17.02.2016

Katastrophale Zustände im Etoscha-Nationalpark

Katastrophale Zustände im Etoscha-Nationalpark. Greift Staatsekretär Pohamba Penomwenyo Shifeta 2016 durch?

Katastrophale Zustände im Etoscha-Nationalpark. Greift Staatsekretär Pohamba Penomwenyo Shifeta 2016 durch?

In einem Leserbrief äußert sich der der Swakopmunder Bernd Seefeldt über die katastrophale Zustände im Etoscha-Nationalpark und seine Hoffnung, daß mit Staatssekretär Pohamba Penomwenyo Shifeta, der erste namibische Offizielle, der sich glaubhaft betroffen über die völlig verkommenen Verwaltungs- und Dienstleistungsstrukuren des früheren Vorzeigeparks Namibia gezeigt hat, die Chance zu einem gründlichen Aufräumen gegeben ist.

Die Situation ist noch alarmierender, als das, was ans Licht kam: Der Vorzeigepark des namibischen Naturschutzes wurde mit stillschweigendem Wissen der Regierungsstellen geplündert. Hoffentlich gehört das nach dem Besuch des Ministers der Vergangenheit an, denn wie muss es erst woanders aussehen? Wir brauchen ein Umweltministerium (MET), das dem EMA (2007/12) Leben einhaucht und nicht weiter ignorant vor sich hin döst. Seit der Staatsgründung ist die organisierte Wilderei unterschätzt worden, ob in Hegegebieten, Staatsforsten oder sonstwo. Jahrelang haben die Verantwortlichen zuständiger Dienststellen ihren Kopf in den Sand gesteckt, aber auch die Geschädigten duldeten zuviel. Eine verbreitete vordergründige Entschuldigung bei deutschen Namibiern heißt: „Es hilft alles nichts, was wir tun, wir sind doch nur eine Minderheit. Demokratie ist Afrika fremd.“ Wie kann uns dann noch die Zurückhaltung der Jugend in der Politik wundern? Jahrelang haben namibische Präsidenten mit ihrem Gefolge regelrechte Jagdzüge im Etoscha-Park veranstaltet und vielleicht noch den Anwohnern das Fleisch geliefert. Welch ein Vorbild? Wie ernsthaft ist die offizielle Begründung von Fleischbeschaffung für Bewohner, wo es in Dürrezeiten keinen Mangel an Rindfleisch gibt? Erst durch die Beschwerden von Touristen und Reisebegleitern bei Parkoffiziellen kamen die Gesetzesverstöße, die Eingeweihten längst bekannt waren, ans Licht. Publik wurde auch die Nashornwilderei, allerdings ohne Erfolg. Spätestens seit 2013 erhielt die Presse soviel Bildmaterial und Berichte über leidendes Wild in Drahtschlingen, dass auch die breite Öffentlichkeit informiert war. Selbst Bürger, die dem Umweltministerium das Beweismaterial vorlegten, wie zu Verfall von Toiletten, nächtlicher Lärmbelästigung seitens des Personals, Einlass von Haustieren in den Park bewirkten keine Besinnung der Verantwortlichen. Im März 2015 legte ein Bürger das gesammelte fotografische Material der ACC vor und erhob Anklage gegen MET wegen korrupter Dienstaufsicht, Duldung anhaltenden Gesetzesbruches und folglich der Plünderung natürlicher Ressourcen im Etoscha-Nationalpark zur Bereicherung einzelner Personen, privater wie Staatsdiener. Die eingereichte Klage wurde weitergeleitet und im September 2015 kam die schriftliche Antwort mit Dankschreiben vom Staatssekretär. Erst jetzt, in der ersten Woche von 2016, hat sich Shifeta persönlich vor Ort informiert, nachdem er bereits die Wilderei als besiegt erklärt hatte. Er ist der erste Minister, der zugibt, dass Parkregeln nicht eingehalten werden! Am meisten schockierten ihn die Spelunken (Shebeens), die Anzahl Spielautomaten (gambling machines), der Drogenverkauf an Kinder und die im Park gehaltenen Haustiere, neben der Anzahl von Illegalen (squatting), obwohl alle Familienmitglieder von Angestellten, wenn auch nur zu Besuch, einer Zustimmung bedürfen. Shifeta konnte nicht verstehen, wie Spielautomaten hineingebracht werden konnten, wo doch alle Fahrzeuge vermeintlich an den Einfahrtstoren zu untersuchen sind. So einseitig bevorzugend die Politik der herrschenden Regierung auch war, so ist eine erfreuliche Veränderung seit 2015 doch spürbar. Aber ohne kluge Kontrolle mit daraus folgenden Konsequenzen wird die Bereicherung Einzelner anhalten und die Armen ärmer werden.

Bernd Seefeldt, Swakopmund

Mit freundlicher Genehmigung der Allgemeinen Zeitung in Windhoek (Namibia), veröffentlicht das Namibiana Buchdepot die Pressemeldung: Katastrophale Zustände im Etoscha-Nationalpark.

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