18.02.2013

Geisterschiff vor Lüderitzbucht, Namibia

Geisterschiff vor Lüderitzbucht, Namibia.

Geisterschiff vor Lüderitzbucht, Namibia.

Ein 'Geisterschiff' Frotamerica ist am 15.02.2013 von Lüderitzbucht, Namibia, aus führerlos nach Norden getrieben und liegt nun 16 Seemeilen weiter nördlich gestrandet auf einer Sandbank.

Windhoek/Lüderitzbucht; Namibia: „Wir wissen nicht, woher das Schiff kommt, aber es handelt sich um ein totes Schiff, welches als Schrott nach Indien geliefert werden soll. Es kam ohne Besatzung an Bord hier mit einem Schlepper an und hat sich bei dem starken Wind am vergangenen Freitag losgerissen und ist nach Norden abgetrieben“, sagte eine Angestellte von Namibian Port Authority (Namport) im Hafen Lüderitzbucht auf Nachfrage am Samstag. Woher das Schiff stammt, ist nicht geklärt, aber unbestätigten Quellen zufolge stammt es aus Brasilien. Personen, die namentlich nicht genannt werden wollen, sagten, dass der unbemannte 193 Meter lange und 35000 Tonnen schwere Frachter mit dem Schlepper „Skua“, der allem Anschein nach in Sansibar registriert ist, vor über einer Woche in Lüderitzbucht ankam. Der Schlepper mit dem Frachter an einem Stahlseil blieb weit draußen vor dem Lüderitzbuchter Hafen liegen und sei nach einigen Tagen in den Hafen gekommen. „Unser Schlepper hielt solange die Frotamerica an der Stelle, während der andere Schlepper Treibstoff aufnahm und die Crew wechseln sollte. Irgendetwas war jedoch mit dem Kapitän, der verschwunden war, und die Polizei untersuchte den Vorfall“, so eine Angestellte von NamPort. Die Polizei bestätigte, dass es eine Untersuchung gegeben habe, aber keine Details wurden bekannt gegeben. Am Freitag habe der Schlepper „Skua“ wieder den unbemannten Frachter übernommen und weit vor der Lüderitzbuchter Bucht geankert. Als ein starker Südwestwind aufkam, sei „gegen 14 Uhr die Frotamerica abgetrieben worden. 16 Seemeilen sei das führerlose Schiff nach Norden getrieben und schließlich auf einer Sandbank knapp 60 Meter vom Strand aufgelaufen. Es wird behauptet, dass kein Versuch unternommen worden sei, das Schiff „einzufangen“. Gestern lag die Frotamerica allem Anschein in der Mitte aufliegend an der Küste beim Marschall-Riff, in der Nähe des Anichabstrandes südlich der Inseln Ichaboe und Mercury. Kein Schiff oder Schlepper habe sich dort aufgehalten, um zu sehen ob Öl aus dem Wrack austritt oder wie sich das havarierte Schiff verhält. Naturschützer machen sich große Sorgen, da zahlreiche stark bedrohte Vogelarten, wie Afrikanische Pinguine, Küstenscharben und Kaptölpel, auf den nahegelegenen Inseln und maritimen Naturschutzgebieten leben. Sollte Diesel oder Öl sich noch an Bord befinden und auslaufen, würde der Benguelastrom dieses nach Norden direkt zu den Inseln befördern. Unbestätigten Quellen zufolge soll ein Unternehmen im Hafen Walvis Bay den Auftrag erhalten haben, die Frotameriaca wieder flott zu machen. Es soll sich noch eine Kette mit einem Stahlseil am Bug des Schiffes befinden. Mit diesem sei das Schiff abgeschleppt worden. Der Schlepper, der zuvor das Schiff von einem bisher unbekannten Ort nach Lüderitzbucht geschleppt hatte, soll sich gestern im Hafengebiet von Lüderitzbucht befunden haben. Es sei ein Wunder, dass das führerlos treibende Schiff kein anderes Schiff oder Fischkutter gerammt habe, so einige Lüderitzbuchter.

Dirk Heinrich

Mit freundlicher Genehmigung der Allgemeinen Zeitung in Windhoek (Namibia), veröffentlicht das Namibiana Buchdepot die Pressemeldung: Geisterschiff vor Lüderitzbucht, Namibia.

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