Afrikanischer Heimatkalender 2009, von Henning Melber et al.

Afrikanischer Heimatkalender 2009. ISBN 9991677496 / ISBN 99916-774-9-6 / ISBN 9783941602168 / ISBN 978-3-941602-16-8

Afrikanischer Heimatkalender 2009. ISBN 9991677496 / ISBN 99916-774-9-6 / ISBN 9783941602168 / ISBN 978-3-941602-16-8

Bilder: Afrikanischer Heimatkalender 2009, herausgegeben von der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Namibia (DELK).

Bilder: Afrikanischer Heimatkalender 2009, herausgegeben von der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Namibia (DELK).

Neben Dr. Henning Melber haben für die Ausgabe Afrikanischer Heimatkalender 2009 weitere namhafte Autoren Beiträge geleistet.

Reinhard Keding  Eberhard Hofmann  Henning Melber  Klaus-Dieter Gralow  

Eberhard Hofmann: Eine Bestandsaufnahme der politisch-gesellschaftlichen Situation in Namibia seit der Unabhängigkeit.

Afrika hat manchen Autor und Journalisten zum bitteren Zyniker gemacht oder ganz aus seinem aktuellen politischen Themenkreis vertrieben. Dazu gehören ein Senior der Zunft, Peter Scholl-Latour, Bartholomäus Grill von der ZEIT, Thomas Knemeyer von der „Welt" und nicht zuletzt der ehemalige Korrespondent der Washington Post, der schwarze US-Amerikaner Keith Richburg, der Anfang der neunziger Jahre nicht nur wegen seines Berufs nach Afrika gekommen war. Auch der langjährige Afrikakorrespondent Wolfgang Drechsler, der am begehrten Standort Kapstadt sitzt, führende deutsche Blätter bedient und die Allgemeine Zeitung von Windhoek nebenbei beliefert, braucht immer wieder eine Auszeit, nicht nur vom Berufsstress, sondern weil die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Afrika erschöpft und die Substanz angreift. Richburg, ein Nachfahre von Sklaven, die vor etwa vier Jahrhunderten die mörderische Passage von Afrika nach Amerika überlebt hatten, wollte Anfang der neunziger Jahre über seinen Beruf hinaus den Kontinent seiner Ahnen einmal kennen lernen und hier irgendwie etwas bewegen. Die meisten Rezensenten haben ihm dann sein Abschiedswerk, seine totale Abkehr von Afrika „Out of America. A black man confronts Africa" (1997) nicht nur deshalb verübelt, weil es auf dem „weißen Massenmarkt" erfolgreich war, sondern weil er, nach seiner tiefen Ernüchterung über den Kontinent, für sich selbst und damit für seine Leser, die wie er privilegiert sind, eine eigene Wahl treffen zu können, keinen anderen Ausweg als die Flucht in den Afropessimismus sieht. Verbittert, weitgehend ohne Hoffnung und weitgehend von Mitleid befreit" kehrt er dem Kontinent den Rücken. Er lässt sich nach Hong Kong versetzen und schreibt Afrika in seinem Buch ab. Was sich seither und bis 2008 allein in der verrannten Sucht nach Machterhalt zugetragen hat, von der Elfenbeinküste über Kenia, Kongo-Kinshasa, Simbabwe, bis zum Ausbruch des Fremdenhasses in Südafrika - um nur einige Beispiele zu nennen - ist nicht dazu geeignet, die Perspektive Richburgs zu korrigieren. Wer den negativen Bildern und Erfahrungen von Afrika aus der Perspektive Richburgs allein mit dem Argument der Komplexität des Kontinents, der überwältigenden Schönheit afrikanischer Natur, mit der Vielfalt seiner Kulturen und der intensiven Sinnlichkeit begegnen will, schottet sich auf der Ebene des nicht betroffenen Touristen ab und verwirkt sein Mitspracherecht aufs Neue, weil diese Herangehensweise die Störfaktoren bewusst zensiert und ausblendet. Jeder Autor wird sowohl nach seiner Erfahrung und aus seiner Zukunftserwartung für den Kontinent insgesamt als auch für das besondere Land einen Rahmen setzen, wie das angesagte Thema „Sind die Situation und die Entwicklung Namibias typisch für Afrika?" zu behandeln ist. In der Apartheidsära war eine unbefangene Bearbeitung einer solchen Themenstellung wegen der damaligen Polarisierung zwischen den Lagern der Anhänger überheblicher Rassenlehren einerseits und der Apartheidsgegner andererseits kaum möglich, weil jede Aussage und Wertung von vornherein entweder als Apologie des einen oder Agitation des anderen Lagers zugeordnet und hinterfragt wurde. Manch Autor wollte sich gern im Spektrum des Übergangs oder in der neutralen Mitte zwischen den beiden Fronten ansiedeln, was schier unmöglich schien. Aber auch heute muss zu dem Thema die Frage gestellt werden, von welcher Warte her der Verfasser das Thema angeht. Arbeitet er sich von außerhalb des Kontinents kommend in das Thema ein oder ist er schon existenziell in die Materie verwickelt, weil Afrika zugleich Wohnort und Heimat ist? Dabei können beide Perspektiven durchaus ihre eigene Objektivität beanspruchen. Der Staat Namibia geht jetzt auf sein 20. Jahr der Souveränität zu und muss sich nach seiner eigenen Verfassung, nach internationalen Normen und im Kontext Afrikas messen lassen, denn das ist der unveränderliche Rahmen seiner Geburtsstunde. Dazu lässt sich eine augenfällige Bilanz aufstellen, mit der Namibia auf den ersten Blick gut dasteht, die jedoch Schattenseiten hat und Gefahrensignale bietet, die auf diesem Kontinent allgemein vorkommen. [...]

Dies ist ein Auszug aus: Afrikanischer Heimatkalender 2009, von Henning Melber et. al.

Titel: Afrikanischer Heimatkalender 2009
Autoren: Christiane Berger; Christian Goltz; Klaus Nürnberger; Eberhard Hofmann; Henning Melber; Naita Hishoono; Harald Klöpper; Kurt Kirschnereit; Wilfried Blank; Karl Sundermeier; Reinhard Keding; Klaus-Dieter Gralow; Irmela Erlank-Rethemeyer
Herausgeber: Informationsausschuss der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Namibia (DELK)
Windhoek, Namibia 2009
ISBN 9991677496 / ISBN 99916-774-9-6 (Namibia)
ISBN 9783941602168 / ISBN 978-3-941602-16-8 (Deutschland)
Broschur, 17x24 cm, 100 Seiten, zahlreiche sw- und Farbfotos

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