Die Farmer vom Seeis-Rivier. Ein Kampf um Deutsch-Südwest, von Bernhard Voigt

Die Farmer vom Seeis-Rivier. Ein Kampf um Deutsch-Südwest, von Bernhard Voigt. Ansicht mit dem selten erhalten gebliebenen Schutzumschlag.

Die Farmer vom Seeis-Rivier. Ein Kampf um Deutsch-Südwest, von Bernhard Voigt. Ansicht mit dem selten erhalten gebliebenen Schutzumschlag.

Die Farmer vom Seeis-Rivier. Ein Kampf um Deutsch-Südwest, von Bernhard Voigt. Anischt der Halbleinen-Volksausgabe ohne Schutzumschlag.

Die Farmer vom Seeis-Rivier. Ein Kampf um Deutsch-Südwest, von Bernhard Voigt. Anischt der Halbleinen-Volksausgabe ohne Schutzumschlag.

Bernhard Voigt schrieb diesen einstmals sehr populären Roman, Die Farmer vom Seeis-Rivier, stellvertretend für die zahllosen Lebensgeschichten der Farmer, die zu Zeiten von Deutsch-Südwest-Afrika ihre Lebensgrundlage dort aufbauten.

Bernhard Voigt  

Abschied: Solch ein seltsames Treiben hatte die Farm Omungwe wohl noch nie gesehen. Vier Geschütze standen nebst ihren Proben genau ausgerichtet vor der Veranda; dicht hinter dem Kral weidete eine Riesenherde von Pferden und Maultieren, und überall sah man Soldaten oder Truppenbambusen. Ganz unvermutet war die Batterie aus Okahandja am Nachmittag auf der Farm eingetroffen; selbstverständlich saßen ihre Offiziere als Gäste bei der Familie Parnemann, die aber nicht vollzählig versammelt war, denn Annemie war - natürlich - wieder auf den Viehposten geritten. Heute flatterten nicht leichte Gespräche um den Tisch; ernst waren alle Gesichter, und der Major schüttelte den Kopf. „Ich verstehe immer noch nicht, Heydebreck. Der Häuptling der Bondelswart-Hottentotten stiehlt einem seiner Untertanen einen Hammel; ja, das ist doch natürlich kein Grund zu einem Kriege?" Der Hauptmann zuckte mit den Achseln: „Nicht leicht zu verstehen! Wir selber sind nicht ohne Schuld. Es war unbedingt ein Fehler, diesen Neuling, den Leutnant Jobst, auf einen so heißen Posten zu schicken. Ein tüchtiger Mensch, gewiß, hat sich in China ausgezeichnet, aber von dort hat er auch seine Geringschätzung aller Eingeborenen mitgebracht. Militärisch betrachtet, stehen unsre Nama doch turmhoch über den Chinesen, das wollte er nicht einsehen. Wie es kam? Der Bestohlene beschwerte sich bei Leutnant Jobst, der die Klage annahm und den Häuptling Abraham Christian vor sein Gericht forderte. Der Häuptling erschien nicht; er hatte es nach dem Wortlaut seines Schutzvertrages auch nicht nötig, zeigte jedoch so viel Achtung vor dem Vertreter der deutschen Regierung, daß er, um die Sache aus der Welt zu schaffen, dem Kläger seinen Hammel bezahlte. Jobst bestand nun leider immer noch darauf, den Häuptling vor sich als Angeklagten zu sehen, und wollte ihn mit Gewalt holen. Zwei Mann standen ihm nur zur Verfügung, der Sergeant Snay und der Ansiedler Kuhn. Die beiden verhafteten den Häuptling und zerrten den sich Sträubenden mit Gewalt fort. Mindestens fünfzig Nama sahen entrüstet zu, alle bewaffnet. Kein Wunder, daß es knallte; sämtliche Mitspieler waren sofort tot, Jobst, Snay, Kuhn, wie auch Abraham Christian. Damit war der Aufstand der Bondelswarts entfacht, und schwere Opfer wird es kosten, den Stamm wieder zur Ruhe zu zwingen, denn er zählt mindestens sechshundert Gewehre." - „Das ist nun nicht mehr zu ändern," sagte Parnemann. „Welche Machtmittel stehen uns zur Verfügung?" - „Die dritte Kompanie ist schon dort im Bondelsgebiet, die erste aus Windhuk rückte nach; aber Leutwein scheint die Lage als ernst anzusehen, denn nun haben wir Marschbefehl erhalten, und soviel ich weiß, auch Franke für die zweite Kompanie." Parnemann machte ein sehr betroffenes Gesicht, als er sagte: „Das bedeutet also, daß im ganzen Hererolande nur eine einzige Kompanie zurückbleibt, noch dazu in Outjo, im entlegensten Winkel, von hier aus kaum zu erreichen." - „Ganz richtig, so steht es. Aber es herrscht doch Frieden im Lande, mit Ausnahme des äußersten Südens, und bis dahin sind es tausend Kilometer." Kopfschüttelnd lehnte sich der Major im Sessel zurück, aber er sagte nichts mehr. [...]

Dies ist ein Auszug aus dem Buch: Die Farmer vom Seeis-Rivier. Ein Kampf um Deutsch-Südwest, von Bernhard Voigt.

Buchtitel: Die Farmer vom Seeis-Rivier
Untertitel: Ein Kampf um Deutsch-Südwest
Verlag: C. Bertelsmann
Erstauflage der Volksausgabe
Gütersloh, 1941
Original-Halbleinen, Originalschutzumschlag, 13x19 cm, 440 Seiten

Voigt, Bernhard im Namibiana-Buchangebot

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Die Farmer vom Seeis-Rivier ist ein populärer Roman von Bernhard Voigt aus der Zeit von Deutsch-Südwestafrika.

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