Namibia: Geologisches Wunderland, von Nicole Grünert

Namibia: Geologisches Wunderland, von Nicole Grünert. Padlangs Publications CC. Windhoek, Namibia 2015. ISBN 9789994579761 / ISBN 978-99945-79-76-1

Namibia: Geologisches Wunderland, von Nicole Grünert. Padlangs Publications CC. Windhoek, Namibia 2015. ISBN 9789994579761 / ISBN 978-99945-79-76-1

Der geologische Reiseführer für Namibia der Autorin und Geologin Dr. Nicole Grünert, Namibia: Geologisches Wunderland, wurde im Jahr 2014 durch den namibischen Verlag Padlangs Publications veröffentlicht.

Nicole Grünert  

Die Damara-Sequenz: Hochgebirge in Namibia

Die bedeutenste geologische Einheit Namibias ist die Damara-Sequenz. Gesteinsablagerungen dieses Zeitabschnitts sind zusammen mit den geologisch verwandten und zeitgleich gebildeten Gariep- und Nama-Gruppen in den meisten Landesteilen zu finden. Wirtschaftlich betrachtet beherbergen sie zahlreiche Erz- und Uranvorkommen in den verschiedensten Landesteilen. So sind z. B. die Erzvorkommen der Rosh-Pinah- und Skorpion-Minen im Sperrgebiet, die Navachab- und Otjikoto-Goldminen, zahlreiche Uran-Minen, z. B. Rössing und Husab, sowie die weltberühmte Tsumeb-Mine in damarazeitlichen Gesteinen zu finden. Zu Beginn der damarazeitlichen Entwickung vor etwa 900 Millionen Jahren waren die Urbausteine Namibias, der Kalahari- und der Kongo-Kraton, Teil des sogenannten Rodinia-Kontinents (siehe Kapitel 1). Dieser Superkontinent, welcher von ca. 1.200 bis 900 Millionen Jahren existierte, war der Vorläufer des bekannten Gondwana-Kontinents. Schon zu dieser Zeit waren alle damals existierenden Kontinente zu einer großen Landmasse zusammengeschlossen. Der Rodinia-Kontinent bestand nur kurz und zerfiel sehr schnell wieder in kleinere Einheiten. Dazu bildeten sich im zentralen Bereich des heutigen Namibias zwei kontinentale Grabenbrüche aus. Die Entstehung dieser Gräben (Rifts) vollzog sich in ähnlicher Weise, wie wir es heutzutage vom Ostafrikanischen Rift her kennen. Für mehrere Millionen Jahre dienten diese kontinentalen Senken als Sammelbecken für unterschiedlichstes Sediment-Material wie Flussablagerungen oder Sande, aus denen sich später Konglomerate, Sandsteine oder Quarzite bilden konnten. Zusätzlich trat an den Grabenschultern lokal Vulkanismus auf. Vor ca. 730 Millionen Jahren wurde die Welt von einem katastrophalen Ereignis erschüttert, der ersten sogenannten Schneeball-Erde Periode (siehe Kapitel 19). Während dieser Zeit soll für mehrere Millionen Jahre die gesamte Erde komplett vergletschert gewesen sein. Nach dem Abschmelzen der alles bedeckenden Gletscher kam es durch die enormen Mengen an Schmelzwässern zu großräumigen Überflutungen, wobei in tiefen Meeresarmen Karbonate und weitere Sedimente gebildet wurden. Kaum 100 Millionen Jahre später, vor ca. 635 Millionen Jahren, erfasste eine weitere weltweite Eiszeit das Gebiet des heutigen Namibias, deren Ablagerungen noch an vielen Stellen des Landes zu finden sind (Abb. 2.1). Die namibischen Gesteinsvorkommen aus dieser weltweiten Eiszeit haben wesentlich zur Entwicklung der sogenannten Schneeball-Erde-Theorie beigetragen. Durch fortschreitende Ausdehnung der kontinentalen Kruste in den beiden Gräben wurde die Kruste immer weiter ausgedünnt, bis sie vor etwa 625 Millionen Jahren im südlichen Graben komplett aufbrach. Mit fortschreitender Entwicklung und anhaltender Absenkung bildete sich dort, im sogenannten Khomas-Trog, ein basaltischer Ozeanboden aus. Das Gebiet wurde vom Khomas-Meer überflutet. Auf dem Meeresboden lagerten sich im Laufe der Jahrmillionen kilometerdicke tonige Sedimente ab, die später, während der Damara-Gebirgsbildung, zu Glimmerschiefern umgewandelt wurden. Noch heute bauen die mächtigen Glimmerschiefer-Serien, die im Gebiet um die Hauptstadt Windhoek weitverbreitet sind (Abb. 2.2), zahlreiche Landstriche Zentral-Namibias auf (Abb. 2.3 und 2.4). Selbst der alte Ozeanboden ist noch an einigen Stellen im Land und auch rund um Windhoek erhalten. So steht zum Beispiel die Windhoker Feuerwache auf diesem alten vulkanischen Untergrund (Abb. 2.5.a+b). Ebenso sind die Erzvorkommmen der nahegelegenen und im Abbau befindlichen Matchless- und Otjihase-Minen an diese alten vulkanischen Ablagerungen gebunden. [...]

Dies ist ein Auszug aus dem Buch Namibia: Geologisches Wunderland, von Nicole Grünert.

Titel: Namibia. Geologisches Wunderland
Untertitel: Eine geologische Reise
Autorin: Nicole Grünert
Verlag: Padlangs Publications CC
Windhoek, Namibia 2015
ISBN 9789994579761 / ISBN 978-99945-79-76-1
Kartoneinband, 18 x 25 cm, 219 cm, durchgehend Farbfotos, Abbildungen und Kartenskizzen

Grünert, Nicole im Namibiana-Buchangebot

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