Luderitz: Unser Erbe, von Christine Marais

Lüderitz: Unser Erbe, von Christine Marais. Gamsberg Macmillan. 2. Auflage. Swakopmund, Namibia (1981/2003). ISBN 0868480967 / ISBN 0-86848-096-7

Lüderitz: Unser Erbe, von Christine Marais. Gamsberg Macmillan. 2. Auflage. Swakopmund, Namibia (1981/2003). ISBN 0868480967 / ISBN 0-86848-096-7

Aus dem Kunstband Christine Marais', Lüderitz: Unser Erbe, sind hier zwei Stadtpanoramen, das Magistratswohnhaus und das Geschäftshaus Krabbenhöft & Lampe dargestellt.

Aus dem Kunstband Christine Marais', Lüderitz: Unser Erbe, sind hier zwei Stadtpanoramen, das Magistratswohnhaus und das Geschäftshaus Krabbenhöft & Lampe dargestellt.

Dieser schöne Band gehört zu der von Christine Marais illustrierten, sehr beliebten Buchreihe 'Unser Erbe', die, neben den historischen Gebäuden von Swakopmund und Windhoek, auch die besondere Architektur von Luderitz darstellt. Der folgende Text stammt aus der Einleitung und bietet die Beschreibung zweier ausgewählter Gebäude, dem Woermannhaus und dem Geschäftshaus von Krabbenhöft & Lampe.

Christine Marais  

Adolf Lüderitz kam 1883 nach Angra Pequena, und am 7. August 1884 wurde die deutsche Flagge zum ersten Male gehisst. Bei dem Versuch, in zwei Booten von der Orangemündung nach Angra Pequena zu fahren, ertranken Lüderitz und der Schiffsoffizier Steingruber. Ihre Leichen wurden nie gefunden. Die deutsche Verwaltung entschied, die Stadt zur Ehre Lüderitz' nach ihm zu benennen. Bis 1920 hiess die Stadt Lüderitzbucht; Proklamation 40 desselben. Jahres kürzte den Namen auf Luderitz. Der wirtschaftliche Aufschwung der Stadt begann 1905 mit der Ankunft der ersten Lokomotive. Am 31. Oktober 1907 erreichte die Bahnlinie Aus. Juli 1906 wurde das Stadtgebiet vermessen; es erstreckte sich über 75 000 Quadratmeter. Und dann fand Zacharias Lawala (zuvor in Kapstadt) im Mai 1908 den ersten Diamanten, während er mit einem Trupp Arbeiter den Sand von den Gleisen schaufelte. (Namibiana 1(3) 1979 p. 14) Er händigte ihn dem Streckenwärter August Stauch aus, der damals in Grasplatz stationiert war. Der weitere Verlauf der Geschichte ist allgemein bekannt. Kolmanskuppe wuchs aus dem Sand. Es hiess damals, dass man bei Sonnenaufgang ostwärts gehen müsste, um die in der Morgensonne blitzenden Diamanten aufzuheben, am Spätnachmittag jedoch westwärts, und dass es nicht unmöglich wäre, noch im Mondschein Diamanten zu finden. Das Diamantfieber zog die Menschen weiter nach Elisabethbucht, Pomona und Bogenfels. August Stauch wurde wenige Monate nach dem Verkauf des ersten Diamanten zum Millionär. Kolmannskuppe lockte Prospektoren und Tausende von Glücksrittern, die ihre ganze Hoffnung auf Diamanten setzten. In den Bars lachten die Mädchen, im Kasino hörte man die Kegel fallen. Wasser, damals teurer als Sprudel, wurde in eigens verfertigten Fässern von Maultieren herbeigebracht. An der Börse stiegen die Aktien zu schwindelnder Höhe, im Idatal scharrte man im Mondlicht nach Diamanten. Und dann schwindet der Glanz. Der Diamantenmarkt bricht zusammen. Kolmanskuppe, Elisabethbucht, Bogenfels - sie versinken alle im Sand. Durch geborstene Fenster heult schon lange der Wind.

Krabbenhöft & Lampe

Das dreistöckige Gebäude wurde 1910 von F. Kramer für Herrn O. Lampe, einen wohlbekannten Lüderitzbuchter Geschäftsmann, entworfen. Maßvolle Proportionen, verschiedenartige Dachfenster und ein schiefergedecktes Dach geben dem Bau sein ansehnliches Gepräge. Trotz längeren Leerstandes werden Haus und Garten sorgfältig erhalten. Im Windschutz des breiten Giebels wachsen hohe Palmen: eine Zierde für das Gebäude und das Strassenbild.

Das Woermannhaus

Dieses Haus, 1906 von dem bekannten Architekten F. Höft für die Woermann-Linie erbaut, ist eines der frühesten massiven Gebäude in Lüderitzbucht. Der Rustikateil erinnert an die Afrikabank; die Schönheit des doppelstöckigen Giebelhauses liegt im Detail der eingeschlossenen Erker, der offenen Veranden an der Nordfront, dem Aussichtstürmchen mit der Flaggenstange im Dachgipfel. Die freistehende, günstige Lage erlaubt eine weite Aussicht über die See. Zu dem Grundstück gehörten eine Reihe von Kontor- und Nebengebäuden, sowie eine eigene Wasserleitung vom Roberthafen. Damals oblag der Woermann-Linie der Schiffsverkehr zwischen der jungen Kolonie und dem Mutterland, und das Reichskolonialamt hatte ihr u.a. das Recht eingeräumt, die zur Landung nötigen Arbeiter in Hafennähe unterzubringen. Das Verlangen des Bürgermeisters, dieselben aus dem Stadtgebiet hinauszuverlegen, erwiderte die Linie mit einem Hinweis auf die Landungskosten. Der Wink genügte. Um das Gesicht zu wahren, wurde der bestehende Zustand „auf jederzeitigen Widerruf genehmigt". Wie viele Schüler und Lehrer sich erinnern, ging das Gebäude später in den Besitz der Deutschen Schule über. [...]

Dies ist ein Auszug aus dem Band 'Luderitz: Unser Erbe', von Christine Marais.

Buchtitel: Luderitz. Unser Erbe
Autor: Christine Marais
Genre: Architekturgeschichte; Stadtprofil; Ortsgeschichte
Verlag: Gamsberg Macmillan
2. Auflage. Swakopmund, Namibia (1981/2003)
ISBN 0868480967 / ISBN 0-86848-096-7
Kartoneinband, 34 x 24 cm, 78 Seiten, durchgehend Farbdrucke, 1 Stadtplan, Text in Deutsch, Englisch und Afrikaans

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