Der Maler Fritz Krampe in Südwestafrika

Der Maler Fritz Krampe in Südwestafrika.

Der Maler Fritz Krampe in Südwestafrika.

Zeichnung von Fritz Krampe: Povian

Zeichnung von Fritz Krampe: Povian

Im Jahr 1951 wanderte der aus Berlin stammende Maler Fritz Krampe über Südafrika nach Südwestafrika ein. Der 1966 umgekommene Künstler zählte zu den interessantesten und begabtesten Malern des südlichen Afrika.

Dr. Wolfgang Gewalt, der Direktor des Tierparkes Duisburg, widmete dem 1966 verstorbenen Maler Fritz Krampe in der Zeitschrift: Der Zoologische Garten, Heft, 4/5 des Jahres 1968, einen Nachruf. Ihm, als Freund des Malers, traf die erschütternde Nachricht aus Madras in Indien, sicher nicht weniger stark als seine vielen Freunde und Bekannten hier in Südwestafrika. Dem bekannten Tiermaler, Tierbeobachter, Zoogänger und Safari-Mann aus Leidenschaft, erreichte sein Schicksal am 28.7.1966 im Anaikatty-Dschungel, unweit von Ootacamund/Nilgiri, als er von einem freilebenden Elefanten angegriffen wurde. Der einzige Begleiter dieser letzten „typisch Krampeschen" Unternehmung, Tiere in freier Wildbahn zu studieren und aus nächster Nähe auf den Skizzenblock zu bannen, war ein seit dreissig Jahren ortsansässiger Pflanzer, der sich nur mit knapper Not in ein Bambusdickicht retten konnte. Erste am nächsten Morgen gelang es mit Hilfe beigeholter Dorfbewohner, den Elefanten von seinem Opfer zu vertreiben. Krampes sterbliche Überreste wurden auf dem Friedhof der Thomas-Kirche in Ootacamund, Indien beigesetzt. Obwohl weder Tiergärtner noch Zoologe von Beruf, war Krampe in den Zoo-Gärten von Berlin, Hannover, Barcelona, London oder Pretoria ebenso daheim, wie in den Eukalyptuswäldern Victorias, den Wal rossgründen der Kara-See, zwischen den Springbockrudeln der Kalahari oder den Berggorillas der Dirunga-Vulkane. Fritz Krampe wurde am 19.12.1913 in Berlin geboren; er blieb ein echter Berliner, auch nachdem er im Jahre 1951 nach Südwestafrika übergesiedelt war und die Schönheit und Grossartigkeit des kargen Landes an der Namib nie genug rühmen konnte. Bis 1939 studierte er an den Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst in Charlottenburg, war Meisterschüler der Preussischen Akademie der Künste in Berlin, und früh schon führten ihn von hier - den hochbegabten Maler und Graphiker - seine Neigungen in den Berliner Zoo. Die Erinnerung an den Elefantenbullen „Harry" oder den Riesengorilla „Bobby", blieb stets in ihm lebendig. Im Jahre 1952 schrieb er in der Windhoeker Zeitung über ,,Harry" so bezeichnend: „Ich erinnere mich noch genau, wie unbegreiflich mir das Rüsseltier erschien, als ich zum erstenmale vor ihm stand. Ein wandelnder Berg, ein Gebilde wie aus Lehm und Felsen, das auf riesigen Säulenbeinen einherschritt und dessen Gestalt das menschliche Auge kaum erfasste..." Bevorzugterweise erlaubte der Affenwärter Krampe hin und wieder, den beiden Gorillas eine Flasche Malzbier an die gespitzten Lippen zu reichen, und die Halbprofilskizze aus dem Jahre 1934 verrät wohl zum erstenmal die Ausdruckskraft dieses Künstlers, verbunden mit der Treffsicherheit des später vielbeschäftigten Porträtisten. Dass Ludwig Heck sr., der dem 16-jährigen Krampe einmal beim Löwenzeichnen über die Schulter geguckt, diesen spontan in sein Dienstzimmer lud und ihm eine Zoo-Jahreskarte überreichte, hat ihn in seinen Entschluss, Maler zu werden, vielleicht entscheidend bestärkt.

Der Krieg führte ihn mit Rommels Truppen nach Afrika, den Kontinent, der ihn einmal endgültig in seinem Bann schlagen sollte. Doch der Drang nach Ungebundenheit und unberührter Wildness, nach „einfachem, männlichem Leben" und nicht zuletzt nach Abenteuern, führte den knapp 20-jährigen an die Sibirische Polarküste, wo er Robben und Wale, Eismöwen und Rentiere beobachtete. Die hier im Reich der Mitternachtsonne eingefangenen Motive, bildeten nur die Grundlage für seine z. T. erst nach dem Krieg ausgeführten Illustrationen zu „Per Gynt", ,,Moby Dick" oder für das Bändchen „Walfontänen". Aber auch dem natürlichen Menschen, den „Eingeborenen" alle Landstriche, galt schon sein künstlerisches Interesse, wie eine Federzeichnung von damals „Sibirien zu Pferde" bereits zeigte. Die bis 1947 währende Kriegsgefangenschaft verbrachte Krampe in einem Gefangenenlager Südaustraliens, wo er auch jede Gelegenheit benutzte, Kontakt mit der Natur und der Tierwelt aufzunehmen.

Es gelang ihm, zwei Wanderfalken auf hohem Eukalyptus auszuhorsten und als Beizvögel abzutragen. Ein Keilschwanzadler bereicherte seine Menagerie hinter Stacheldraht. Die Skizzen für das Chronos-Büchlein „Adlerschwingen" erinnern an diese Episode und sind die Vorprobe der gross gestalteten Blätter von Geiermahlzeiten und Schreiseeadlern der späteren Serengeti und Viktoria-See Periode. Als er auf der Reise in die Heimat an der Küste Ceylons entlang fuhr, zog es ihn nach Indien, hauptsächlich der wilden Elefanten wegen. Erst nach 20 Jahren sollte sich sein geheimer Wunsch, damit aber auch sein Schicksal, erfüllen. Dazwischen lag eine Zeit, die anfänglich nicht ohne Not und Ungewissheit war, schliesslich aber immer nachhaltigere Erfolge brachte. Eine zum Goethejahr herausgegebene Reinecke-Fuchs-Mappe zählt zu den wichtigsten Arbeiten dieser Epoche, die mit der Übersiedlung nach Südafrika im April 1951 ihren Abschluss fand.

Aus dem S.W.A. Annual - S.W.A. Jaarboek - S.W.A. Jahrbuch 1970 (S. 36-41) stellen Ihnen das Namibiana Buchdepot einen Beitrag über Fritz Krampe unter dem Arbeitstitel "Der Maler Fritz Krampe in Südwestafrika" (Dr. Wolfgang Gewalt) vor.


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