25.07.2013

Das Wrack der Bom Jesus vor der Küste Namibias

Das Wrack der Bom Jesus vor der Küste Namibias. Die versunkenen Schätze der Bom Jesus, Sensationsfund eines Indienseglers aus der Frühzeit des Welthandels.ten.

Das Wrack der Bom Jesus vor der Küste Namibias. Die versunkenen Schätze der Bom Jesus, Sensationsfund eines Indienseglers aus der Frühzeit des Welthandels.

Im Jahre 1533 kämpft sich ein kleines, vom Sturm schwer beschädigtes portugiesisches Schiff mit dem Namen Bom Jesus allein durch die aufgepeitschte See. Vor der Südküste des heutigen Namibias versinkt das Wrack in den Fluten.

Fast fünf Jahrhunderte später gibt der trockengelegte Meeresboden im heutigen Diamantsperrgebiet sein lang gehütetes Geheimnis preis. Das Geheimnis eines einzigartigen Fundes in Namibia wurde 2012 gelüftet. Warum ist das portugiesische Handelsschiff Bom Jesus vor der namibischen Küste gestrandet? Wann ist dieses Unglück geschehen und welcher Hafen wurde angesteuert? Diese Fragen und noch viele mehr werden in dem aufwändig recherchierten Buch Die versunkenen Schätze der Bom Jesus: Sensationsfund eines Indienseglers aus der Frühzeit des Welthandels beantwortet. Die Autoren sind Dr. Wolfgang Knabe, der den Aufbau des Fernhandelsmuseums Mercateum realisierte und Dr. Dieter Noli, wissenschaftlicher Entdecker und Leiter der Ausgrabung des Handelsschiffes Bom Jesus. Dieses Buch ist etwas für Jedermann, seien es Wissenschaftler, Historiker oder Schüler. Auf 283 Seiten - die viele Fotos, Karten und Zeichnungen enthalten - wird die Geschichte der Bom Jesus wiedergegeben. Im Detail erklären die Autoren, wie sich der Fund vor über fünf Jahren im Diamantgebiet von Namdeb immer mehr als ein Sensationsfund entpuppte. Dies wird anhand von etlichen Fakten belegt. So gab es beispielsweise einen Augenzeugen, der damals den Untergang zu sehen geglaubt hatte. „Fahre niemals in der Nähe der Tristan-da-Cunha-Inseln, da es dort sehr starke Winde gibt, so dass es einem wie der Bom Jesus wiederfahren könnte, die durch das Wetter und das Meer verschluckt wurde“, schrieb Diogo Afonso im Jahre 1535. Es war ein Seemann auf einem Schiff einer Flotte, zu der die „Bom Jesus“ gehörte - die Flotte war auf dem Weg zur Insel Goa. Am 25. Oktober 1533 traf die übrige Flotte in Goa ein und „bringt die Nachricht vom Untergang der Bom Jesus nahe der Inselgruppe Tristan da Cunha mit“. Eindrucksvoll an diesem Buch ist die Vielfalt an Theorien, mit denen die Autoren versuchen, das Schicksal der „Bom Jesus“ zu erklären. So wurde vor fünf Jahren an Namibias Küste auch ein Schuh eines Mannes mit dessen konservierten Fußknochen gefunden - die Ursache mag Quecksilber sein. Denn: Die Bom Jesus hat mit etwa 1,5 Tonnen Quecksilber ihren Heimathafen verlassen und „wird Quecksilber auf einer so langen Fahrtstrecke falsch gelagert, sind Beschädigungen der Transportbehälter und daraus resultierende akute Vergiftungen unausweichlich“. Genauso haben die Autoren festgestellt, dass die Bom Jesus während eines Sturms ihren Fock- und Großmast verloren hat. „So kommt die Bom Jesus wegen ihrer kleinen Segelfläche am Besanmast nur noch langsam der Küste näher, während sie vom Benguelastrom Stunde um Stunde mit bis zu zwei Knoten nach Norden versetzt wird“, heißt es. Wenige Kilometer nördlich vom Oranje-Fluss soll das Schiff breitseits auf ein Riff aufgesetzt haben, ein Untergang sei daher unausweichlich gewesen. Nach dem Untergang des Schiffes fragt sich bestimmt so mancher, was wohl aus der übrigen Crew geworden ist. Hier haben die Autoren eine mögliche Theorie: Es könnten „Strandläufer“ geworden sein. 246 Jahre nach dem Schicksal der „Bom Jesus“ entdeckte Colonel Robert Jacob Gordon als erster Europäer den Oranje-Fluss. „Er beschreibt seine Entdeckung erster menschlicher Fußspuren, die zu einem Lager der Strandläufer-Hottentotten führen.“ Und er beobachtet etwas Merkwürdiges: „Sie hatten ein Kind dabei, welches wie ein Mischling von einem Sklaven aussah, da seine Haare - obwohl wollig - mehr lockig als die der anderen Hottentotten waren.“ Die versunkenen Schätze der Bom Jesus ist ein Buch, das sich mit wachsender Spannung lesen lässt, man kann es nicht weglegen. Obwohl die Bom Jesus im Vordergrund steht, erfährt der Leser auch viel über ihre Ladung und woher diese genau stammte. Vor allem die Geschichte der reichen Handelsfamilie Fugger wird auf mehreren Seiten detailliert erklärt. Schließlich hat die Bom Jesus etliche Tonnen Kupfer transportiert, auf jedem einzelnen ist das Handelszeichen der Fugger eindeutig zu erkennen.

Erwin Leuschner

Mit freundlicher Genehmigung der Allgemeinen Zeitung in Windhoek (Namibia), veröffentlicht das Namibiana Buchdepot die Pressemeldung: Das Wrack der Bom Jesus vor der Küste Namibias.

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