Gustav Menzel

Dr. theol. h.c. Gustav Menzel (1908-1999) war Missionsdirektor der Rheinischen Mission und der Vereinigten Evangelischen Mission. Foto: VEM
Dr. theol. h.c. Gustav Menzel (1908-1999) war Missionsdirektor der Rheinischen Mission und der Vereinigten Evangelischen Mission.
Gustav Menzel wurde am 11.12.1908 als jüngstes von sechs Kindern des Realschuldirektors Dr. Hermann Menzel und dessen Ehefrau Hanna geb. Mangelsdorf in Bochum-Langendreer geboren. Nach der Reifeprüfung am Realgymnasium zu Bochum um Ostern 1924 studierte er zunächst zwei Semester Mathematik, erkannte durch seine Mitwirkung in der Deutschen Christlichen Studentenvereinigung (DCSV) die Berufung zur geistlichen Tätigkeit und wechselte zum theologischen Studium, welches Menzel während zwei Semestern in Bethel, je zweien in Tübingen und Berlin, sowie weiteren drei Semestern in Münster absolvierte. In Münster legte er um Ostern 1933 das 1. Theologische Examen ab und wurde im Mai dem Pfarramt Herford als Vikar zugeteilt, im Oktober nach Berlin und nach wenigen Monaten in den 10. Pfarrbezirk der Bochumer Altstadtgemeinde versetzt. Am 01.11.1934 wurde er als Hilfskraft an das Missionsseminar der Rheinischen Mission in Barmen berufen, legte zwischenzeitlich zu Ostern 1935 das Zweite Theologische Examen in Münster ab, und wechselte am 01.11.1935, dem ostfälischen Bruderrat der Bekennenden Kirche unterstellt, nach Bad Oeynhausen, um dort als Hilfsprediger Gemeindearbeit zu leisten. Dort wurde Gustav Menzel am 15.12.1935 ordiniert. Zu Pfingsten 1936 erreichte ihn eine Anfrage der Rheinischen Mission, ob er sich dem Missionsdienst zur Verfügung stellen wolle. Menzel folgte dem Ruf zum 01.08.1936 und ließ sich, zusammen mit seiner Ehefrau Margarethe geb. Starke, im folgenden Jahr, nach einer kurzen Vorbereitungszeit in Holland, nach Sumatra, damals noch eine Kolonie der Niederlande in Indonesien, entsenden. Dort wirkte er in Djandjimatogu und Padang Sidempuan, bis er im Mai 1940 durch die niederländische Kolonialverwaltung interniert wurde. Seine Gefangenschaft in Lagern in Sumatra und später in Indien dauerte bis Kriegsende an. Nach Deutschland zurückgekehrt, wurde Gustav Menzel 1947, am Dienstort Wuppertal-Barmen das Dezernat für Südwestafrika übertragen. Daneben war er als Afrikareferent (1948-1960), theologischer Lehrer, zeitweise als Seminarleiter, am Seminar der Rheinischen Mission tätig. Im Jahr 1948 verstarb seine Ehefrau Margarethe, mit der er seit dem 29.11.1936 verheiratet gewesen war. 1949, nach dem Ablauf des Trauerjahres, ehelichte der Witwer Helene geb. Rüter, die im Jahr 1964 verstarb. Gustav Menzel war Lehrbeauftragter für Missionswissenschaft an der Kirchlichen Hochschule in Wuppertal und später auch der Theologischen Fakultät in Bonn. 1960 wurde er zum Gemeindepfarrer in Unterbarmen berufen, 1967 zum Missionsdirektorder Rheinischen Mission und 1971 der Vereinigten Evangelischen Mission. Diese kurze Zeit war ein kirchengeschichtlich wichtiger Zeitraum, in welchem der Zusammenschluß der Rheinischen Mission und der Bethelmission zur Vereinigten Evangelischen Mission beschlossen und vollzogen wurde, ein Prozeß, an dem Gustav Menzel maßgeblich mitarbeitete. Mit dem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 1974 wandte sich Gustav Menzel, unter Auswertung der Bestände des Missionsarchivs in Barmen, der Missionsgeschichte zu und veröffentlichte, neben viel beachteten Aufsätzen, Biografien von C. G. Büttner und Hendrik Witbooi sowie kleineren Schriften, die Hauptwerke 'Die Geschichte der Rheinischen Mission' (1978) und 'Die Geschichte der Bethelmission' (1986). Im Jahr 1988 wurde Gustav Menzel die Ehrendoktorwürde der Kirchlichen Hochschule Wuppertal verliehen. Bis zum Sommer 1998 arbeitete er, zuletzt unter allmählicher Erblindung und körperlicher Schwäche, noch regelmäßig im Missionshaus, erkrankte dann im Alter von 89 Jahren so schwer, daß er in ein Altersheim übersiedeln mußte, wo Gustav Menzel am 05.09.1999 im Alter von 90 Jahren verstarb. Er hinterließ seine Tochter Dr. Margarete Schweizer. Am Vormittag des 09.09.1999 wurde Dr. theol. h.c. Gustav Menzel, unter Anteilnahme eine großen Trauergemeinde, auf dem Unterbarmer Friedhof in Wuppertal beigesetzt. Im Jahr darauf gab die Vereinte Evangelische Mission, als Würdigung seiner Lebensleistung und als Nachruf, die 49-seitige Schrift "Gustav Menzel 1908-1999" heraus.
Literaturauszüge:
Menzel, Gustav im Namibiana-Buchangebot
Die Rheinische Mission. Aus 150 Jahren Missionsgeschichte
Die Rheinische Mission: Aus 150 Jahren Missionsgeschichte, verfaßt durch den ehemaligen Missionar und Missionsdirektor Gustav Menzel (1908-1999).
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