Wilhelm Bassermann

Dr. Wilhelm Bassermann (1884-1917) war ein deutscher Agrarökonom und Straußenzüchter auf der Farm Bassermann in Deutsch-Südwestafrika.

Dr. Wilhelm Bassermann (1884-1917) war ein deutscher Agrarökonom und Straußenzüchter auf der Farm Bassermann in Deutsch-Südwestafrika.

Dr. Wilhelm Bassermann (1884-1917) war ein deutscher Agrarökonom und Straußenzüchter auf der Farm Bassermann in Deutsch-Südwestafrika.

Wilhelm Bassermann wurde am 23.10.1884 als zweiter von drei Söhnen des Gelehrten Alfred Wilhelm Bassermann und seiner Ehefrau Marie (geb. Scipio) in Heidelberg geboren. Er studierte, mit zeitlichen Unterbrechungen, während dieser er er sich in den Vereinigten Staaten von Amerika aufhielt, wo er in Arizona Erfahrungen in der Straußenzucht sammelte, Agarökonomie bei Prof. Dr. Friedrich Holdefleiß (1846-1919) und dem Zoologen und Forschungsreisenden Prof. Dr. Willy Georg Kükenthal (1861-1922) an der Universität zu Breslau, wo er im Jahr 1911 über die Straußenzucht promovierte. Seine Doktorarbeit wurde in der Schriftenreihe Süsserotts Kolonialbibliothek unter dem Titel 'Der Strauß und seine Zucht' verlegt und erschien im selben Jahr. Am 13.11.1907 reise er im Auftrag der Liebig-Gesellschaft, die im September 1907 über 200.000 Hektar Land in Deutsch-Südwestafrika für die Produktion von Fleischextrakt erworben hatte, als Leiter des Nordblocks des geplanten Rinder-Farmverbundes in die damalige deutsche Kolonie. Auf der Reise lernte er den Farmer Heinrich Hüttenhain kennen und befreundete sich mit ihm. 1909 besuchte er Hüttenhain auf dessen Farm und schlug ihm eine gemeinschaftliche Bewirtschaftung vor. Das Investitionskapital erbat er sich von seinem Vater, der dieses unter der Auflage, daß Wilhelm Bassermann sein Studium beenden und promovieren sollte, zusagte. Wegen eines Duells, bei dem Bassermann den rechten Ringfinger verlor, verbüßte er ein Jahr Haft auf der Festung Glatz und heiratete schließlich, bevor er Anfang 1912, fast drei Jahre nach seiner Abreise, nach Deutsch-Südwestafrika zurückkehrte. Zwar hatte sich sein Freund und Geschäftspartner Heinrich Hüttenhain inzwischen mit seinem früheren Volontär Mertens einen anderen Teilhaber in den Farmbetrieb holen müssen, hatte mit diesem aber eine Öffnungsklausel für die Beteiligung Bassermanns vereinbart, sollte er je zurückkehren. Die drei Geschäftspartner sprachen daraufhin künftige Vorhaben ab, in deren Folge Wilhelm Bassermann 120.000 Mark in den Aufbau einer Straußenzucht auf der nördlich gelegenen Farm Götterbaum, die später als Farm Bassermann bekannt war, auf eigene Verantwortung und eigenes Risiko investierte. Er errichtete auf dem bereits mit Brunnen erschlossenen Gelände Bewässerungsanlagen, Wohn- und Wirtschaftsgebäude und legte Luzernweiden für die Zuchtstrauße an, die er im südafrikanischen Port Elizabeth für bis zu 20.000 Mark pro Paar einkaufte. Mit seiner Ehefrau, die derweil aus Deutschland angereist war, nahm der Landwirt die Arbeit auf. Während im Vorjahr 1911 für ein Pfund guter Straußenfedern bis zu 2000 Mark gezahlt wurden und mancher Züchter reich geworden war, hatte das Ehepaar weniger Glück. Im Jahr 1913, die Straußenfedern kamen unversehens aus der Mode, ließen die Handelspreise deutlich nach und waren 1914 auf einen Pfundpreis von 80 Mark gefallen. Das Ehepaar Bassermann gab das Unternehmen auf und reiste im Sommer 1914 nach Deutschland, um neue Pläne vorzubereiten. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs fiel mit ihrer Ankunft in der Heimat zusammen. Als Reserveoffizier meldete sich Wilhelm Bassermann bei seiner Einheit und fiel, nach den Angaben seines davon tiefbetroffenen Freundes Hüttenhain, im dritten Kriegsjahr (1917) als Rittmeister eines Dragonerregiments in Flandern. Hans Grimm hingegen berichtete in seinem Südwesterbuch in einem Nebensatz des Kapitel "Fünf Farmen", daß er in Rußland gefallen sei. Eine ungeklärte Verbindung zu Professor Duerden vom Rhodes University College in Grahamstown ist aus Bassermanns Buch abzuleiten, dem er im Vorwort für gewährte Unterstützung dankt. Ob er diesen in früheren Jahren in Südafrika kennengelernt oder ob er mit ihm nur in brieflichen Kontakt gestanden hat, ist derzeit ungeklärt. Die Ehe Bassermanns ist vermutlich kinderlos geblieben. Diese Kurzbiographie befindet sich im Entwurf- und Recherchestatus. Wir veröffentlichen diese Teilergebnisse und Annahmen in der Hoffnung auf Hinweise.


Bassermann, Wilhelm im Namibiana-Buchangebot

Der Strauß und seine Zucht (Süsserotts Kolonialbibliothek, Band 23)

Der Strauß und seine Zucht (Süsserotts Kolonialbibliothek, Band 23)

1911 in der Schriftenreihe Süsserotts Kolonialbibliothek erschienen, war 'Der Strauß und seine Zucht' der erste deutschsprachige Ratgeber für angehende Straußenfarmer.