Die Erzbischofsschrift. Antwort eines Deutschen, von Hans Grimm

Die Erzbischofsschrift. Antwort eines Deutschen, von Hans Grimm. Plesse Verlag. Goettingen, 1950

Die Erzbischofsschrift. Antwort eines Deutschen, von Hans Grimm. Plesse Verlag. Goettingen, 1950

Als Antwort auf einen offenen Brief des englische Erzbischofs von Canterbury „an das deutsche Volk“ nach Ende des Zweiten Weltkrieges schrieb Hans Grimm das Buch "Die Erzbischofsschrift: Antwort eines Deutschen".

Hans Grimm  

[...] Wer im Jahre 1945 das hohe Amt des Erzbischofs von Canterbury innehatte, wußte ich nicht. Wohl wußte ich, daß der Erzbischof von Canterbury die größte religiöse und moralische Autorität im Britischen Reiche und wohl auch im kirchlich protestantischen Europa darstelle und daß seine Rundfunkworte für viele zur Neubestätigung oder Leitung ihres Denkens dienen würden. Über die Haltung und die Handlungen des hohen Amtsträgers während der Kriegsjahre hatte ich aus ausländischen Quellen unter anderem erfahren, er habe öffentlich erklärt, Rußland stelle einen demokratischen Staat dar und in Rußland werde das Christentum nicht verfolgt, und er habe ausgesprochen, ehe fünf Jahre nach dem Siege der englischen Waffen verflossen seien, dürfe kein Friede mit Deutschland geschlossen werden, eine Zeit der Vergeltung sei nötig nach allem, was das deutsche Volk getan habe, ehe es wieder als freie Nation anerkannt werden könne, und über die Vergeltung müsse ein Lustrum vergehen. Ich kann die ausländischen Quellen dieser Aussprüche nicht mehr namentlich bezeichnen. Ich hatte über sie nicht die Achseln gezuckt, ich war auch nicht in tiefster Seele empört. Ich sagte mir, selbst der Erzbischof von Canterbury in seiner persönlichen Enthobenheit von den niederen Dingen der Welt ist Mensch und ist Frucht seines Volkes, und dem, das er täglich hört und liest und das durch halbe Wahrheiten und Beziehungen und Wunschbilder belegt erscheint, dem mag auch er im Glauben und Dafürhalten Untertan geworden sein, und womöglich liege eine Verwechslung vor. Um so dringlicher und verpflichtender schien mir, als der erzbischöfliche Amtsträger des Jahres 1945 und der Niederlage uns Deutsche ansprach, daß ihm von einem unabhängigen, zugleich europäischen und deutschen Deutschen aus unserer Benommenheit und erzwungenen Stummheit heraus geantwortet und die Antwort hörbar gemacht werde, hörbar auch für die Jugend unseres eigenen Volkstums, wo sie sich nicht politisch festgerannt hat, wo sie trotz allem, das ihr angetan und auferlegt wurde, nicht Haß, nicht Rache, nicht Vergeltung und nicht Partei, sondern Kenntnis der Ursachen und aus solcher Kenntnis eine bessere Zukunft Europas und der Deutschen sucht. Ich wurde mit der Antwortschrift im April 1946 fertig. Zur Zeit des Abschlusses war das Geschehen in Schlesien, in Pommern, in Ostpreußen und in Teilen der Mark in seiner ganzen Entsetzlichkeit mir noch nicht bekannt, auch hatten wir in Westdeutschland noch keinen rechten Begriff von der Austreibung, Ausraubung und Marterung der eingesessenen altösterreichischen Deutschen aus ihrer uralten böhmischen Heimat. Auch hatten die Nürnberger Prozesse noch nicht eingesetzt und nicht das System der Entnazifizierungen und nicht das politische Spiel mit den Zonen und noch nicht der große Hunger und noch nicht die Demontagen. Ich hätte den also im April 1946 beendigten Teil der Schrift am liebsten in englischer Fassung vorgelegt, aber dann hätte ein Engländer bester Bildung mit mir die Übertragung vornehmen müssen. [...]

Dies ist ein Auszug aus dem Buch: Die Erzbischofsschrift. Antwort eines Deutschen, von Hans Grimm.

Titel: Die Erzbischofsschrift
Untertitel: Antwort eines Deutschen
Autor: Hans Grimm
Verlag: Plesse Verlag
Göttingen, 1950
Originalbroschur, 16 x 23 cm, 232 Seiten

Grimm, Hans im Namibiana-Buchangebot

Die Erzbischofsschrift. Antwort eines Deutschen

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Die "Erzbischofsschrift" ist die Antwort des deutschen Schriftstellers Hans Grimm auf einen als unredlich empfundenen medialen Aufruf des Erzbischofs von Canterbury an die deutsche Nachkriegsbevölkerung von 1945.

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