Ausgewiesen!, von Andreas Vogt

"Ausgewiesen! Die Liste repatriierter Deutscher aus dem ehemaligen Schutzgebiet Deutsch-Südwestafrika des Jahres 1919", von Andreas Vogt. Selbstverlag Dr. Andreas Vogt, Windhoek, Namibia, 2015. ISBN 9789991689142 / ISBN 978-99916-891-4-2

"Ausgewiesen! Die Liste repatriierter Deutscher aus dem ehemaligen Schutzgebiet Deutsch-Südwestafrika des Jahres 1919", von Andreas Vogt. Selbstverlag Dr. Andreas Vogt, Windhoek, Namibia, 2015. ISBN 9789991689142 / ISBN 978-99916-891-4-2

In dem folgenden Vorwort zu seinem Buch "Ausgewiesen! Die Liste repatriierter Deutscher aus dem ehemaligen Schutzgebiet Deutsch-Südwestafrika des Jahres 1919", leitet Dr. Andreas Vogt zu dem heute marginalisierten Unrecht an der deutschen Bevölkerung der ehemaligen Kolonie ein.

Andreas Vogt  

Genau einhundert Jahre ist es her, seit für Südwestafrika die deutsche Kolonialzeit zu Ende ging. Wie gestaltete sich der Übergang aus der deutschen Kolonialzeit in die südafrikanische Mandatszeit und, vor allem wie betraf sie die nach Kriegsende 1915 noch vorerst im Lande verbliebenen Deutschen? Für an der Geschichte Namibias, und vor allem am Werdegang und Schicksal der hier lebenden Deutschsprachigen Interessierter, sowie für die Nachkommen der dadurch Betroffenen, sind das interessante Fragen. Wenig ist bekannt aus jener Zeit, sie tritt gegenüber der dramatischen Auseinandersetzung zwischen Schwarz und Weiß auf dem Weg zur Unabhängigkeit Namibias, und vor dem bereits entfernten Zeithorizont - fast ein Jahrhundert - etwas in den Hintergrund. Dabei war die Transformation von Deutsch-Südwestafrika hin zum Mandatsland Südwestafrika eine wichtige Periode in dieser Auseinandersetzung, da bereits zu jenem Zeitpunkt die politischen und wirtschaftlichen Weichen für die Zukunft des Landes gestellt wurden. Als im Jahre 1919 die Hälfte der im Lande lebenden Deutschen ausgewiesen wurden, stellte es für die Betroffenen eine Katastrophe dar. Abgesehen von wenigen Erwähnungen über die Umstände und Hintergründe der Repatriierungen in der Südwester Literatur scheint es, als ob dieses traurige Kapitel Kolonialgeschichte am liebsten so schnell wie möglich vergessen werden sollte. Die Südafrikaner wollten bei Kriegsende des Weltkriegs 1918, und zwar direkt nach dem Waffenstillstand und noch vor der Unterzeichnung des Friedensvertrages, durch die Repatriierungen in SWA vollendete Tatsachen schaffen. Sie schoben die Deutschen kurzerhand ab, bevor jemand dagegen Einspruch erheben konnte. Die Betroffenen selbst wollten diesen unappetitlichen Vorgang bestimmt so schnell wie möglich hinter sich bringen, und die Zurückbleibenden am liebsten gar nicht daran erinnert werden. Trotzdem lohnt es, den Schleier der Zeit wieder einmal etwas beiseite zu schieben und dem nachzugehen, was damals geschah. Der Schlüsseltext für die Ausweisungen war die Repatriiertenliste, die damals von der Unionsregierung aufgestellt wurde. Sie entstand zu einem Zeitpunkt, als in Südwestafrika noch Kriegsrecht herrschte, also als die Mandatsregierang noch nicht ihre Aktivitäten aufgenommen hatte. Diese Liste, die im Anhang widergegeben wird, ist der Schwerpunkt dieser Untersuchung. Aus ihr geht namentlich genau hervor, wer damals das Land verließ oder verlassen mußte. Sie ist für die Forschung interessant, weil sich daran der Werdegang der/des einen oder anderen (oder ganzer Familien), in dieser wichtigen Frage unmittelbar nachvollziehen läßt. Der Verfasser hat einige zu dem Thema „Repatriierungen" relevanten Texte ausfindig gemacht. Sie werden im Original widergegeben, da sie inzwischen selbst zu historischen Texten geworden sind und die wesentlichsten Sachverhalte am direktesten und eindringlichsten darlegen. Eine wesentliche Frage ist dabei, wie die Ausweisungen das Land selbst trafen. Ohne Zweifel war dem Land selber wirtschaftlich, geistig und sozial durch die Ausweisungen bedeutend geschadet worden. Dieser Schaden ging einerseits auf Kosten der Deutschen, die nach dem Ende des Herero- und Nama-Aufstand 1904-07 das Land erstaunlich weit vorangebracht hatten. Nun waren sie unverschuldet in den Krieg hineingezogen und nach Kriegsende unrühmlich abgeschoben worden. Andererseits ging der Schaden auf Kosten des Landes, das innerhalb kürzester Zeit seines besten Menschenmaterials beraubt war. Die Sinnlosigkeit dieser Handlung sollte selbst den Südafrikanern bereits kurze Zeit später ins Bewußtsein dringen. Die harsche Behandlung der Deutschen seinerzeit stellte sie auf diese Weise mit in die Reihe der durch Kriegseinwirkung in Mitleidenschaft gezogenen Einwohner des Landes, das heute Namibia heißt. Obwohl es sich bei die Liste der Repatriierten um einen traurigen Text handelt, ist sie deswegen nicht minder interessant oder unwichtig. Der vorliegende Band soll dazu dienen, den historischen Vorgang der damaligen erzwungenen Rückkehr nach Deutschland erneut zu belichten und daran zu erinnern, daß in der Kolonialgeschichte nicht nur Schwarze als Opfer zu zählen waren.

Dies ist ein Auszug aus dem Buch "Ausgewiesen! Die Liste repatriierter Deutscher aus dem ehemaligen Schutzgebiet Deutsch-Südwestafrika des Jahres 1919", von Andreas Vogt.

Titel: Ausgewiesen!
Untertitel: Die Liste repatriierter Deutscher aus dem ehemaligen Schutzgebiet Deutsch-Südwestafrika des Jahres 1919
Bearbeitung: Andreas Vogt
Reihe: Reihe Südwester Texte VII
Selbstverlag Dr. Andreas Vogt
Windhoek, Namibia, 2015
ISBN 9789991689142 / ISBN 978-99916-891-4-2
Broschur, 15 x 21 cm, 295 Seiten

Vogt, Andreas im Namibiana-Buchangebot

Ausgewiesen!

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Das Buch 'Ausgewiesen!' beinhaltet die Liste repatriierter Deutscher aus dem ehemaligen Schutzgebiet Deutsch-Südwestafrika des Jahres 1919.

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