Heinrich Schnee

Dr. Dr. jur. Heinrich Albert Schnee war ein deutscher Jurist, Ministerialbeamter, Politiker und Autor. Er war der letzte Gouverneur der Kolonie Deutsch-Ostafrika.

Dr. Dr. jur. Heinrich Albert Schnee war ein deutscher Jurist, Ministerialbeamter, Politiker und Autor. Er war der letzte Gouverneur der Kolonie Deutsch-Ostafrika.

Dr. Dr. jur. Heinrich Albert Schnee war ein deutscher Jurist, Ministerialbeamter, Politiker und Autor.

Heinrich Schnee wurde am 04.02.1871 als Sohn des Landgerichtsrats Wilhelm Julius Hermann Schnee (1829–1901) und dessen Ehefrau Julie Amalie Emilie Schnee (1840-1907), geborene Scheibe, in Neuhaldensleben geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Nordhausen, studierte er Jura in Heidelberg, wo er Verbindungsmitglied des Corps Rhenania war, in Kiel, sowie Kolonialwissenschaften und Suaheli am Orientalischen Seminar in Berlin. Im Jahr 1893 wurde er promoviert. Nach seiner ersten Anstellung im Auswärtigen Amt (1897-1898) wurde Heinrich Schnee als Kaiserlicher Richter und stellvertretender Gouverneur der Kolonie Deutsch-Neuguinea berufen, im Jahr 1900 als Bezirksamtmann und stellvertretender Gouverneur nach Deutsch-Samoa versetzt. Am 07.11.1901 heiratete Heinrich Schnee die neuseeländische Schauspielerin Ada Adeline Woodhill (1872-1969) in Manhattan, New York, die das Paar im Rahmen einer Urlaubsreise besuchte. Die Ehe sollte kinderlos bleiben. 1904 kehrte Schnee als Legationsrat in der Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes nach Berlin zurück, wurde im Jahr darauf als Kolonialbeirat an der deutschen Botschaft in London, 1906 als Vortragender Rat, 1907 als Dirigent und ab 1911 als Ministerialdirektor und Leiter der politischen und Verwaltungsabteilung im Reichskolonialamt Berlin berufen. Von 1912 bis Ende 1918 bekleidete Heinrich Schnee, der fließend Suaheli sprach, das Gouverneursamt der Kolonie Deutsch-Ostafrika. Als die von Generalmajor Paul von Lettow-Vorbeck geführte Kaiserliche Schutztruppe für Ostafrika am 25.11.1918 die Waffen niederlegte, wurde Gouverneur Heinrich Schnee mit den Angehörigen der Schutztruppe interniert und ab Januar 1919 nach Deutschland repatriiert. In der Nachkriegszeit wurde er für Deutsche Volkspartei (DVP) in den Reichstag gewählt, erhielt 1925 die Ehrendoktorwürde der Universität Hamburg und die Goldene Leibniz-Medaille der Preußischen Akademie der Wissenschaften verliehen. Heinrich Schnee trat 1932 aus der Deutschen Volkspartei (DVP) aus und war von 1933 bis 1945 Mitglied und Reichstagsabgeordneter der NSDAP. Heinrich Schnee fungierte als international anerkannter Repräsentant deutscher Kolonialinteressen und bekleidete zahlreiche Spitzenfunktionen, darunter als Mitglied der Mandschurei-Kommission des Völkerbundes, des Bundes der Auslandsdeutschen (BdA) und der Deutschen Gesellschaft für Völkerbundfragen, der Deutschen Kolonialgesellschaft und der Deutschen Weltwirtschaftlichen Gesellschaft, mußte jedoch auch das stark nachlassende politische Interesse an den früheren Kolonialthemen nach der Machtergreifung 1933, spätestens nach der Gleichschaltung der Kolonialverbände im Jahr 1936, und, damit einhergehend, das Schwinden seines Einflusses zur Kenntnis nehmen. Als ehemaliger Reichstagsabgeordneter der NSDAP wurde Heinrich Schnee nach Kriegsende als "belastet" eingestuft und mit Arbeits- und Publizierverbot belegt. Am 23.06.1949 kam Heinrich Schnee bei einem Verkehrsunfall in Berlin ums Leben und wurde auf dem Waldfriedhof Heerstraße im Berliner Ortsteil Westend des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf beigesetzt. Heinrich Schnee war Autor und Herausgeber etlicher Standardwerke zu den kolonialen Themen seiner Zeit.


Schnee, Heinrich im Namibiana-Buchangebot

Das Buch der deutschen Kolonien

Das Buch der deutschen Kolonien

Das Buch der deutschen Kolonien erschien 1937 im Goldmann-Verlag.