Du weitest Deine Brust, der Blick wird freier. Kriegs- und Wanderfahrten in Südwest, von Paul Leutwein, Andreas Vogt und Felix Werner

Du weitest Deine Brust, der Blick wird freier. Kriegs- und Wanderfahrten in Südwest, von Paul Leutwein, Andreas Vogt und Felix Werner. Reihe Südwester Texte X. Windhoek, Namibia, 2015. Selbstverlag Dr. Andreas Vogt. ISBN 9789991689173 / ISBN 978-99916-891-7-3

Du weitest Deine Brust, der Blick wird freier. Kriegs- und Wanderfahrten in Südwest, von Paul Leutwein, Andreas Vogt und Felix Werner. Reihe Südwester Texte X. Windhoek, Namibia, 2015. Selbstverlag Dr. Andreas Vogt. ISBN 9789991689173 / ISBN 978-99916-891-7-3

In der Reihe 'Südwester Texte' wurde Paul Leutweins Buch 'Du weitest Deine Brust, der Blick wird freier: Kriegs- und Wanderfahrten in Südwest' von Andreas Vogt und Felix Werner neu und bearbeitet herausgegeben. Das Original erschien 1909 unter dem selben Titel im Deutschen Kolonial-Verlag (G. Meinecke).

Paul Leutwein  Andreas Vogt  

Aus dem Vorwort zu "Du weitest Deine Brust, der Blick wird freier: Kriegs- und Wanderfahrten in Südwest"

