Ernst Dammann

Professor Dr. phil. Ernst Dammann (1904-2003) war ein deutscher Theologe, Afrikanist und Sprachwissenschaftler. Hier mit einem Gesprächspartner während einer Magnetophonaufnahme auf der Missionsstation Engela im Norden Südwestafrikas (1953/1954).

Professor Dr. phil. Ernst Dammann (1904-2003) war ein deutscher Theologe, Afrikanist und Sprachwissenschaftler. Hier mit einem Gesprächspartner während einer Magnetophonaufnahme auf der Missionsstation Engela im Norden Südwestafrikas (1953/1954).

Ruth Damman (1911-1995), geb. Scholtisek aus Breslau, brach zugunsten der beruflichen Laufbahn ihres Mannes, Prof. Dr. Ernst Damman, ihr Medizinstudium (1931/1932) in Hamburg ab, fotografierte, assistierte ihm und führte die Korrespondenz.

Ruth Damman (1911-1995), geb. Scholtisek aus Breslau, brach zugunsten der beruflichen Laufbahn ihres Mannes, Prof. Dr. Ernst Damman, ihr Medizinstudium (1931/1932) in Hamburg ab, fotografierte, assistierte ihm und führte die Korrespondenz.

Professor Dr. phil. Ernst Dammann (1904-2003) war ein deutscher Theologe, Afrikanist und Sprachwissenschaftler.

Ernst Dammann wurde am 06.05.1904 im holsteinischen Pinneberg geboren Er studierte Theologie und Orientalistik in Hamburg, promovierte 1929 und wurde 1930 ordiniert und als wissenschaftlicher Assistent am Seminar für Afrikanische und Südseesprachen der Universität Hamburg angestellt. Von 1933 bis 1936 war Dr. Ernst Dammann als Missionar der Bethel–Missionin der Stadt Tanga im ehemaligen Deutsch-Ostafrika, Tanganyika, tätig. 1939 habiliterte er für afrikanische Sprachen an der Universität Hamburg. Als Soldat geriet Ernst Dammann während des Zweiten Weltkrieges in Gefangenschaft und war Lagerpfarrer in Fort Sam Houston (USA). Nach seiner Verlegung in britische Kriegsgefangenschaft diente er als Leiter der Theologischen Schule für deutsche Kriegsgefangene im englischen Norton. Nach seiner Entlassung und der Rückkehr nach Deutschland war er ab 1949 als  Professor an der Universität Hamburg, seit 1957 als Professor für Afrikanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin und als Lehrbeauftragter für Afrikanistik an der Universität Leipzig tätig. In Berlin war die Afrikanistin Dr. Hildegard Höftmann, mit der er zeitlebens befreundet sein sollte, seine Assistentin. In den Jahren von 1962 bis 1972 war Ernst Dammann ordentlicher Professor für Religionsgeschichte und Lehrbeauftragter für Afrikanistik an der Philipps-Universität zu Marburg und 1965 sowie 1968 Dekan seiner Fakultät. Er baute die die religionskundliche Sammlung auf und es gelang ihm in Marburg, und damit auch erstmalig im Bundesland Hessen, das Studienfach Afrikanistik einzurichten, das unter seinem Nachfolger 1985 in Frankfurt zur Gründung des Instituts für Afrikanische Sprachwissenschaften geführt hat. Mit Ernst Benz, Werner Kümmel und Ernst Wolf zählt er zu den Begründern der Marburger Gelehrten Gesellschaft im Jahr 1968. Für seine besonderen Verdienste um die Mission verlieh ihm die Heidelberger Theologische Fakultät die Ehrendoktorwürde. Professor Dr. Ernst Dammann emeritierte 1972, lehrte jedoch weiterhin Afrikanistik in Marburg und war darüberhinaus Gastdozent für Missionswissenschaft und Religionsgeschichte an der Lutherischen Theologischen Hochschule in Oberursel. Mit seiner Frau, Ruth Dammann (geb. Scholtiseck; 1911-1995) unternahm Professor Dr. Ernst Dammann zwischen 1933 und 1991 zahlreiche  Forschungsreisen in Afrika. Im Juni 1953 reiste das Ehepaar auf Einladung von Dr. Heinrich Vedder nach Südwestafrika um dort für ein dreiviertel Jahr Tonaufzeichnungen der Sprachen Oshindonga, Oshikwanyama, Otjiherero, Khoekhoegowab, Afrikaans und viele kleinere Bantu– und Khoisan–Sprachen und Dialekte in einer bemerkenswerten Menge und Qualität aufzunehmen. Mit einigen seiner Gewährsleute blieb Ernst Dammann auch in den folgenden Jahrzehnten in Kontakt und arbeitete mit ihnen während zweier weiterer Aufenthalte in Südwestafrika in 1978/1979 und 1981 erneut zusammen und pflegte zahlreiche Kontakte zu namhaften Institutionen und Wissenschaftlern, wie zur S.W.A. Wissenschaftlichen Gesellschaft, der Redaktion des Afrikanischen Heimatkalender, zu seinem ehemaligen Studenten, dem Ethnologen Dr. Kuno Budack und weiteren Vertretern der Südwester Generation und, durch seine Feldforschung, zu vielen bekannten Vertretern der Herero-Bevölkerung. Viele seiner Aufzeichnungen, Tagebücher, Fotografien und 3000 Tonaufzeichnungen aus diesen Jahrzehnten, die auch heute noch zu Forschungszwecken herangezogen werden, befinden sich im Besitz des Bundesarchives in Koblenz, der Universitäten Berlin und Bayreuth sowie der Basler Afrika Bibliographien (Registratur PA. 39). Die gesamte Tonsammlung wurde in der Schweizer Nationalphonothek digitalisiert. Eine Ausgabe davon steht im National Archive of Namibia in Windhoek zur Verfügung. Am 12.07.2003 verstarb Professor Dr. Ernst Dammann, Autor zahlreicher Bücher und Beiträge, in seinem Elternhaus in Pinneberg.


Dammann, Ernst im Namibiana-Buchangebot

Namibiana Vol. V (1) 1984

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Namibiana Nr. V(1) aus dem Jahr 1984 fiel mit geschichtlichen, gesellschaftlichen, völkerkundlichen und biographischen Themen deutlich üppiger aus als die Vorausgaben.

Was Herero erzählten und sangen

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Namibiana Nr. 11-1987

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Die Reihe Namibiana war eine Zeitschrift der Ethnologisch-Historischen Arbeitsgruppe der SWA/Namibia Wissenschaftlichen Gesellschaft.