Fritz Krampe als Mensch, Künstler, Reisender und Maler in Afrika und Asien.

Fritz Krampe: Hyäenen (Aquarell)

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Fritz Krampe: Combura-Mädchen

Fritz Krampe: Combura-Mädchen

Fritz Krampe: Nama-Frau

Fritz Krampe: Nama-Frau

Freunde und Bewunderer von Fritz Krampe schätzten ihn als Menschen und beschrieben den Maler und Künstler als vollständig in seinem Fach aufgegangen, der sich als intensiv Reisender das Wesen seiner Motive in Afrika und Asien erschloß.

Da nur Handwerker damals als Einwanderer zugelassen wurden, verdingte er sich als Stubenmaler, doch das Anstreichergeschäft wurde bald von den ersten Grossfresken Südwester Farmhäuser abgelöst. Es enstanden die ersten Porträts von Hereros und Damara-Bauern, von Ovahimba-Frauen und Hottentotten, fast beklemmend in der nie zuvor gekannten Meisterschaft, einen ganzen Stamm aus dem Bildnis eines Einzelnen sprechen zu lassen - das gleiche Anliegen, das den nun immer zahlreicheren kühneren und immer unmittelbar angepackten Studien zugrunde lag, nicht „Büffel", sondern das Wesen Büffel, das Wesen Elefant oder das Wesen Geier darzustellen. Wild und "Wilde" aus Steppe und Urbald blieben von nun an sein grosses Thema und fast über Nacht wurde aus dem "new and talented German artist" der Maler Südwests, ja Afrikas. So relativ wenig Fritz Krampe in Deutschland hervorgetreten ist, so weitreichende Würdigung hat sein Schaffen in seiner neuen Heimat und in zahlreichen anderen Teilen der Welt gefunden. Viele seiner Bilder, die u.a. auf der 1954er Biennale in Venedig gezeigt wurden, hängen heute in der Nationalgalerie der Südafrikanischen Republik, in den Kunstsammlungen von Windhoek, Pretoria oder Johannesburg. Bei Betrachtung der Krampeschen Malweise, die nicht zu leicht einzureihen geht, dominiert das Zeichnerische. Der kraftvolle, wuchtige Strich seiner Photos und Kreideskizzen, war dem bevorzugten Thema - dem afrikanischen Grosswild - unübertrefflich angepasst; jene Übereinstimmung von "big view, big painter, big paintings, big subjects", die der Johannesburger STAR auch an Krampes letzter Ausstellung im März 1965 hervorhob. Härte und Dramatik sind die eigentlichen Elemente seines Schaffens; „schöne," „heitere", Bilder von Krampe gibt es kaum. Darstellungsart und Darstellungsgegenstand erbrachten wie von selbst, dass sich Krampe zum „Maler der vordersten Linie" entwickelte. Die endgültige Ausführung der Bilder, oft über Jahre hinweg, in immer wieder neuen Fassungen angepackt, blieb zwar auch bei ihm dem Atelier vorbehalten. Die ersten Skizzen und die Atmosphäre aber wurden - oft auf nächste, bisweilen haarsträubende und schliesslich tödliche Distanz in der freien Wildbahn erjagt, erlauert, erschlichen und ertrotzt. Fast jedes Bild schliesst ein Abenteuer ein. Mit dem alten VW durchstreifte er Afrika und ganz allein ritt er durch das Kaokoveld und belauschte das Wild in freier Bahn und an Wasserlöchern. Er kannte das Wild und die Wildnis, und er hatte das Talent, stets dort zu sein, wo etwas „los" war, sei es, dass es um einen Aufstand in Angola ging oder um eine Löwenfamilie, die vor ihm einen Honigdachs erschlug. Dass er auch ein vorzüglicher Fotograf war, bewies eine Auswahl seiner Bilder, die er einmal in Windhoek vor der Wissenschaftlichen Gesellschaft zeigte. Das Auge des erfahrenen Malers war bei jeder Aufnahme unverkennbar. Bei Leitern und Wildwarten von Naturschutzgebieten war er angesehen und wegen seiner Kenntnisse der Gepflogenheiten des Grosswildes hochgeschätzt. Der scharf beobachtende, weitgereiste Künstler konnte stets wertvolle Anregungen geben. Wer ihn näher kannte, verband die Wertschätzung Krampes als Künstler mit der Hochachtung als Mensch. Er war ein prächtiger, aufrechter, eigensinniger Kamerad; er hatte seine Meinung und vertrat sie. Er war auf erstaunlich vielen Gebieten belesen und beschlagen; Umgang mit ihm war ein Vergnügen; jede Unterhaltung mit ihm brachte Gewinn, und jeder seiner Briefe war eine lohnende Lektüre. Was er tat, tat er ganz. Als Pianist besass er Konzertreife, und wenn er Beethoven oder Tschaikovski spielte, fielen die Mahlzeiten aus! Für ein Wettschwimmen im Flusspferdbassin war er genau so gut zu haben, wie für einen Nachtansitz auf Winter-Sauen.

Er schätzte eine gute Zigarre und einen guten Cognac, war Reiter und Troubadour, und gab und nahm mit gleicher Selbstverständlichkeit. Tatendurstig und strahlend wie immer verliess er Duisburg, um ins Land seiner Jugendträume zu reisen. „Was wollen Sie in Indien - Sie gehören nach Afrika" -konnte keinen Eindruck mehr machen. Ganz allein fuhr er über den Balkan, die Türkei, Irak, Persien, Afghanistan und Pakistan nach Indien, unter weit mehr Pannen und Mühsal, als er je vorher erlebt hatte. Aus Mysore schrieb er 8 Tage vor seinem Tod: „Überall Erosion, 3,000 Jahre Kultur bzw. Kahlfrass durch homo sapiens. Sambar und Axihirsche gut vertreten, auch Elefanten sah ich. Gauer-Wild hier noch sehr zahlreich. Vom Tiger bisher nur Spuren - wird aber noch werden!" Es sollte nicht sein. Ein halbes Dutzend schwerster Stosszahnwunden eines "rogue elephant" machten einem hochbegabten Künstler und prächtigen Menschen ein vorzeitiges Ende.

Dr. Wolfgang Gewalt

Aus dem S.W.A. Annual - S.W.A. Jaarboek - S.W.A. Jaarboek 1970 (S. 36-41) stellen Ihnen das Namibiana Buchdepot einen Beitrag über Fritz Krampe unter dem Arbeitstitel "Fritz Krampe als Mensch, Künstler, Reisender und Maler in Afrika und Asien." vor.


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