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Gründerväter der Pfadfinderbewegung

Gründerväter der Pfadfinderbewegung

Lebensläufe der Schutztruppenoffiziere Alexander Lion, Maximilian Bayer und Carl Freiherr von Seckendorff
Schrölkamp, Stephan
0401
neu

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Gründerväter der Pfadfinderbewegung

Autor: Stephan Schrölkamp
Spurbuchverlag
Baunach, 2004
Kartoneinband mit Schutzumschlag, 15x21 cm, 200 Seiten, zahlreiche sw-Abbildungen


Unser Hinweis:

Wie so oft in solchen Spezialwerken, ist das für uns Interessante nicht auf den ersten Blick zu vermuten. Hier nebenbei derart dichte Lebensdaten und Berichte über Maximilian Bayer und Alexander Lion - Offiziere der Schutztruppe und Autoren zahlreicher Bücher über deren Erlebnisse in Deutsch-Südwestafrika - wiederzufinden, würde vielen interessierten Lesern ohne diesen besonderen Hinweis wohl verborgen bleiben.


Verlagsankündigung:

Mit dem ersten Band der Pfadfinderlebensläufe schließt Dr. Schrölkamp eine mehrjährige und ausführliche Forschungsarbeit ab. Wichtigstes Ziel dieser auf drei Teile ausgelegten Buchreihe ist die korrekte und wissenschaftlich fundierte Darstellung der bekanntesten deutschen Pfadfinderpersönlichkeiten. Das Buch ist eine der interessantesten Neuerscheinungen zur deutschen Pfadfindergeschichte seit Jahren. Viele bisher unbekannte Materialien, Dokumente und Fotos geben Einblicke in die Ursprünge der Pfadfinderbewegung.

Ein ausführlicher Kommentar zur Zeitgeschichte unter Mithilfe von Prof. Dr. Arno Klönne und Dr. Klaus Röttcher ergänzt die Dokumente. Jeder tabellarische Lebenslauf beinhaltet dazu ausführliche Quellenangaben, Fußnoten und eine Pubklikationsliste.

Dieses Buch beschreibt ausführlich das Leben von Dr. Alexander Lion als dem geistigen Urheber mit seinem Anstoß zur Übertragung von „Scouting for Boys“, das Leben Maximilian Bayers als Wegbereiter sowie Carl Freiherr von Seckendorff als ersten Mitstreiter und Nachfolger. Besonders das schicksalhafte 91-jährige Leben von Dr. Alexander Lion zeigt die wechselvollen Epochen des vergangenen Jahrhunderts auf. Er ist nun ein Teil unserer Pfadfindergeschichte und noch heute gilt sein Wahlspruch „Am Anfang war die Tat“.

Inhalt:

Vorwort
Einführung
- Deutsches Kaiserreich (1871 bis 1918)
- Weimarer Republik (1918 bis 1933)
- „Drittes Reich“ (1933 bis 1945)
- Besatzungszeit (1945 bis 1949) und Bundesrepublik Deutschland (ab 1949)
Tabellarischer Lebenslauf: Dr. Alexander Lion
- Veröffentlichungen von A. Lion
- Literaturverzeichnis zu A. Lion
Tabellarischer Lebenslauf: Maximilian Bayer
- Veröffentlichungen von M. Bayer
- Literaturverzeichnis zu M. Bayer
Tabellarischer Lebenslauf: Carl Freiherr von Seckendorff
Das Pfadfinder-Privatarchiv Carl Freiherr von Seckendorffs
- Veröffentlichungen von C. v. Seckendorff
- Literaturverzeichnis zu C. v. Seckendorff
Bildnachweis
Der Autor: Lebenslauf


Aus der Einführung:

Was bleibt von einem Menschen, der bereits seit Jahrzehnten tot ist und bei dem auch die meisten derjenigen, die ihn persönlich kannten schon verstorben sind und die noch leben haben diesen Menschen nur in seiner letzten Lebensphase kennen gelernt? Es bleiben ein paar Fotos, vielleicht ein Film oder eine Tonbandaufnahme und insbesondere Schriftstücke. Vielleicht Nachkommen oder etwas von seinem Lebenswerk. Briefe, die dieser Mensch geschrieben hat, vielleicht Zeitschriftenartikel oder ein Buch, das von ihm verfaßt wurde. Und natürlich auch Artikel, Bücher oder Berichte, die andere Personen über diesen Menschen verfaßt haben sowie amtliche Notizen von Standesämtern in Kirchen- oder Regimentsbüchern usw. All diese schriftlichen Dokumente sind nur Indizien um jemanden näher kennen zu lernen.

