Farm Trutzberge. Ein deutscher Südwestafrika-Roman, von Adolf Kaempffer

Farm Trutzberge. Ein deutscher Südwestafrika-Roman, von Adolf Kaempffer.

Farm Trutzberge. Ein deutscher Südwestafrika-Roman, von Adolf Kaempffer.

Farm Trutzberge: Ein deutscher Südwestafrika-Roman war Adolf Kaempffers erstes Buch und erhielt den Deutschen Uberseepreis.

Adolf Kaempffer  

Die beiden jungen Deutschsüdwester Bernhard und Martin Richter trafen an einem kalten Augustabend des Jahres neunzehnhundertfünfzehn wieder auf ihrer Farm Heimatland ein. Sie fanden sie nicht anders vor als all die vielen Farmen, die sie seit der Entlassung in Korab, nach der Übergabe der Kaiserlichen Schutztruppe, passiert hatten. Gut; man hatte es nach einem verlorenen Feldzuge nicht anders erwartet, als daß die Fenster und Türen des Hauses gestohlen, die einfachen Möbel verbrannt und die guten ebenfalls weggetragen waren. Und dazu fehlte alles übrige auf der Farm, was größeren Wert besessen hatte. Martin Richter sagte: „Bernhard, im Garten sieht es auch böse aus, die alten Reben und Obstbäume verdorrt oder zu Verhauen umgeschlagen, die jungen vertrocknet und zernagt; sie müssen einen Pferdekamp im Garten gehabt haben. Und die Pumpe ist gestohlen." Da Bernhard schwieg, fuhr er fort: „Dafür haben sie uns ein halbes Dutzend Pferdekadaver in den Brunnen geworfen; wir können hier nicht tränken, Bernhard, laß uns nach dem Viehposten reiten." Bernhard Richter schwieg noch immer. Er dachte: Wie soll das anders sein; wir haben den Feldzug mit dreitausend Mann gegen sechzigtausend Feinde verloren. Er sagte: „Ja, Martin, laß uns raufreiten und sehen, ob die Brunnenwinde oben noch steht; die wollen wir morgen runterbringen und hier aufstellen." Sie ritten nach dem fünf Kilometer entfernten Brunnen, wo sie in guten Jahren einen Teil der Herden stehen hatten. Wenn man früher hier über diese letzte Anhöhe kam, dann leuchteten die Wachtfeuer von den Hürden herüber, und Minko und Minka und Arib und Aris blafften über die dunkle Fläche den klappernden Pferdehufen entgegen. Wenn man hier durch den kleinen trockenen Sandlauf geritten kam, dann hörte man das begütigende Marren der Karakulschafmütter, das Plappern der langbärtigen Ziegenböcke und das behagliche Prusten und Stöhnen der trommeldick gefressenen Ziegen. Dort drüben an der Felswand malten die Flammen des Kochfeuers den Schatten des großen Kameldornbaumes, und daneben ragte der Windmotor in die dunkle Nacht hinauf, schwang sein kreischendes Rad und goß im stöhnenden Auf und Ab den plätschernden Strom in das gemauerte Wasserbassin, um das der Zementtrog rundherum lief. Martin sagte: „Bernhard, der Windmotor fehlt." Als sie nahe heran waren und alles übersehen konnten, fuhr er fort: „Bernhard, sie haben ihn gesprengt. Sie haben auch das Bassin gesprengt. Was hat das nun für einen Grund gehabt? Sie haben doch nicht aus militärischer Notwendigkeit so gewüstet, denn als sie die Farm besetzten, da hatten sie uns doch längst aus dem Süden herausmarschiert." Bernhard Richter lenkte sein Pferd über den verödeten Viehliegeplatz nach der Absattelstelle am alten Kameldornbaum und sprang ab. [...]

Die ist ein Auzug aus dem Roman: Farm Trutzberge. Ein deutscher Südwestafrika-Roman, von Adolf Kaempffer.

Buchtitel: Farm Trutzberge
Untertitel: Ein deutscher Südwestafrika-Roman
Autor: Adolf Kaempffer
Verlag: Georg Westermann
Erstauflage, Braunschweig - Berlin – Hamburg, 1937
Originalleineneinband, 12x19 cm, 231 Seiten

Kaempffer, Adolf im Namibiana-Buchangebot

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