Wildes Herz von Afrika: Der Selous - traumhaftes Wildschutzgebiet, von Rolf D. Baldus

Wildes Herz von Afrika: Der Selous - traumhaftes Wildschutzgebiet, von Rolf D. Baldus et al. Verlag: Kosmos. Stuttgart, 2011. ISBN 9783440127896 / ISBN 978-3-440-12789-6

Wildes Herz von Afrika: Der Selous - traumhaftes Wildschutzgebiet, von Rolf D. Baldus et al. Verlag: Kosmos. Stuttgart, 2011. ISBN 9783440127896 / ISBN 978-3-440-12789-6

Herausgeber Rolf D. Baldus und weitere ehemalige Berufstätige im Selous Game Reserve schildern in Wildes Herz von Afrika: Der Selous - traumhaftes Wildschutzgebiet die über 100-jährige Geschichte des Selous Wildschutzgebietes und stellen das erfolgreiche Wildtiermanagement mit dem Baustein nachhaltiger Jagd dar.

Rolf D. Baldus  

Die Wilderer und ihre Jäger: ein Kampf, der niemals endet (Ludwig Siege)

Rolf Baldus und ich sitzen unter einer Akazie, um der brennenden Mittagssonne zu entgehen. Die Trockenzeit ist auf ihrem Höhepunkt. Die Erde ist schwarz, weil vor Kurzem ein Feuer hier durchgegangen ist. Auch wir sind schwarz von der Asche. Unsere Gewehre lehnen am Baumstamm und unsere Wasserflaschen sind leer. Gonabis ist totenstill. Nichts bewegt sich in der flimmernden Hitze. Tiere und Menschen suchen den Schatten. Der Busch hier ist offen und unsere Sicht wird nur durch die gleißende Sonne behindert. Im Norden können wir die Uluguru-Berge und im Süden die Galeriewälder des Flusses Mgeta sehen, der Nordgrenze des Selous. Plötzlich ist da eine Bewegung: einige braune und schwarze Flecken. Rolf steht langsam auf und hebt sein Fernglas. „Büffel", sagt er. Ich kann das nicht glauben. In dieser Hitze würde jeder Büffel, der bei Sinnen ist, im Schatten liegen und vor sich hindösen. „Sicher Gnus", meine ich, „davon gibt es eine Menge hier". „Nein!", widerspricht er, „komm und schau selbst!" Durch das Fernglas sehe ich eine Büffelherde auf uns zutrotten. Bald erkennen wir, dass es sich um etwa 50 Tiere handelt. Vorneweg einige Bullen, dahinter Kühe mit Kälbern. Aber warum in alles in der Welt sind sie zu dieser Tageszeit auf den Läufen? Irgendetwas muss sie aufgescheucht haben. Wilderer? Eher unwahrscheinlich um die Mittagszeit. Zudem wird hier hauptsächlich mit Schlingen gewildert. Wir sind jetzt voll wach und glasen die Umgebung der Herde ab. Einige kleine braune Tiere folgen der Herde, als ob sie ebenfalls von irgendetwas Unsichtbarem gejagt würden. Bohor-Riedbock? Sehr häufig hier. „Nein!", ruft Rolf. „Das sind Hunde!" Die Büffel, noch 500 Meter von uns entfernt, halten direkt auf uns zu, wobei sie schwarze Aschewolken hochkicken. Wir versuchen vergeblich, uns hinter dem dünnen Baumstamm zu verbergen, an dem die Gewehre lehnen. Jetzt sehen wir einige Männer hinter den Hunden, mit Speeren bewaffnet. Die kleinen, meist ockerfarbigen Dorfhunde jagen stumm, offensichtlich sind sie gut trainiert. Die Büffel, besonders die Kälber, sind sichtlich erschöpft. Wir sehen die heraushängenden Zungen. Eine kleine Gruppe, eine ältere Kuh mit Kalb und drei halbwüchsige Büffel, hängen zurück. Die Wilderer versuchen, sie von der Herde abzuschneiden. Wir haben einen Tribünenplatz für das, was nun geschieht. Die Wilderer, sechs junge Männer mit ihren Hunden, schaffen es, die fünf von der Hauptherde zu trennen, die uns in ca. 100 Metern Entfernung passiert. Die fünf Tiere mit den Wilderern laufen jedoch direkt auf unseren Baum zu. Sie sind viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um die zwei ungedeckten „Wazungu" zu sehen. Wir haben die Gewehre schussbereit. Die Büffel, nun völlig erschöpft, trotten in kaum 30 Metern Entfernung an uns vorbei, dicht gefolgt von den Hunden. Die Wilderer sind jung und offensichtlich fit. Sie müssen mittlerweile mehrere Kilometer in der Mittagshitze gerannt sein und scheinen immer noch in guter Form. Wir bedauern nun, die Scouts mit unserem Wagen nach Matambwe geschickt zu haben, um ein Treffen mit Dorfvertretern zu organisieren und eine Scout-Patrouille zur Selous-Nordgrenze zu transportieren. Da die Wilderer keine Schusswaffen bei sich haben, hoffen wir, sie zu überraschen und ohne Widerstand festnehmen zu können. Aber einer der Hunde verrät uns. Er bleibt plötzlich stehen und blickt in unsere Richtung, gefolgt von einem der Wilderer. Selten haben wir eine solche Furcht in einem Gesicht gesehen. [...]

Dies ist ein Auszug aus: Wildes Herz von Afrika: Der Selous - traumhaftes Wildschutzgebiet, von Rolf D. Baldus.

Titel: Wildes Herz von Afrika
Untertitel. Drei Jahrzehnte Jagd in Afrika
Herausgeber: Rolf D. Baldus
Autoren: siehe Inhaltsverzeichnis
Genre: Jagderlebnisse, Jagdökologie, Regionenporträt
Verlag: Kosmos
Stuttgart, 2011
ISBN 9783440127896 / ISBN 978-3-440-12789-6
Kartoneinband, 22 x 28 cm, 268 Seiten, 277 Farbfotos, 27 sw-Fotos, 66 Farb- und 11 sw-Zeichnungen

Baldus, Rolf D. im Namibiana-Buchangebot

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