Heinrich Vedder

Dr. h.c. Hermann Heinrich Vedder (1876-1972) war ein deutscher Missionar der Rheinischen Mission, Sprachforscher, Völkerkundler, Historiker und Autor.

Dr. h.c. Hermann Heinrich Vedder (1876-1972) war ein deutscher Missionar der Rheinischen Mission, Sprachforscher, Völkerkundler, Historiker und Autor.

Dr. h.c. Hermann Heinrich Vedder (1876-1972) war ein deutscher Missionar der Rheinischen Mission, Sprachforscher, Völkerkundler, Historiker und Autor.

Hermann Heinrich Vedder wurde am 03.07.1876 in Westerenger in Westfalen geboren. Er erlernte den für seine Region typischen Beruf des Seidenwebers, bevor er seine religiöse Berufung erkannte und am 01.04.1895 als Aspirant im Missionshaus der Rheinischen Mission in Wuppertal-Barmen aufgenommen wurde. Von 1895 bis 1901 durchlief er die kirchliche Ausbildung, leistete im Anschluß daran seinen Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger ab und setzte für weitere vier Jahre das theologische Studium der Mission fort. Seine Ordination erfolgte am 05.08.1903 und seine Aussendung mit dem Schiff Helene Woermann nach Deutsch-Südwestafrika schon wenige Monate später, am 28.11.1903. Sein neues Wirkungsgebiet betrat Heinrich Vedder am 27.12.1903 am Strand von Swakopmund. Es folgte die übliche landesbezogene Ausbildung, die Heinrich Vedder zunächst in Scheppmannsdorf am Kuiseb, nach dem Ausbruch des Hereroaufstandes bei Missionar Olpp in Otjimbingue erhielt. Der erfahrene Missionar Dannert brachte ihm Herero bei, der finnische Missionar Rautanen die Grundzüge der Sprache der Ndonga. Im Januar 1905 erhielt Heinrich Vedder seinen ersten Missionsauftrag, der ihn nach Swakopmund führte und wo er eine kirchliche Gemeinde aufbauen und betreuen sollte. Am 01.10.1905 heiratete er seine aus Deutschland nachgereiste Braut, Lydia Schickum, mit der er vier Kinder haben sollte. Durch seine seelsorgerischen Aufgaben entging ihm die ungeeignete Unterbringung kriegsgefangener Herero in Lagern bei Swakopmund nicht und setzte sich erfolgreich für eine Verbesserung der Umstände bei dem damaligen Gouverneur Friedrich von Lindequist ein. Auch seine Appelle an kirchliche Gemeinden in Deutschland führten zu beachtlichen Sachspenden, die, meist in Form von Decken und Bekleidung, den gefangenen und im rauhen Seeklima frierenden Herero zugute kamen. Nach der Machtübernahme der Südafrikaner in der deutschen Kolonie, die Deutschen nach der Kapitulation der Schutztruppe 1916 übergeben mußten, setzten mehrere Wellen von Ausweisungen ein, die zunächst nur deutsche Amtsträger betrafen, zunehmend aber willkürlich angewendet wurde und auch Heinrich Vedder nötigten, das Land und sein Amt zu verlassen. Erst 1922 wurde ihm die Wiedereinreise genehmigt und der Bezirk von Okahandja als neuer Wirkungskreis zugewiesen, den er bis zu seinem Lebensende als seinem beruflichen und privaten Lebensmittelpunkt treu blieb. Neben seiner Tätigkeit als Missionar und Pfarrer schrieb Vedder zahlreiche völkerkundliche, landesgeschichtliche und theologische Werke, die große Beachtung und Verbreitung erfuhren und zum Teil auch heute noch beliebt und gesucht sind. Diese Popularität verdanken Vedders Schriften, neben den interessant gewählten Themen, seinem volkstümlich- erzählenden, unterhaltsamen Schreibstil. Viele seiner Beiträge sind im Afrikanischen Heimatkalender, der 1930 erstmals in Windhoek erschien, in breiten Bevölkerungsschichten gelesen worden. Über seine wissenschaftlichen Arbeiten in Völkerkunde und Geschichte erwarb er die Ehrendoktorwürde der Universitäten Tübingen und Stellenbosch. 1937 wurde er zum Präses der Rheinischen Mission ernannt. 1938 war er Mitbegründer der S.W.A. Wissenschaftlichen Gesellschaft, deren Ehrenmitglied er später werden sollte. Auf nachdrücklichen Wunsch der südafrikanischen Administration und schon als betagter Mann, rückte er für den Zeitraum 1950 bis 1958 als Vertreter der schwarzen Bevölkerung des Landes in den Senat der Südafrikanischen Union ein. Der bei allen Bevölkerungsgruppen außergewöhnlich beliebte und geachtete Heinrich Vedder, Träger des Königlich Preußischen Kronenordens, starb am 26.04.1972 in Okahandja und ist dort bestattet. Ein Stadtteil von Okahandja wurde, ihm zu Ehren, Veddersdal benannt.


Vedder, Heinrich im Namibiana-Buchangebot

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Afrikanischer Heimatkalender 1932

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Das alte Südwestafrika

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Einführung in die Geschichte Südwestafrikas von Heinrich Vedder

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Dies ist eine Neuauflage von: Einführung in die Geschichte Südwestafrikas von Heinrich Vedder.

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