[...] Ein historischer Text aus dieser Zeit [des Hereroaufstandes] ist daher erwartungsgemäß kein neutrales Zeitdokument, das am Schreibtisch verfaßt und danach in aller Ruhe veröffentlicht wird. Paul Leutweins Publikation, die 1909 bei G. Meinecke im Deutschen Kolonial-Verlag in Berlin erschien, wirft beim Leser bei der ersten Durchsicht mehr Fragen als Antworten auf. Zum einen handelt es sich um ein äußerst eklektisches Werk, das - trotz seiner Kürze - aus Gedichten, Reisebeschreibungen, Tagebucheintragungen, Rückbetrachtungen, Feldzugsbeschreibungen, Briefen, einem persiflierten politischen Pamphlet, einigen Karten usw. besteht, d.h. von Anfang an der Ordnung eines ordentlichen Feldzugsbericht, Reiseberichts, Gedichtbands, Kriegsromans oder dergleichen entbehrt. Andererseits erweist sich Leutweins Text (-Sammlung) unter Hinzuziehung diverser Sekundärquellen als historisch einwandfrei, belegt die Präsenz des Autors im Schutzgebiet - auch unter den schwierigen Kriegsbedingungen, die Mitte 1904 vor der Ankunft der Verstärkungen unter Generalleutnant Lothar von Trotha vorherrschten - sowie einen kritischen Geist und eine weltoffene Einstellung, mit der ein gymnasial gebildeter, aus Offizierskreisen stammender Bürgerlicher seiner Zeit, aufgetreten sein mochte. In einer Zeit, die sich ausgesprochen militaristisch zeigte, in der der heroische Pathos den Zeitgeist prägte und die militärische Auseinandersetzung weltweit üblich, gleichzeitig aber die Behandlung eines post-traumatischen Stresssymptoms noch unbekannt war, wird sich mancher Betroffene damit zu helfen versucht haben, sich seine Erlebnisse "von der Seele zu schreiben" und diese zu veröffentlichen. Abgesehen von der Entdeckung einer Natur, die so anders war als in Deutschland, war die Begegnung mit fremden Kulturen wohl sehr faszinierend. Paul Leutwein lernte frühzeitig die Begriffe kennen, die noch heute zum Deutsch der hier lebenden Namibier (früher "Südwester") gehören: Werft, Pad, Rivier, Schambock, Bokkies, und die allesamt dem Kapholländischen entlehnt waren, das damals über Oorlams, Baster und Buren bereits seinen Eingang ins Land gefunden hatte. Daneben treten San, Nama- und Bantuvölker auf, deren Sprache Paul Leutwein sich auch zum Teil bedient. Neben den Bildungssprachen Englisch, Französisch und der klassischen Sprache Latein lassen sich damit eine Vielzahl von äußerst unterschiedlichen Sprachen nennen, die in Paul Leutweins Text Verwendung finden. Zudem lassen sich in Paul Leutweins Text - trotz aller Kürze - eine Reihe sehr anschaulicher Naturbeschreibungen finden. In einigen Gedichten ("Baobab", "Am Otjikoto'-See", "Auf dem Gipfel") werden die Natur und die darin auftretenden archaischen Gesellschaften thematisiert. In anderen ("Hoornkrans") werden historische Figuren und Ereignisse (Hendrik Witbooi, Hoornkrans, Naukluft) angesprochen, während andere Gedichte wiederum ("Der Zug Franke ", "Omaruru") Leutweins Gegenwart zum Thema haben. Zwei Gedichte ("Motto" und Der Ritt nach Walhall") stehen dazu mit ihrem heroisierenden Inhalt in auffälligem Widerspruch. Am deutlichsten wird Leutwein in einigen Prosatexten, die aus Reisebeschreibungen, Tagebucheintragungen, Rückbetrachtungen, Feldzugsbeschreibungen und Briefen bestehen, von denen einige in Roman-, andere in Ichform verfaßt wurden. Die Reise- und Feldzugbeschreibungen sind mit akkuraten Karten unterlegt, während die erlebten Ereignisse prägnant und genau wiedergegeben sind. Selbst in das Thema der hohen Politik ragt der Text Leutweins, und zwar mit einer persiflierten "Vorschrift über das Verhalten gegen unsere schwarzen Brüder", die an die Adresse des deutschen Oppositionsführers August Bebel gerichtet ist. Trotz aller Spannungen im Schutzgebiet erhält sich Paul Leutwein einen klaren Kopf und ein klares Urteil, wie z.B. über seine Beobachtungen und Äußerungen über Siedler und Eingeborene gleichermaßen herauszulesen ist. Umso tiefer mußte das Erlebnis der direkten Teilnahme an den damals stattfindenden Gefechten gewesen sein. Bei Otjihaenamaparero, beim Etjo und am Omatako entging Paul Lautwein nach eigenen Angaben mindestens dreimal knapp dem Tod. Zeitgleich fanden die schweren Gefechte bei Okaharui, Owikokorero, Oviumbo und Ongandjira statt, bei denen die Schutztruppe schwere Verluste erlitt. Hier mußte sie die bittere Erfahrung machen, daß die Hereros militärisch ein durchaus ernstzunehmender Gegner waren. Das Eingeständnis der eigenen Schwäche, eine schwierige politische Situation als Sohn des Gouverneurs Theodor Leutwein sowie der Drang, sich als 23-jähriger über das Erlebte und seine Faszination über das Fremde und Surreale mitteilen zu wollen, mögen interessante Antriebsfedern Leutweins gewesen sein, sich der vorliegenden Textform zu bedienen. [...]

Motto

Frischauf! Hinaus in ungeahnte Fernen.
Jung ist das Herz und ungestüm der Mut.
Im Lebenskampf erst wirst du leben lernen.
Mit starkem Arme teilst du froh die Flut;
Du weitest deine Brust, der Blick wird freier
Und plätscherst kühn im Strom der Abenteuer.

Dies ist ein Auszug aus Du weitest Deine Brust, der Blick wird freier. Kriegs- und Wanderfahrten in Südwest, von Paul Leutwein, Andreas Vogt und Felix Werner.

Titel: Du weitest Deine Brust, der Blick wird freier
Untertitel: Kriegs- und Wanderfahrten in Südwest
Autor: Paul Leutwein
Bearbeitung: Andreas Vogt; Felix Werner
Reihe: Reihe Südwester Texte X
Windhoek, Namibia, 2015.
Selbstverlag Dr. Andreas Vogt
ISBN 9789991689173 / ISBN 978-99916-891-7-3
Broschur, 15 x 21 cm, 172 Seiten, etliche sw-Fotos und Abbildungen

Leutwein, Paul und Vogt, Andreas und Werner, Felix im Namibiana-Buchangebot

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Das Original dieses bearbeiteten Neudrucks erschien 1909 unter dem Titel 'Du weitest Deine Brust, der Blick wird freier. Kriegs- und Wanderfahrten in Südwest'.

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