Erlebnisse im Hereroaufstand 1904, von Walter Moritz

Erlebnisse im Hereroaufstand 1904, von Walter Moritz.

Erlebnisse im Hereroaufstand 1904, von Walter Moritz.

Walter Moritz läßt in Erlebnisse im Hereroaufstand 1904, Zeitzeugen unter Missionaren und Flüchtlingen zu Wort kommen und deren Aussagen, gegen heute gestellte Fragen über die Mitschuld der Mission und ihrer Missionare am Hereroaufstand von 1904, im Raum stehen.

Walter Moritz  

Okahandja, der Sitz des Oberhäuptlings der Herero, war seit 1869 Missionsstation. Missionar Philipp Diehl, der die Station gegründet hatte, war zugleich Präses der Rheinischen Mission im Hereroland. Ihm zur Seite stand der junge Missionar Meier, der 1902 ins Land kam. Zur Zeit des Hereroaufstandes war auch der Bautechniker Diehl am Ort. Mit den Filialen Otjikango, Otjizeva und Otjiruze zählte die Gemeinde damals 1.200 Christen, neben Hereros auch Bergdamas. 1970 nennt die Statistik der Ev. Luth. Kirche 224.

Missionar Meier schreibt in einem Brief: Es war am 12. Januar noch ziemlich früh, als das Unglück losbrach. Herrlich wie immer - denn hier in Afrika weiß man fast nur von Sonnenschein - war die Sonne aufgegangen. Wer hätte gedacht, was dieser Tag Schreckliches bringen würde! Doch ich muß zurückgreifen. Es sah allerdings schon seit Sonntag (10. Januar) bedrohlich aus. In der Nacht von Sonntag auf Montag und im Laufe des Montags waren viele Hereros, etwa 300, mit Gewehren und Munition reichlich versehen, etliche auch mit Kirris (Keulen) bewaffnet, nach Okahandja gekommen, um, wie es hieß, in Gemeinschaft mit den hiesigen Eingeborenen, besonders mit den Großleuten und dem Oberhäuptling Samuel Maharero über die Wiederbesetzung einzelner Häuptlingsstellen zu verhandeln. Es war verdächtig, daß sie nicht über den Platz, sondern weit entfernt am jenseitigen Ufer unseres Okahandjaer Flusses einhergezogen kamen.

Sie waren meistens aus dem Waterberger Gebiet. Verdachtverstärkend war auch, daß ein Händler mit der Meldung hereingeritten kam, daß Eingeborene in Stärke von etwa 60 Mann, Okandu, etwa eineinhalb Stunden von hier besetzt hätten. Auch dem Polizisten, der kurz vorher von Waterberg, das reichlich 6 Tagereisen entfernt liegt, zurückgekehrt war, war eine merkwürdige Unruhe und Bewegung unter den Leuten aufgefallen. Herr Distriktschef Zürn traf darum, nach Besprechung mit Miss. Diehl sen. (dem Präses der Herero-Mission), alle Maßregeln, um einer etwaigen Gefahr vorzubeugen. Er telegrafierte nach Windhuk um Verstärkung, die auch bereits am Montag morgen bestehend aus 17 Mann unter Herrn Bergrat Duft hier eintraf. Weitere Hilfe war für Dienstag in Aussicht.

Ich selbst ging (am Montag) in die Eingeborenen-Werft, um mich zu erkundigen, was denn dieser Menschenauflauf zu bedeuten habe. „Muhonge" (Lehrer), sagten sie zu mir, „du weißt doch, daß in der letzten Zeit verschiedene Häuptlinge gestorben sind. Wir haben weiter gar nichts vor, als daß wir diese Stellen neu besetzen wollen." Als ich weiter in sie drang, da mir noch vieles unverständlich in ihrem Benehmen war, meinten sie: „Ja, sieh, wir begreifen auch nicht, was das fortwährende Patroullieren von Seiten der Deutschen soll. Und wozu flüchten sich die Weißen alle auf die Feste? (Sie waren nämlich schon alle bei den ersten Anzeichen von Gefahr auf die Militärstation geflüchtet; nur das Missionshaus war noch bewohnt.) Wenn es dir auffällig ist, daß wir alle Gewehre bei uns haben, ja, weißt du denn nicht, daß das Usus bei uns ist, wenn es sich um eine Häuptlingswahl handelt?" [...]

Dies ist ein Auszug aus dem Buch: Erlebnisse im Hereroaufstand 1904, Walter Moritz.

Buchtitel: Erlebnisse im Hereroaufstand 1904
Herausgeber: Walter Moritz
Reihe: Aus alten Tagen in Südwest, Band 3
Selbstverlag
4. Auflage, Werther 1996
ISBN 062004819
Broschur, 15x21 cm, 47 Seiten, 12 sw-Fotos, 1 Karte

Moritz, Walter im Namibiana-Buchangebot

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