Duwisib. Die deutsche Ritterburg in Namibia und ihr Burgherr Hansheinrich von Wolf, von Harald N. Nestroy

Duwisib. Die deutsche Ritterburg in Namibia und ihr Burgherr Hansheinrich von Wolf, von Harald N. Nestroy. Namibia Wissenschaftliche Gesellschaft, 2. Auflage, Windhoek 2004. ISBN 9991640282 / ISBN 99916-40-28-2

Duwisib. Die deutsche Ritterburg in Namibia und ihr Burgherr Hansheinrich von Wolf, von Harald N. Nestroy. Namibia Wissenschaftliche Gesellschaft, 2. Auflage, Windhoek 2004. ISBN 9991640282 / ISBN 99916-40-28-2

Duwisib. Die deutsche Ritterburg in Namibia und ihr Burgherr Hansheinrich von Wolf, von Harald N. Nestroy.

Duwisib. Die deutsche Ritterburg in Namibia und ihr Burgherr Hansheinrich von Wolf, von Harald N. Nestroy.

Harald N. Nestroy hat mit diesem Buch die wohl ausführlichste Beschreibung der "Ritterburg" Duwisib in Namibia geliefert, aber auch viel über die Erbauer und Hausherren Hansheinrich von Wolf und seine Frau Jayta von Wolf zu erzählen.

Harald N. Nestroy  

Die Innenräume der Burg Dusisib:

Die Innenräume, mit den damals modernsten hygienischen Installationen, dienten nicht nur dem wohnlichen Komfort der Familie von Wolf, sondern waren auch besonders ausgelegt für Repräsentation und gesellschaftliche Verpflichtungen. So herb das Äußere der Burg auf die heutigen Besucher wirkt, umso freundlicher und geschmackvoller hatte Jayta von Wolf damals die Innenräume ausgestattet; mit dem Erfolg, dass gekonnt Behaglichkeit und Gemütlichkeit mit repräsentativer Eleganz verbunden wurden. Betritt man die Burg von Südosten durch den Spitzbogeneingang, schreitet man durch einen romanischen, rustikalen Rundbogen aus Natursteinquadern, gestützt auf Postamente und auf kurze Rundsäulen mit Würfelkapitelen, in die Ritterhalle, die sich eindrucksvoll über zwei Geschosshöhen erhebt und als Empfangshalle diente. Sie erhält tagsüber ihre Beleuchtung durch Oberlichter, sogenannte romanische Vierlingsfenster. Diese Art der Fenster hatte Architekt Sander bereits in Berlin in seinem bekannten Paul-Emisch-Haus angewandt. Über der Vorhalle befindet sich die so genannte „Sängergalerie"; diese ruht auf den romanischen Säulen und Bögen der Ritterhalle und ist mit einer profilierten Holzbrüstung versehen. Sie ist über eine Seitentreppe erreichbar. Die Sängergalerie führt in ein Herren- oder Rauchzimmer mit dem bereits erwähnten Erker über dem Eingangsportal und mit einer eigenartigen Deckenbemalung, die u.a. auch einen fliegenden Zeppelin zeigt. Im südöstlichen Hauptflügel, auf der sonnenabgewandten Seite, liegen links der Ritterhalle das Biedermeier- und das Esszimmer, rechts das frühere Wohnzimmer der Burgherren (heute als Schlafzimmer ausgestattet) und ihr damaliges Schlafzimmer mit anschließendem Bad. Im südwestlichen Flügel sind die Küche mit Speisekammer, die Vorratsräume und ein Schlafraum untergebracht. Den nordöstlichen Flügel bilden vier Gästezimmer mit einem gemeinsamen Bad und ein Lagerraum. Die Räume der beiden Seitenflügel sind nebeneinander in Reihe angeordnet, nur teilweise mit Verbindungstüren untereinander; der überdachte Umgang des Innenhofs dient als Flur. Zwei offene Kamine in der Ritterhalle und je ein Kamin in Biedermeier-, Ess-, sowie früherem Schlafzimmer sorgen für die nötige Wärme in der Winterzeit. Ohne lodernde Feuer war die Burg in den richtig kalten Monaten eine Eishöhle. Hingegen schufen die dicken Mauern und hohen Decken in den vielen heißen Monaten eine erholsame Frische. Die Terrasse zum begrünten und mit Blumen bepflanzten Innenhof wurde von Hansheinrich von Wolf und Jayta im langen Sommer für das Frühstück und für Abende zu Zweit oder mit privaten Freunden genutzt. In der Südecke des Umgangs, neben der Küche, hatte von Wolf einen der für die Farmen in Deutsch-Südwest typischen begehbaren „Kühlschrank" errichten lassen: eine Kammer mit vier Doppelwänden, mit vielen regelmäßigen Aussparungen in den äußeren Wänden; der Zwischenraum ist mit Maschendraht ausgekleidet und hält die eingefüllte Holzkohle. Vom massiven Dach der Kammer sickert ständig Wasser auf die Holzkohle in den Zwischenräumen der Wände. Durch die Verdunstung kühlt die Kohle und damit die Innenwand so tief ab, dass in der Kühlkammer während der trockenen Jahreszeit Fleisch und andere verderbliche Lebensmittel bedenkenlos gelagert werden können. Nur: In der Ecke des Innenhofes, noch dazu unter Dach, gab es nie genügend Luftzug, um diese Art von Kühlschrank wirklich voll funktionieren zu lassen. Dennoch wurde er erst um 1950 abgerissen. Die Burg weist im Vergleich zu den meisten Herrenhäusern auch auf wohlhabenden Farmen eine große Besonderheit aus: Sie verfügt über einen vollständig ausgemauerten, über zwei Meter hohen, kühlen Keller unter der Ritterhalle. Er ist über eine steile Treppe aus der Ritterhalle zu erreichen. Natürlich diente er vor allem als Weinkeller für die in beachtlichen Mengen aus Deutschland und Frankreich importierten exzellenten Weine, Champagner, Cognacs etc.. [...]

Dies ist ein Auszug aus dem Buch: Duwisib. Die deutsche Ritterburg in Namibia und ihr Burgherr Hansheinrich von Wolf, von Harald N. Nestroy.

Buchtitel: Duwisib
Untertitel: Die deutsche Ritterburg in Namibia und ihr Burgherr Hansheinrich von Wolf
Autor: Harald N. Nestroy
Verlag: Namibia Wissenschaftliche Gesellschaft
2. Auflage, Windhoek 2004
ISBN 9991640282 / ISBN 99916-40-28-2
Broschur, 15x21 cm, 104 Seiten, 6 sw-, 25 Farbabbildungen

Nestroy, Harald N. im Namibiana-Buchangebot

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