Die Nara, das Brot der Wüste, von Walter Moritz

Die Nara, das Brot der Wüste, von Walter Moritz.

Die Nara, das Brot der Wüste, von Walter Moritz.

Walter Moritz beschreibt in diesem Bericht seine Eindrücke von dem Nama-Stamm der Topnaar in Namibia und Ihr an die Wüstenfrucht Nara angepaßtes Leben und Ernährungsverhalten.

Die Topnaar sind ein Nama-Stamm, der im hohen Norden etwa in der Gegend des Hoarusib-Riviers wohnte. Um 1800 zogen sie von dort zum Swakop. Unter ihrem Kapitän IKaxab ließen sie sich um 1820 am Kuiseb nieder. Das Hauptverbreitungsgebiet der Nara ist das Kuiseb-Delta. Da die Topnaar in dem Gebiet wohnten, wo die Nara wächst, wurden sie auch !Naranin genannt. Man kann fast sagen: Wo die Topnaar sind, gibt es auch die Nara. Das Verbreitungsgebiet der Nara erstreckt sich entlang der Küste. Ja, selbst in Angola entdeckte der berühmte Forscher Friedrich Welwitsch 1859 dieses eigenartige Kürbisgewächs (Cucurbitacee), das nach seinem Namen Acanthosicyos horrida Welwitschia genannt wird. R. A. Dart berichtet, daß die Topnaar bei Sesfontein die Strandloper an die Küste schickten, um für sie die Nara zu suchen (bei Köhler, 1969, S. 101). Nach einer alten Karte erstreckt sich das Verbreitungsgebiet der Narininku oder See-Namaqua vom Kuiseb bis hin zum Oranje. Wie Andersson schreibt, hat er auch am Oranje einige Nara gefunden. Der südlichste Punkt, wo die Nara auftraten, war bei Augrabies und 15 Meilen östlich von Port Nolloth (nach Marloth, 1932, S. 205 f.). Doch auch im Inland von Südwest, im Koichabrivier, 15 Meilen nördlich vom Grossen Tigerberg, wächst sie. G. Boss (1934, S. 76) gibt dagegen an, daß die Nara nur in der Nähe der Küste vorkommt. Aber schon Alexander fand sie, wie wir noch sehen werden, weit im Inland am Tsondab-Rivier, und Dinter entdeckte sie 23 Meilen von der Küste entfernt bei Richthofen, einer Kleinsiedlung am Swakop. Ich selbst fand Narabüsche, die zwar nur männlich waren, in der Nähe von der Forschungsstation Gobabeb, bei dem früheren Platz !Goabeb. Das sind ca. 35 Meilen Luftlinie von der Küste entfernt. Auch im Soutrivier standen verschiedene Narabüsche, die auch Früchte trugen. Auf Soutrivier (Kuiseb) hatten die Leute selbst Nara geerntet in der Nähe von INarob. Zwischen Klipneus und Soutrivier gibt es noch verschiedene Narafelder. Die Nara wächst in der Regel in sandigen Trocken-Rivieren mit flachen Grundwasser und Dünenbildung. Erste Begegnung mit den Nara bei der Erforschung der Küste: Als die Holländisch-Indische Gesellschaft im Jahre 1670 die „Grundel" aussandte, kam sie auch bis nach Sandwichhafen (Sandfischhafen, Anigab). Mehrere Eingeborene wurden gesichtet, die „sehr fettig und gelb von Farbe" waren, und sie „hatten das Haar eingeschmiert" (Vedder, 1934, S. 7 f.). Die „Bode", die sieben Jahre später, am 5. März 1677, Sandwichhafen erreichte, entdeckte Einheimische, die winkten. Bei der Landung mit zwei kleinen Booten aber ergriffen sie die Flucht; sie „ließen ihre Sachen zurück, nämlich einen Topf mit Kernen von etwas, das wie Papaya war" (Vedder. 1934, S. 11). Das war also die Nara gewesen, bei der besonders die Kerne eine große Rolle spielen, die geröstet gegessen werden. Aber aus ihnen wird auch Fett gewonnen, mit dem sie sich einschmieren, was bei den Leuten, die von der „Grundel" gesichtet wurden, wohl der Fall war. Auch andere Forscher, die die Küste besuchten, wunderten sich über das seltsame Gewächs und widmeten ihm lange Beschreibungen. Alexander lernte zuerst die Nara bei einem Buschmann kennen, in der Nähe des Mt. Murray bei Ababis am Chuntop-Rivier (Tsondab-Rivier). Er erwähnt auch die interessanten Nara-Messer. (...)

Dies ist ein Auszug aus dem Buch: Buchtitel: Die Nara, das Brot der Wüste, von Walter Moritz.

Buchtitel: Die Nara, das Brot der Wüste
Autor: Walter Moritz
Reihe: Aus alten Tagen in Südwest, Band 11
Selbstverlag
Werther, 1992
ISBN 99916-30-08-2
Broschur, 15x21 cm, 44 Seiten, 17 sw-Abbildungen, 1 Karte

Moritz, Walter im Namibiana-Buchangebot

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