IG Kurier. Heft 6-1983. Mitteilungsblatt der Interessengemeinschaft Deutschsprachiger Südwester, Auszüge

IG Kurier. Heft 6-1983. Mitteilungsblatt der Interessengemeinschaft Deutschsprachiger Südwester, Auszüge.

IG Kurier. Heft 6-1983. Mitteilungsblatt der Interessengemeinschaft Deutschsprachiger Südwester, Auszüge.

Dies sind Auszüge aus dem Jahresbericht des Präsidenten, Dr. W. Weitzel, anläßlich des 6. Jahreskongresses der IG (Interessengemeinschaft Deutschsprachiger Südwester) im Jahr 1983, die in deren Mitteilungsblatt, dem IG Kurier, veröffentlicht wurden.

An dem Anfang des Jahresberichtes soll noch einmal dankend der langjährigen Tätigkeit des Vorsitzenden, Herrn Dr. Halenke, des heutigen Ehrenpräsidenten, gedacht werden. Auf der Gründungsversammlung (11.08.1977) der Interessengemeinschaft Deutschsprachiger Südwester (IG), wurde folgende Zielsetzung verkündet:

  • Die IG ist keine politische Partei, wohl aber eine politische Gruppe, die als Sprachrohr der deutschsprachigen Südwester im In- und Ausland gehört werden soll.
  • Die IG als politische Gruppe beabsichtigt, rein pragmatisch zu handeln. Die IG ist der Ansicht, daß die Gruppeninteressen am besten gewahrt bleiben, wenn die gemeinsamen Landesinteressen vorangestellt werden. Das Ziel der IG ist, unter den Parteien und Gruppen ausgleichend für eine gemeinsame, friedliche Zukunft des Landes zu wirken.
  • Die IG vertritt deutsche Kultur-und Sprachinteressen, doch werden diese zur Zeit der Verkündung der Ziele der IG als zweitrangig betrachtet.
  • Die IG ist offen für jedes Gespräch mit Personen und Organisationen, die sich ebenso wie die IG für eine friedliche Entwicklung und das Fortbestehen des Landes einsetzen. Die IG will nicht aufsplittern, sondern sie will verbinden und das Gemeinsame betonen - das Gemeinsame über alle Sprach- und Volksgruppen hinweg.
  • Die IG ist nicht gegen irgendwelche Parteien, Gruppen oder Völker, sondern für eine gemeinsame, friedliche Zukunft unseres Landes.
  • Die IG beansprucht ein Lebens- und Mitspracherecht in diesem Lande.
  • Die IG anerkennt aber auch das Lebens- und Mitspracherecht jeder anderen Sprach- und Volksgruppe.

Die IG stellte daneben noch anderen folgende Forderungen:

1. eine international anerkannte Unabhängigkeit des Landes Südwestafrika/Namibien.
2. die Existenzberechtigung der weißen Bevölkerungsgruppe im Lande
3. die Garantie für die Schaffung eines Rechtsstaates und ausreichenden Schutz für die Minderheiten.

Das Auf und Ab der politischen Entscheidungen, der Wandel der Auffassungen über Lösungsmöglichkeiten der Probleme um SWA/Namibien, die Einwirkung der ausländischen politischen Kräfte und Interessen, führten Situationen herbei, die das Bild, das sich nach den Wahlen vom Dezember 1978 ergab - der doch überraschend und sicherlich in dem erfolgten Umfange nicht erwarteten Sieg der DTA (man darf heute nach allem Geschehen umso mehr die Frage stellen, warum wurde die Arbeit des Turnhallenkonferenz und deren Ergebnisse einfach vom Tisch gefegt - warum wurde der Wahlsieg von 1978 international negiert?) - völlig verwischten und eine Ausweglosigkeit herbeizuführen drohten. Das politische Szenarium hat sich verändert - oft nur erkennbar dem ständigen Beobachter - instinktiv gefühlt von einer Vielzahl der Menschen dieses Landes - das Szenarium wird sich auch weiter ändern - Fragen um Angola, um die Möglichkeit einer Einigung zwischen Dr. Savimbi und San-tos, um den Abzug der Kubaner, Fragen um Mozambique, um die Frontlinienstaaten und alle die Faktoren, die auf eine staatliche Selbständigkeit von SWA/Namibien einen Einfluß haben und zu Zeiten auch ausüben. [...] Die Auflösung der Nationalversammlung und des Ministerrates schufen eine völlig veränderte politische Landschaft. Aufgefangen wurde diese unsichere Situation dadurch, daß durch den Nachfolger des bisherigen GA, Herrn D. Hough, s.E. der GA von SWA/Namibien, Herrn Dr. W. van Niekerk, ein Staatsrat kreiert wurde. Dieser Staatsrat soll möglichst alle politischen Parteien, so weit diese akkreditiert sind, umfassen und zusammenführen, um eine Verfassung für den kommenden Staat zu erarbeiten. Die IG ist als Nichtpartei von dieser Arbeit ausgeschlossen, kann also den vom Kongreß 1982 gegebenen Auftrag in dieser Richtung nicht erledigen. [...] Für die IG und deren Zielsetzung ergeben sich aus der neugeschaffenen Situation Überlegungen, die der diesjährige Kongreß sehr sorgfältig anstellen muß. Ob eine Neuorientierung der IG festzulegen ist, ob die alte Zielsetzung ihre Gültigkeit behält - brennende Fragen, die der diesjährige Kongreß entscheiden muß. Weiterhin sollte der Kongreß seine Empfehlungen und seine Aufträge an den Hauptvorstand fester umreißen und seine Beschlüsse so fassen, daß diese auch im Rahmen der IG-Aufgaben durchführbar sind. [...]

Dr. W. Weitzel

Dies ist ein Auszug aus: IG Kurier. Heft 6-1983. Mitteilungsblatt der Interessengemeinschaft Deutschsprachiger Südwester, Auszüge.

Titel: IG-Kurier. Heft 6, November 1983
Reihe: Mitteilungsblatt der Interessengemeinschaft Deutschsprachiger Südwester
Herausgeber: Interessengemeinschaft Deutschsprachiger Südwester
Windhoek, Namibia 1983
Originalheftung, 21x30 cm, 40 Seiten, etliche sw-Personenfotos

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