Die schönsten afrikanischen Tiergeschichten und Gedichte, von Anne Maag

Die schönsten afrikanischen Tiergeschichten und Gedichte, von Anne Maag. Kuiseb-Verlag. Windhoek, Südwestafrika 1986. ISBN 094999541X / ISBN 0-949995-41-X

Die schönsten afrikanischen Tiergeschichten und Gedichte, von Anne Maag. Kuiseb-Verlag. Windhoek, Südwestafrika 1986. ISBN 094999541X / ISBN 0-949995-41-X

Die Farmerin Anne Maag schrieb das hier in der ersten Auflage von 1986 vorgestellte Buch 'Die schönsten afrikanischen Tiergeschichten und Gedichte', (Neubearbeitung und Maag-Biographie von Lisa Kuntze).

Anne Maag  

[...] Es ist Sonntag heute und alles ruhig um uns her. Der Farmbesitzer ist nicht zu Hause und die paar Buschleute feiern Sonntag ohne viel Lärm. Wind kommt auf und macht die starke Sonnenbestrahlung angenehmer. Er ist milde und er wirkt deshalb wie ein Fächer auf den erhitzten Körper. Am kleinen Feuer hockt unser Junge und kocht für uns und für sich und die Hunde, die stets mit uns sind, wenn es auf Pad geht. Es sitzt sich schön im Schatten des Nonibaumes, den Blick auf die blaue Ferne. Niemand, außer Buschleuten, wohnt dort, nur ihnen und dem Wild ist das Veld vertraut. Jahrhundertelang von Menschenhand unberührt liegt es da. Wind und Sonne spielen mit dem Sand. Kameldornbäume wachsen langsam, zeitlos - und sterben wieder ab; ausgedehnte, wochenlang anhaltende Grasbrände, weithin lohend in der Nacht, sind der Verderb, der Tod der alten Riesen. Meistens werden die Feuer von Buschleuten mit Absicht herbeigeführt, denn durch sie wird ihr spärlicher Kosttisch bereichert. Auf dem grünen Gras, das nach kurzer Zeit auf den abgebrannten Flächen hervorsprießt, äsen dann Gemsböcke und Gnus, Springböcke und kleine Antilopen, die der anschleichende Buschmann mit Giftpfeil und Assagai jagt. Jungfräuliche Natur in Kampf und Sieg und Leiden! Sie lockt einen in immer fernere Weiten, in blauende Steppen, von Sonnen beschienen -lockt in Tod und Untergang, den, der sie betritt, ohne Ehrfurcht vor ihrer Größe zu haben. Solchem Eindringling versagt sie sich, ist hart und unnachgiebig. Spärlich nur sind Feldfrüchte, Wasser auf Meilenweite nicht zu finden. Qualvollem Durst steht er gegenüber, läuft bald im Kreise herum ohne Richtung halten zu können und stirbt, wenn er nicht zeitig gefunden wird, schrecklichen Tod. Unbarmherzig kann sie sein, die große Steppe! Sie weiß ihre Grenzen wohl zu wahren! Auf die einzigen menschlichen Bewohner, die Buschleute, kann sie sich verlassen; sie verraten nie oder nur äußerst selten die kleinen, schmutzigen Wasserlöcher, woraus sie sich in trockenen Monaten ihren geringen Bedarf an Wasser nehmen. Oft nur durch ein Saugrohr, in das sie als Filter eine Feder gesteckt haben. Endlos weitet sich das Land in der Mittagssonne. Die warme Luft flimmert und zittert über sie hin. Fast leblos kommt einem die Steppe vor, alles Getier flüchtete vor den heißen, sengenden Strahlen des Lichtes. Es hat sich niedergetan und schläft. Früh nachmittags erreichen wir das Vley, machen das Lager im dichten Busch. Kein andrer Laut, als das Summen und Zirpen von Fliegen und Käfern. Es ist beinahe windstill. Außer der Päd, die durch die Gegend führt, ist nichts, was an Menschen erinnert. Tiefe Ruhe. In den Büschen glitzern Spinnwebfäden, kaum merkliches Leben ist in ihnen; die Spinnerin hat ihr Nest vollendet und wartet nun auf Beute. Gegen Abend verbergen wir uns hinter dem Arubusch dicht am Vley. Es kommen einige Tauben, sichern auf den Büschen ringsum, fliegen zum Wasser und wieder hinweg. [...]

Dies ist ein Auszug aus dem Buch: Die schönsten afrikanischen Tiergeschichten und Gedichte, von Anne Maag.

Buchtitel: Die schönsten afrikanischen Tiergeschichten und Gedichte
Autorin: Anne Maag
Genre: Erinnerungen, Gedichte
Neubearbeitung: Lisa Kuntze
Illustration: Ute Remmert
Verlag: Kuiseb-Verlag
Windhoek, Südwestafrika 1986
ISBN 094999541X / ISBN 0-949995-41-X
Originalleineneinband, 15 x 22 cm, 99 Seiten, zahlreiche, teils farbige Illustrationen

Maag, Anne im Namibiana-Buchangebot

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