Wir müssen uns intensiv mit diesen Indizien auseinander setzen, sie interpretieren und uns durch das Zusammensetzen des Puzzles ein eigenes Bild erarbeiten. Dabei müssen wir die Zeit, in der die betrachtete Person lebte und die Lebensumstände berücksichtigen. Wir müssen aber auch den Indizien gegenüber kritisch sein. Von wem wurde ein Schriftstück verfaßt, mit welcher Absicht, schrieb ein Gegenspieler oder ein Freund, wurden bestimmte strategische Absichten verfolgt? In der Rückschau ist es leicht Fehlwege zu erkennen, aber die Menschen, die in der jeweiligen Situation steckten, wußten nicht das, was wir heute wissen. Wie viele Dokumente sind überhaupt erhalten geblieben?

In der ersten Phase der deutschen Pfadfinderbewegung von 1908 bis 1919, waren Fernsprecher in bürgerlichen Privathaushalten noch eine Seltenheit, da ihr Betrieb sehr teuer kam - vom noch nicht existieren - den kabellosen Mobiltelefon ganz zu schweigen. Die meisten der 1,42 Millionen Apparate, welche von der Deutschen Reichspost 1913 unterhalten wurden, standen auf Ämtern und Dienststuben.

Da die Telegraphie günstiger und weniger störanfällig war, bediente man sich bei Fernverbindungen noch weitgehend dieser Technik. Auch lange Reisen waren sehr viel aufwendiger als heute, da die meisten Menschen kein eigenes Auto besaßen. Gerade auf dem Land ritt man noch immer zu Pferde, fuhr in der Kutsche oder ging zu Fuß. Regelmäßige Überlanddienste mit dem Omnibus wurden erst nach 1920 schrittweise eingerichtet. Das Eisenbahnnetz der damaligen Zeit war aufgrund der vielen Nebenbahnen gerade im ländlichen Bereich dichter als heute und zwischen den Ballungsgebieten und europäischen Zentren herrschte reger Eilzugverkehr, doch insgesamt waren die Verbindungen langsamer, zeitraubender und umständlicher.

Deshalb wurde viel mehr als heute per Brief kommuniziert. Dadurch sind uns viele Informationen erhalten, die als Telefongespräch verloren wären und als elektronische Post nur dann die Jahrzehnte überdauert hätten, wenn sie ausgedruckt und irgendwo abgelegt worden wären. Aber gerade bei Briefen und ähnlichen Dokumenten besteht die Gefahr, daß sie verloren gehen. Vieles wird die betrachtete Person selbst weggeworfen haben; zum Beispiel bei einem Umzug, Briefe, die sie geschrieben hat, existieren vielleicht nur beim Empfänger, wenn keine Durch- oder Abschrift angefertigt wurde.

Andere einmalige Dokumente wie Kirchen- oder Regimentsbücher werden sorgsam verwahrt, aber auch sie können durch Brände oder Kriegseinwirkungen verloren gehen. Gute Chancen die Jahrzehnte zu überdauern haben gedruckte Werke, da eine Vielzahl von Exemplaren existiert und die Wahrscheinlichkeit gering ist, daß alle Exemplare verschwinden, aber beispielsweise bei Zeitschriftenartikeln kann es sehr schwer sein, die von einer bestimmten Person verfaßten Artikel zu finden. In welchen Zeitschriften hat sie veröffentlicht, sind alle ihre Artikel auch mit dem Namen gekennzeichnet und so weiter?

All das gilt es zu berücksichtigen, aber auch uns selbst gegenüber müssen wir kritisch sein. Insbesondere Dr. Alexander Lion und Maximilian Bayer sind für Pfadfinder Personen der Zeitgeschichte, über die bereits einiges geschrieben wurde. Nicht immer wurde dabei sorgfältig recherchiert, mancher Autor hat nur von einem anderen abgeschrieben und vorhandene Lücken mit der eigenen Interpretation gefüllt. Manches, was geschrieben wurde, ist nicht unbedingt falsch, jedoch so stark verkürzt dargestellt, daß daraus auch Fehlinterpretationen entstanden sein können.

Manches ist durch häufiges Wiederholen bereits zur „Wahrheit“ geworden. So sind sicher viele Leser der Auffassung, Dr. Alexander Lion habe „nur“ „Scouting for Boys“ ins Deutsche übertragen und sich ansonsten bloß in geringem Umfang für die Pfadfinder engagiert. Mit Maximilian Bayer werden viele die kaiserliche Armee verbinden, manche werden von ihm als finnischem Nationalhelden gehört haben und die meisten werden wissen, daß er der erste Reichsfeldmeister des Deutschen Pfadfinderbundes war und im Ersten Weltkrieg gefallen ist. Carl Freiherr von Seckendorff ist sicher von den Dreien die unbekannteste Person, am ehesten wird man ihn als Gegner der Erneuerungsbewegung der deutschen Pfadfinder nach 1918 kennen. Wie weit diese Stereotypen richtig sind, werden die folgenden Darstellungen zeigen.

