Namibia: Entdeckungen, Expeditionen & Geschichten fürs Lagerfeuer, von Konny von Schmettau

Namibia: Entdeckungen, Expeditionen & Geschichten fürs Lagerfeuer, von Konny von Schmettau. Hippos Verlag. Swakopmund, Namibia. Swakopmund, Namibia 2019. ISBN 9789991682167 / ISBN 978-9-99-168216-7

Namibia: Entdeckungen, Expeditionen & Geschichten fürs Lagerfeuer, von Konny von Schmettau. Hippos Verlag. Swakopmund, Namibia. Swakopmund, Namibia 2019. ISBN 9789991682167 / ISBN 978-9-99-168216-7

Goanikontes - Oase in der Wüste, ein Kapitel aus: Namibia: Entdeckungen, Expeditionen & Geschichten fürs Lagerfeuer, von Konny von Schmettau.

Walter Moritz  Konny von Schmettau  

Regenzeit in Namibia. Wo sonst die Wüste herrscht, wälzen sich braune Wassermassen durch das stille Swakoptal. Machtvoll strömen die Fluten, durch den Regen der vergangenen Woche gespeist, zwischen den Klüften der Mondlandschaft hindurch, dem Atlantik entgegen. Scheinbar endlos schlängelt sich das Bett des Trockenflusses vom Nordosten Namibias bis nach Swakopmund durch wechselnde Landschaften. Dort, wo das Flussbett am weitesten scheint und die Berge sich zu einem lieblichen Tal ausbreiten, liegt eine Oase, die schon seit Anbeginn der Zeiten ein Anziehungspunkt für Mensch und Tier war. Hier in der Stille, nur rund 40 km von Swakopmund entfernt, gab es noch vor wenigen Jahrzehnten Löwen, Elefanten und Nashörner. Auch Antilopen, Strauße und Kudus suchen seit jeher das Grün, das durch Grundwasser gespeist wird und auch in trockenen Jahren für ausreichend Nahrung sorgt. Bei Goanikontes rasteten bereits die Urvölker. Die ersten südafrikanischen und europäischen Siedler nutzten den Ort, um ihre Tiere zu tränken und in späteren Jahren Farmen aufzubauen, auf denen Gemüse und Obstbäume scheinbar mühelos gediehen. Goanikontes' Farmer zogen Ochsen auf, die für die Fleischzufuhr der im Hafen von y/alvis Bay liegenden Schiffe bestimmt waren. Auch die alten Baiwege von Walvis Bay und Swakopmund ins Inland führten nahe der Oase entlang. Deren Name, der beinahe wie ein Zauberwort klingt, trägt mehr Geschichte in sich als manch andere Stätte des Landes - und es gibt viele spannende Geschichten aus alten Zeiten. Laut F. Krenz stammt der Name Goanikontes aus der Namasprache und bedeutet „Da, wo man die Fellmäntel ablegt, Goan ni Shu en des". Frühere Quellen dagegen geben den Namen als Namawort für die sogenannte Giraffenakazie, den Kameldornbaum an. Seit langem erfreut sich Goanikontes, das 1925 als „Canecundas Farm" bekannt war und im Laufe der Jahrhunderte mannigfaltige Namen erhielt, als beliebtes Ziel für Touristen und Einheimische, die am Wochenende Ruhe und unberührte Natur genießen möchten. Auch gibt es einen urigen Biergarten vor dem historischen Gebäude der Familie Hrabovsky von 1907. Frau Hrabovsky ist die historische Figur, die diesen Ort mit selbst gebackenem Kuchen belebte. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts traf man sich auf Goanikontes zum Sinnieren und Musizieren, zum Verweilen und zum Feiern. Somit gilt die Wüstenoase als Gründungsort der Swakopmunder Musikwoche. „... Und Sonntags fuhren wir zu Hrabovskys nach Goanikontes zum Kaffeetrinken... der selbstgebackene Obstkuchen war einmalig und über den Milchkännchen hingen gehäkelte Deckchen mit einem Perlenrand, der viele Gnitzen wegen", schrieb der Swakopmunder Autor Hartmut Fahrbach 1985. In einem ersten Bericht beschrieb Leutnant Ruxton 1845 die Gegend um Goanikontes als Ort mit großen Teichen und reichlich Weide für viele Tausend Stück Großvieh. Als erste weiße Siedler ließ sich die Familie Dixon im Jahre 1849 in Goanikontes nieder. Peter Dixon betrieb mit Thomas Morris in der Walfischbucht ein Handelsunternehmen. Fahrbach schreibt dazu: „In Goanikontes fand man den idealen Platz als Rinderposten: Genug Wasser, fruchtbares Schwemmland, große Bäume und Feuerholz im Überfluss. Gemüse und Mais gediehen so gut, dass Hunde angehalten werden mussten, um Kudus und Löwen fern zu halten." Francis James Bassingthwaite, als einer der ersten permanenten Siedler Südwests bekannt, lebte zu dieser Zeit ebenfalls auf Goanikontes. Doch der Rinderhandel mit den Herero lief nicht so reibungslos wie erhofft, die Löwen blieben eine permanente Gefahr, und als ein starkes Abkommen des Swakops sämtliche Felder mitriss, löste sich die Partnerschaft Dixon-Morris auf und Dixon zog mit seiner Familie nach Rooibank um. Dixons Tochter Desiree Nee beschrieb 1879 in einem Büchlein über ihre Zeit in Goanikontes ihre Ankunft: „Der Einzug nach Goanikontes geschah in der Dunkelheit. Ein schlesischer Gärtner, mit Bart und Haaren wie Rübezahl, begrüßte uns und bedauerte, kein Licht machen zu können, weil der Ziegenbock gerade am Nachmittag die letzte Kerze aufgefressen hatte." Im Juni 1893 schrieb Landeshauptmann Curt von Francois von Goanikontes aus an den Hamburger Reeder Adolph Woermann und plädierte dafür, die Swakop-Mündung als Hafen des deutschen Schutzgebietes zu nutzen, da die Versorgung der Truppe über Walfischbucht „oft mit Schwierigkeiten seitens der Kapregierung verbunden" war. Zur Sicherung der Route etablierte von Francois in der Wüstenoase eine Militär- und Wachstation. [...]

Dies ist ein Auszug aus: Namibia. Entdeckungen, Expeditionen & Geschichten fürs Lagerfeuer, von Konny von Schmettau.

Buchtitel: Namibia
Untertitel: Entdeckungen, Expeditionen & Geschichten fürs Lagerfeuer
Autoren: Konny von Schmettau; Ute von Ludwiger; Francois Lottering; Walter Moritz
Reihe: Auf Pad mit Konny
Hippos Verlag. Swakopmund, Namibia
Swakopmund, Namibia 2019
ISBN 9789991682167 / ISBN 978-9-99-168216-7
Broschur, 15x21 cm, 116 Seiten, zahlreiche Fotos

von Schmettau, Konny und von Ludwiger, Ute und Lottering, Francois und Moritz, Walter im Namibiana-Buchangebot

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