frage gestellt, ob es denn auf weitgehend endogene Konflikte exogene Antworten geben könne. Verstärkt wurden diese Zweifel durch das Echo der beiden gravierendsten Fehlschläge massiver Intervention zur Friedensschaffung in Somalia (1992/9 und vor allem in Rwanda (1994). Zugleich waren diese Katastrophen zentrale Lehrstücke für die anwendungsorientierte Forschung und die internationale Gemeinschaft, exemplarisch umgesetzt durch eine 1996 publizierte "Joint Evaluation of Emergency Assistance to Rwanda".

"Wenn es so nicht geht, dann vielleicht anders", war schließlich die pragmatische Antwort auf diese Herausforderung. Auf der Suche nach wirksameren Methoden wurde der Nutzen langfristiger Engagements entdeckt, die unter dem Begriff "peace-building" (bzw. "post-conflict peace building") figurierten. Es erfolgte auch ein Rückgriff auf schon ältere getestete Instrumente, zudem wurden innovative Maßnahmen z.B. der Vermittlung in Konflikten oder der Stärkung bestehender Institutionen entworfen.