Fettnäpfchenführer Südafrika. My name is not sisi. Kulturkollisionen x 11, von Elena Beis.

Fettnäpfchenführer Südafrika. My name is not sisi. Kulturkollisionen x 11, von Elena Beis. ISBN 9783943176544 / ISBN 978-3-943176-54-4

Fettnäpfchenführer Südafrika. My name is not sisi. Kulturkollisionen x 11, von Elena Beis. ISBN 9783943176544 / ISBN 978-3-943176-54-4

Der Fettnäpfchenführer Südafrika (My name is not sisi. Kulturkollisionen x 11) von Elena Beis, gibt viele praktische Tipps, bietet einen reichen Fundus an spannender Landeskunde und spricht mit seinem lockeren, amüsanten Stil aufgeschlossene Individualreisende an.

Elena Beis  

Der Südafrikaner an sich

Green Market Square ist der perfekte Ort zum Mitbringsel-Shopping! Stände mit Schmuck, Schnitzarbeiten, Kunstwerk und diversen anderen afrikanischen Kuriositäten stehen hier in mehreren Reihen eng nebeneinander aufgestellt. Silvie kalkuliert, wie viel Kilogramm Südafrika-Souvenirs sie Simon beim Rückflug unterjubeln kann. In Ruhe zu bummeln ist hier wohl tatsächlich ein Ding der Unmöglichkeit. Sobald sie auch nur in die Richtung eines Standes guckt, startet der dazugehörige Händler folgende Tonschleife: »You want this? I'll give you a good price! You like this? I'll make a good price.Try this! I'll make a good price« und so weiter und so weiter und so weiter...* Komisch, dass es bei so vielen Touristen hier unten noch nicht durchgesickert ist, dass man einen Europäer so ganz sicher nicht zum Kaufen animiert. Also nee, es geht einfach doch nichts über gute deutsche Shoppingkultur. Was würde Silvie jetzt alles dafür geben, auch nur für eine halbe Minute nicht in Beschlag genommen zu werden! Eine kleine Holzgiraffe und drei Salatlöffel-Sets mit Safari-Motiven nimmt sie trotzdem schon einmal mit. Ist zwar ein bisschen früh, um Mitbringsel einzukaufen, aber was soll's. Die Preise verhandelt Simon - das kann er im Gegensatz zu ihr nämlich richtig gut. Silvie kriegt ein schlechtes Gewissen, wenn sie sich mit einem Afrikaner, der von einem Schlüsselanhänger pro Tag lebt, um zwanzig Cent kabbelt. Simon kennt da hingegen keine Skrupel. Er handelt Preise aus, die den Gesichtern der Verkäufer nach zu urteilen nur Minimalstbeträge über dem Einkaufspreis liegen können. Und da hier heute kaum etwas los ist und die Händler wahrscheinlich froh sind, überhaupt etwas Geld in die Hände zu bekommen, akzeptieren sie schlussendlich Simons Dumping-Preise.** Während sich die beiden zu orientieren versuchen - von welcher der vier Seiten sind sie überhaupt in den Markt hinein gekommen?! - fährt auf einmal ein Polizeiwagen vor. Ein weißer und ein schwarzer Polizist steigen aus. Jetzt passiert mal was! Simon wird wieder schlagartig munter. Wer weiß, vielleicht findet hier jetzt eine spannende Actionszene statt. Ein beleibter weißer Beamter in blauer Polizei-Uniform und kurzem Höschen klettert aus dem Wagen. Sein schlaksiger schwarzer Kollege hat seine Uniform mit einem Käppi und einer spacigen Sonnenbrille aufgepeppt. Die zwei sehen in Kombination zum Schießen aus. Ein völlig cholerischer Ladenbesitzer (= weiß) spurtet sofort auf die beiden zu und deutet auf einen Stand und dessen Besitzer (= schwarz), der ganz gemütlich davor auf einem Hocker sitzt. Okay, aus einem Actionstreifen nach Simons Geschmack wird wohl nichts. Dafür findet Silvie das Ganze auf einmal wahnsinnig interessant. Da spielt sich also gleich in den ersten Tagen ein südafrikanischer Rassenkonflikt vor ihren Augen ab! Der schwarze Händler hat einen stark französischen Dialekt, er ist offensichtlich ein Immigrant aus einem frankofonen afrikanischen Land. Claudia hatte Silvie schon vorausgesagt, dass sie auf der Long Street mehr Somalis, Kongolesen und Simbabwer als Südafrikaner treffen würden.*** Simon findet das ganze Spektakel nicht halb so mitreißend wie Silvie, die sich mittlerweile "ganz unauffällig" an die Polizisten herangepirscht hat. Silvie kann nicht erkennen, was der schwarze Händler falsch gemacht haben soll. »Unmöglich, in was für einem Ton der Typ mit dem spricht!« Silvie wirft dem weißen Ladenbesitzer finstere Blicke zu. - »So ein Rassist. Echt furchtbar.«**** »Wir wissen nicht, was passiert ist, Schatz.« - »Das sieht man doch, dass der Typ ein Problem mit Schwarzen hat.« - »Na ja. Wenn jemand seinen Stand auf meinem Grundstück aufbaut, würde ich mich auch aufregen.« [...]

Fußnoten zu Fettnäpfchenführer Südafrika. My name is not sisi. Kulturkollisionen x 11:

* Dagegen hilft nur geduldig an jedem Stand »Nein, danke« zu wiederholen. Wenn man nicht reagiert, verlängert sich leider Gottes nur die Dauer der Tonschleife.

** Nicht vergessen: Händler zahlen nicht nur die Kunsthandwerker, von denen sie ihre Waren kaufen, sondern auch eine teure Standmiete und Benzin für die meist langen Anfahrtswege. Sie bauen täglich stundenlang (!) auf und ab und verdienen einen fairen und adäquaten Preis für ihre Waren und Dienstleistungen.

*** Die Immigrationsproblematik in Südafrika: Mindestens sechs Millionen illegale afrikanische Einwanderer leben in Südafrika. Dieser unkontrollierte Zustrom illegaler Einwanderer, die aus lauter Verzweiflung für jeden noch so lächerlich niedrigen Dumping-Lohn bereit sind zu arbeiten, setzt Südafrikas Arbeitslosigkeits-, Kriminalitäts- und Behausungsproblematik zu.

**** Vorurteilsklassiker: der weiße Südafrikaner. Die standardmäßige, erste Assoziation: Rassist. Überzeugt davon sind vor allem Menschen, die a) noch nie, b) sehr lange nicht mehr im Land waren und c) Menschen, die so voreingenommen sind, dass sie - sogar wenn sie dann einmal vor Ort sind - alles dementsprechend deuten. Viel zu oft ziehen Besucher anhand dessen, was sie von zu Hause kennen, Schlüsse über die südafrikanische Gesellschaft. [...]

Dies ist ein Auszug aus dem Buch: Fettnäpfchenführer Südafrika. My name is not sisi. Kulturkollisionen x 11, von Elena Beis.

Buchtitel: Fettnäpfchenführer Südafrika
Untertitel: My name is not sisi. Kulturkollisionen x 11
Autorin: Elena Beis
Typ: Reiseknigge
Verlag: Conbook Medien
6. Auflage, Meerbusch 2013
ISBN 9783943176544 / ISBN 978-3-943176-54-4
Broschur, 13x20 cm, 272 Seiten, 1 Karte

Beis, Elena im Namibiana-Buchangebot

Fettnäpfchenführer Südafrika: My name is not sisi. Kulturkollisionen x11

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