Stephan Schrölkamp hat sich die Mühe gemacht, über viele Jahre akribisch alles zu diesen drei bedeutenden Akteuren der ersten Phase der deutschen Pfadfinderbewegung zusammenzutragen. Manches war bekannt, manches wußten einige Experten, aber manches wird auch für diese neu sein. In jedem Fall ist dieses Buch die bisher vollständigste Zusammenstellung von Lebensdaten. Es sind alle Quellen genannt, so das Kritiker und Zweifler sich selbst auf die Suche begeben können. Umfangreiche Fußnoten geben zusätzliche Erläuterungen zu den einzelnen Notizen. [...]


Aus dem tabellarischen Lebenslauf von Maximilian Bayer 1872-1917:

1872 (16.05): Maximilian Gustav Stephan Bayer, Geburt in Karlsruhe (Grünwinkler Allee dann Bismarck Straße 5) als erster Sohn von zwei Kindern aus der Ehe des Generalmajors Stephan Bayer und seiner zweiten Frau Julie, geborene Henoch.
1872-73 Wohnort: Karlsruhe.
1873-75 Aufenthalt in Italien (Pisa, Florenz, Bagni di Lucca, Viareggio).
1875-76 Baden-Baden
1876-77 Gotha (Wohnort der mütterlichen Großeltern Henoch).
1877-83 (bis Dezember 1883): Wohnort Baden-Baden (Lichtenthaler Straße 9). Schwere Erkrankung an Diphtherie im Auge.
1878-81 Besuch der Volksschule in Baden-Baden.
1881 Gymnasium Hohenbaden: Sexta.
1882-83 Gymnasium: Quinta und Quarta.
1884 Mit 11 Jahren scheidet M. Bayer aus der Quarta aus.
1883/84 Wohnort: Capri (Italien).
1884-86 Besuch des Gymnasiums (Liceo Ginnasio Statale Marco Polo) in Venedig (Italien).
(1884/85) Dritte Klasse (1885/86) Quarta 1886 (Oktober): Beendigung der Quarta und vorzeitiger Abgang aus dem Gymnasium. Der Lehrer, Albert Fleischer, bereitet M. Bayer in Venedig ein halbes Jahr auf die Obertertia der Kadettenanstalt in Berlin vor.
1987 (Ostern): Mit 14 Jahren Eintritt in die Haupt-Kadetten-Anstalt Groß-Lichterfelde. Umzug der Eltern nach Dresden. Marie Renee Bayer heiratet Prof. Theodor Carl Welsch.
1887-91 Offiziersausbildung. „Sekunden“ U II und 0 II. Nach dem Fähnrich-Examen am Ende der 0 II folgt ein Jahr Selekta (Kriegsschule).
1888 Tod der Mutter Julie Bayer, geborene Henoch.
1891 (22.03.): Mit 18 Jahren wird M. Bayer als Sekonde-Leutnant zum I. Oberrheinischen Infanterie-Regiment Nr. 97 in Saarburg (Lothringen) beordert. 1893 (30.04.): Tod des Vaters Stephan Bayer in Dresden.
1894 Ernennung zum Bataillonsadjutant (I./JR 97).
1898 Kommandierung zur Kriegsakademie in Berlin.
1899 Beförderung zum Oberleutnant (27Jährig).
1901 Zum Generalstab kommandiert. Kurzzeitige Stationierung unter anderem in Rom (drei bis vier Monate), London und Paris.
1902 Zu Dienstleistungen beim Großen Generalstab in Berlin kommandiert (zunächst für ein Jahr).
1903 (23.03.): Unter Belassung beim Großen Generalstab als „aggregiert“ zum Generalstab versetzt.
1904: Ausbruch des Hereroaufstandes in Deutsch-Südwestafrika. Beginn des Feldzuges gegen die Herero (1904-1905).
(31.01.): Ausscheiden aus dem Heer.
(01.02.): Verwendung im Stab des Führers des Marine-Expeditionskorps für Deutsch-Südwestafrika (DSWA) im 2. Seebataillon. Beförderung zum Hauptmann, vorläufig ohne Patent.
(06.02.): Abfahrt nach DSWA mit dem Dampfer „Lucie Woermann“ im Transport Bagenski ab Hamburg, Petersen-Kai.
(01.03.): Ankunft in Swakopmund.
(01.-8.03.): Leitung der Entladung des Transportdampfers.
(10.03.): Patent zum Hauptmann (31jährig).
(März): M. Bayer wird dem Oberkommando der Schutztruppe unter Gouverneur Oberst Theodor Gotthilf von Leutwein'7 als zweiter Generalstabsoffizier (I b) zugeteilt. Stationierung bei der Hauptabteilung in Okahandja. (09.04.): Teilnahme am Gefecht von Onganjira. (12.04.): Gefecht bei Oviumbo. Rückzug der Hauptabteilung und Abzug der Herero in Richtung Waterberg.

[…]