11.02.2019

Wolkenbrüche in Namibia fordern ein Menschenleben

Auto- und Oldtimerfreunde treffen sich auf dem Vereinsgelände des Old Wheelers Club of Namibia in Windhoek. Foto: Old Wheelers Club

Schwere Wolkenbrüche im Süden Namibias fordern ein Menschenleben. Foto: Old Wheelers Club

Im Süden Namibias haben Wolkenbrüche zwischen dem 08. bis 10.02.2018 verheerende Überschwemmungen verursacht und ein Menschenleben gefordert. Ein 22-Jähriger ist bei der Hobas Lodge im Fisch-Fluss ertrunken, bei Maltahöhe wurden Bäume entwurzelt.

Nach einer mehrere Jahre andauernden Dürre gab es am Wochenende in großen Teilen des südlichen Namibias überdurchschnittliche Niederschläge. Mancherorts regnete der Jahresdurchschnitt in weniger als 24 Stunden. Die Wassermassen unterspülten einige Straßen und forderten ein Menschenleben. Wie die Nachrichtenagentur Nampa unter Berufung auf Polizeiangaben berichtete, war der 22-Jährige Ben Henry Markus mit Bekannten bei der Hobas Lodge von Namibia Wildlife Resorts zelten. „Er hat in einem Zelt im Rivier-Bett geschlafen, als er am Freitag gegen 21:00 Uhr von den steigenden Wassermassen fortgerissen wurde“, heißt es. Acht Leute seien aus dem Rivier gerettet werden. Markus Leiche sei am nächsten Morgen gefunden worden. „Es waren schlimme Wolkenbrüche“, sagte Ronelle Marais von Grünau Chalets & Camping gestern der AZ. Dort habe sie am Wochenende (von Freitag bis gestern) 46 Millimeter gemessen. „In meinen acht Jahren, in denen ich hier wohne, habe ich noch nie so viel Regen auf einmal erlebt“, sagte sie. Über Regenmessungen bei Ai-Ais bzw. bei der Hobas Lodge konnte sie keine Angaben machen, das Telefon dort blieb unbeantwortet. „Die Straße dorthin (C10) ist mit einem Pkw nicht mehr befahrbar“, erklärte sie. Auch die Fernstraße B1 sei an manchen Stellen unterspült. „Sie ist noch langsam befahrbar“, warnte sie Autofahrer. Rekordverdächtige Niederschläge wurden am Wochenende auch bei Aroab (über 160mm) und Ko?s (123mm) gemessen, teilte Hitradio mit und berief sich dabei auf Angaben von Hörern. „Es standen richtig große, dunkle Wolken in der Richtung“, sagte Christian Otto von der Farm Kachauchab der AZ. Auf seiner Farm nahe Maltahöhe habe Otto stellenweise zwischen sechs und 50mm gemessen. „Es ist einfach toll. Ohne den Regen wären wir auf unser viertes Trockenjahr zugegangen“, sagte er. Der Regen bei Maltahöhe sei von einem starken Sturm begleitet worden. „In Maltahöhe wurden das Dach des Hotels abgerissen und einige Bäume entwurzelt“, fügte Otto hinzu. Auch beim Hotel blieb das Telefon gestern unbeantwortet. Indes hat der Naute-Damm bei Keetmanshoop guten Zufluss bekommen. Stand der Pegel am Freitag noch bei 61,7 %, war dieser laut NamWater gestern um 12 Uhr auf 98,7% gestiegen. „Die Schleusen haben wir noch nicht geöffnet“, teilte eine NamWater-Sprecherin mit. Angaben über den Pegel des neuen, fertiggebauten Neckartal–Damms gab es gestern keine. „Bei Tses haben wir gestern den Pegel des Fisch-Flusses, der in den Damm fließt, bei 0,72 Meter gemessen“, so eine NamWater-Sprecherin.

Erwin Leuschner

Mit freundlicher Genehmigung der Allgemeinen Zeitung in Windhoek (Namibia), veröffentlicht das Namibiana Buchdepot die Pressemeldung: Wolkenbrüche in Namibia fordern ein Menschenleben.

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