Springe zum Hauptinhalt »

Seiten durchsuchen

0 Artikel, 0,00 €
zum Warenkorb »

Your Shopping cart is empty.

 

Die Welt der Kxoe-Buschleute im südlichen Afrika Teil 3

Die Welt der Kxoe-Buschleute im südlichen Afrika Teil 3

Die materielle Ausrüstung: Werden und Wandel, Wohnplatz und Buschlager
0948-03
gebraucht

sofort lieferbar

290,00 €
inkl. 7% MwSt., zzgl. Versandkosten
Die Welt der Kxoe-Buschleute im südlichen Afrika Teil 3

Untertitel: Die materielle Ausrüstung: Werden und Wandel - Wohnplatz und Buschlager
Autor: Oswin Köhler
Dietrich Reimer Verlag
Berlin, 1997
Leineneinband mit Schutzumschlag, 21x30 cm, 768 Seiten, 28 teils farb. Abb., 107 Farbtafeln


Beschreibung:

Im dritten Band des Werkes über die Kxoe-Buschleute legt der Autor eine umfangreiche Sammlung von Oraltexten vor" die sich im ersten Teil mit dem Wandel der materiellen Ausrüstung befassen.

Der zweite Teil ist den Veränderungen im Hütten- und Hausbau gewidmet. Er schließt mit einem Ausblick über das Buschlager.

Viele Abbildungen der historischen Farbfotografie machen das Buch zusätzlich zu einem außergewöhnlich wertvollen Studienobjekt.


Aus dem Vorwort:

Der vorliegende Band der Reihe "Die Welt der Kxoe-Buschleute im südlichen Afrika" führt mit der Beschreibung der Gebiete "Materielle Ausrüstung und Wohnplatz und Buschlager" in Teilgebiete der Gesamtkultur der Kxoe ein die - wie alle Gebiete der Kultur - den chronologisch-historischen Ablauf im Vergleich zueinander in der Gleichzeitigkeit oder in der Vorzeitigkeit - wie auch in der Nachzeitigkeit im einzelnen unberücksichtigt lassen.

Die Darstellung entgeht damit - besonders in illiteraten Gesellschaften und Kulturen - dem kaum lösbaren Konflikt der zeitlichen Phasenverschiebung über die in den Traditionen kein Datenmaterial vorliegt.

Seit den ersten Jahren der Feldforschung und mit dem unaufhaltsamen Eindringen von Handelswaren in den Busch und zu den Buschleuten trat die Aufgabe in den Vordergrund diese Veränderungen und Neuerungen laufend zu verfolgen. So nahm die Darstellung der materiellen Ausrüstung allmählich die erste Stelle ein bevor mit der Beschreibung des Wohnplatzes und Buschlagers begonnen wurde.

Der Deutschen Forschungsgemeinschaft gilt mein aufrichtiger Dank, daß sie die Expeditionen auf einem Neuland von 1959 bis 1977 gefördert hat. Dem Herrn Minister für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen danke ich ebenso aufrichtig, daß er mir bei meiner Berufung nach jedem sechsten Semester ein Freisemester gewährte, in dem ich mich der Feldforschung unter den Buschleuten der Kxoe-Gruppe widmen konnte.

Ohne dieses großzügige Entgegenkommen wäre es nicht möglich gewesen, die Sprache der Kxoe mit ihren Schnalzlauten und ihren semantischen sowie morphologisch-fluktuierenden Tönen zu erlernen und die Sprache als unmißverständliches Instrument der Befragung zu handhaben. Damit war die Entwicklung und Einführung einer modernen Schrift verbunden die einen Fortschritt gegenüber der des Nama bedeutet und gleichzeitig den Besonderheiten des Kxoe Rechnung trägt.

In den Jahren nach 1977 haben die Kanzler der Universität, Herr Dr. Dr. h. c. Wolfgang Wagner und Herr Dr. Johannes Neyses dazu beigetragen, daß ich die noch notwendigen Expeditionen durchführen konnte. Mein aufrichtiger Dank gilt Herrn Professor Dr. Günther Hartmann, der im Namen des Vorstandes der Rudolf-Siedersleben'schen Otto-Wolff-Stiftung stets bereit war, die weitere Feldforschung unter den Buschleuten zu fördern und mir darüber hinaus mit Rat und Tat zur Seite stand, wenn es galt, die Ergebnisse der Forschung einer breiteren interessierten Öffentlichkeit auch auf dem Gebiete der historischen Fotografie zugänglich zu machen.

Wiederholt förderte Herr Horst Dintelmann (zur Zeit in Bonn) die Feldforschung, indem er Mittel für die Kxoe zur Verfügung stellte" mit denen die Mission Andara zusätzliche Lebensmittel für die Kxoe beschaffte. Dafür bin ich Herrn Dintelmann zu großem Dank verpflichtet.

Mein Weg zu den Kxoe und ihrer Erforschung Öffnete sich, nachdem ich mit meiner Familie Berlin und damit die Stätte meines verehrten Lehrmeisters Professor Dr. Diedrich Westermann verlassen hatte und bei dem Regierungsethnologen Dr. N. J. van Wannelo in Pretoria Aufnahme fand. Hier lernte ich die Konfrontation kennen, in der der afrikanische Mensch sein angestammtes und wertvolle Erbe aufzugeben im Begriff war.

Mit meiner Versetzung nach Windhoek war ich zwar meinem Studienziel der Buschmannforschung näher, doch blieben die Buschleute außerhalb des Bereiches meiner amtlichen Studien, sei es wegen der Schwierigkeit der Verständigung mit ihnen, sei es wegen ihrer politischen Bedeutungslosigkeit.

Nach meiner Vorbereitung auf das "Buschmannproblem" begab ich mich in den Ferientagen des Jahres 1957 zum Okavango und entschied mich für das Gebiet von Andara am östlichen Okavango als Arbeitsgebiet. Grund für diese Entscheidung war die abgelegene Lage der Region, die einen leichten Zugang zum West-Caprivi ermöglichte, zumal man annehmen konnte,daß dort der Freimdeinfluß am geringsten war.

Als spater der Krieg in Angola Unruhe unter den Bewohnern des West-Caprivi im Gebiet von Bagaru verbreitete und das Übersetzen über den Okavango mit der Fähre zur wöchentlichen Wasserversorgung aus Andara erschwerte, wurde ein neues Buschlager in Dikundu, etwa 19km südlich von Andaia, angelegt.

Da ich von der Wissenschaftlichen Gesellschaft in Windhoek einen zusätzlichen Lastwagen zu unserer Ausstattung hinzumieten konnte, gelang es, die notwendigen Lebensrnittel nach Dikundu zu bringen und die Buschmann-Informanten und ihre Familien zu ernähren. Die Wasserversorgung übernahm meine Frau, die einmal in der Woche Wasser in Fässern vom Okavango herbeischaffte.

Das größte Ereignis im Buschmanngebiet war der Krieg in Südangola. [n den großen "Supermarkt" des Militärlagers Omega, das Südafrika im West-Caprivi errichtete, gelangten zahlreiche Handelswaren aus den modernen urbanen Gebieten und wurden dort mit dem im Solde Omegas verdienten Geld von den Kxoe-Männern und Kxoe-Frauen erworben. Das zweite große Ereignis war das im Jahr 1980 erlassene Jagdverbot, das die Kxoe-Jäger schwer traf und ihrer Existenzgrundlage beraubte. [...]