Mennighüffener Missionar Gottlieb Viehe als Missionsstratege unter den Herero, von Walter Moritz

Mennighüffener Missionar Gottlieb Viehe als Missionsstratege unter den Herero, von Walter Moritz.

Mennighüffener Missionar Gottlieb Viehe als Missionsstratege unter den Herero, von Walter Moritz.

Walter Moritz schreibt über den Mennighüffener Missionar Gottlieb Viehe, der in Otjimbingwe, Omaruru, Okahandja 1867-1901 als Missionsstratege unter den Herero tätig war.

Walter Moritz  

Wir schreiben den 15. September 2004. Mit dem Auto fahre ich auf der A 30 in Richtung Löhne. Mein Ziel ist Mennighüffen, das heute zur Stadt Löhne gehört. Die Kirchengemeinde dort wurde geteilt, und eine neue Gemeinde Siemshof entstand. Ich hatte mich bei Friedel Schütte angesagt, der mich gebeten hatte, doch über Missionar Gottlieb Viehe zu schreiben. Gottlieb Viehe war gleichsam ein Vorläufer von Missionar Vedder aus Spenge, denn der ging auch nach Südwestafrika, stand in der Ausbildung am Augustineum und war eine Zeitlang Präses der Gemeinden der Rheinischen Mission. Die Gemeinde Mennighüffen will 950-jähriges Jubiläum feiern, und da sollte ein kleine Schrift entstehen und auch eine Ausstellung stattfinden. Wir fahren dann zur Krellstraße in Siemshof, ein neues Wohngebiet, wo früher noch Äcker waren. Hier lag die ehemalige Kuhstelle, „im Krell 54“, wo der Viehehof gestanden hat und Gottlieb Viehe zur Welt kam. Er war Nachbar vom Kösterhof, wo unter den großen Eichen früher die Missionsfeste gefeiert wurden. In Mennighüffen heißt das Missionsfest heute noch Krellfest. Es wird seit 1875 gefeiert. Der Nachbarhof gegenüber ist der Hof Vögding mit einem schönen Fachwerkbau. Der Viehehof wurde inzwischen abgerissen, doch hinten auf dem Grundstück sieht man noch einige große Eichen, die zur damaligen Hofstelle gehörten. Johann Hermann Heinrich Viehe, geborener Niederstuke aus Häver, wurde am 19.02.1803 in Häver bei Kirchleneern geboren und heiratete Anne Cathrine Marie Elisabeth Viehe, geboren am 25.03.1807 in Mennighüffen. Die Viehes hatten 12 Kinder. Als 6. Kind erblickte der Missionar Carl Friedrich Wilhelm Gottlieb Viehe am 27.3.1839 in Mennighüffen das Licht der Welt. Er war ein echter Ravensberger. Doch die Familie wanderte 1844 nach Nordamerika aus und lebte im Staat Indiana. Der Vater hatte ein Stück Urwald gekauft und war den ganzen Tag damit beschäftigt, ihn urbar zu machen. Um die Kinder, die auf 10 anwuchsen, konnte er sich wenig kümmern. Kirche und Schule gab es zunächst nicht, so daß der kleine Gottlieb Viehe auch nicht zur Schule gehen konnte. Doch das sollte sich bald ändern. Es siedelten sich im Laufe der Zeit noch 30 andere deutsche Familien dort an, eine deutsche Gemeinde entstand, die mit Pastoren besetzt wurde, die ehemalige Missionszöglinge waren. Sie hatten im Seminar der Rheinischen Mission in Barmen gelernt. Es waren Pastor Tölke und Hoffmeister. Die Gemeinde war so mit deutschen Pastoren versorgt, aber mit der Schule war es noch schwierig, als Gottlieb Viehe im Alter von 14 Jahren konfirmiert wurde. Durch den Einfluß seiner frommen Mutter wuchs er im christlichen Glauben auf, ja schon als achtjähriger Junge, so erzählt er selbst, ging er oft in die Einsamkeit des Waldes, um dort zu beten und erfuhr die auffallendsten Gebetserhörungen. Schon lange war in seinem Herzen die Liebe zu Heidenmission gewachsen. Die Pastoren Weihe und später besonders Pastor Schmalenbach galten besondere Freunde der Mission. Und nun waren in Indiana ehemalige Seminaristen aus Barmen, dem Sitz der Rheinischen Mission, die sicher auch in den Kreisen über die Mission berichteten. Gottlieb Viehe kehrte nach Deutschland zurück, um in Barmen im Missionshaus ausgebildet zu werden. Im Herbst 1861 trat er ins Seminar ein. Am 16. August 1866 legte er sein Examen ab und konnte am 17. Oktober zum Dienst unter den Heiden ordiniert werden. In Mennighüffen besuche ich noch die Kirche, in deren Vorgängerbau Pastor Schmalenbach von 1863 bis 1899 predigte. Neben anderen Grabsteinen ist sein Grabkreuz an der Kirche aufgestellt. Schmalenbach galt als einer der bedeutendsten Prediger und Missionsliebhaber, der im gleichen Jahr wie Missionar Gottlieb Viehe, nämlich 1901 starb. Im Gemeindebüro schaue ich noch in das ursprüngliche Taufregister, wo die vier Namen: Carl Friedrich Wilhelm Gottlieb geboren 27. März 1839 eingetragen sind. Als Wohnort wird Im Grell (die alte Schreibweise) Nr. 54 angegeben. Wie Missionar Heinrich Vedder, hat sich Gottlieb Viehe auch sprachlich betätigt. Unter meinen Büchern fand ich eine „Grammatik des Otjiherero nebst Wörterbuch von G. Viehe, Missionar“. Sie wurde 1897 vom Seminar für Orientalische Sprachen in Berlin herausgegeben. Ich entdeckte bei den Hererogesangbüchern das Omaimburiro von 1875 und 1879 von Missionar Brincker. Es wurde von Gottlieb Viehe bearbeitet und 1895 bei Siedhoff in Bielefeld gedruckt. (...)

Dies ist ein Auszug aus dem Buch: Mennighüffener Missionar als Missionsstratege unter den Herero, von Walter Moritz.

Buchtitel: Mennighüffener Missionar als Missionsstratege unter den Herero
Untertitel: Gottlieb Viehe in Otjimbingwe, Omaruru, Okahandja 1867 -1901
Autor: Walter Moritz
Reihe: Aus alten Tagen in Südwest, Band 19
Selbstverlag
Werther, 2005
ISBN 9991668233
Broschur, 15 x21 cm, 94 Seiten, 72 Fotos und 1 Karte und 1 Kartenskizze

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