Vom Schutzgebiet bis Namibia 2000, von Klaus A. Hess und Klaus J. Becker

Vom Schutzgebiet bis Namibia 2000, von Klaus A. Hess et al. ISBN 9783933117236 / ISBN 978-3-933117-23-6

Vom Schutzgebiet bis Namibia 2000, von Klaus A. Hess et al. ISBN 9783933117236 / ISBN 978-3-933117-23-6

62 Beiträge zur älteren und jüngeren Geschichte bis 2000, stellt das ehemalige deutsche Schutzgebiet, das heutige Namibias vor.

Udo Hermann Weck  Otto Wipplinger  Klaus Dierks  Adelheid Lilienthal  Lisa Kuntze  Erika von Wietersheim  Marga Vaatz  Gerhard Tötemeyer  Eberhard Hofmann  Sven-Eric Kanzler  Gunter von Schumann  Dieter Esslinger  Volker Grellmann  

Erträumt, bewegt und erlebt: Auch ein Vorwort von Eberhard Hofmann

Manche Dinge sind hier verhext, geradezu vertrackt. Oder nicht? Das Gegenteil trifft zu, folgt sofort der Widerspruch. Der Feenstab habe sie angerührt und daher verzaubert. Genauso verhält es sich mit der Existenz in Namibia, mit dem Erlebnis Namibia. Fast nichts ist so, wie man meint, es hätte sein müssen. Immer wieder wollen die Dinge von Neuem betrachtet werden. Der erste Anlauf genügt nie. Nach 17 Jahren trifft die erste Auflage dieses Buches einfach nicht mehr zu. Namibia hat inzwischen ein neues Gefüge, einen selbst gewirkten Rahmen, der sich noch ändert. Aber Altes wirkt im Neuen nach und bietet eine Verständnishilfe für die Zukunft. Auch deshalb ist eine zweite Auflage notwendig geworden. Im Grasmeer am Marienfluss im Kaokoveld haben sie getanzt - die Hexen. Tausende kreisrunder, kahler Flecken haben sie dort hinterlassen - Hexenringe also. Ebenso liest man bei Wolwedans am Rande der südlichen Namib ihre magischen Spuren im Sand. Fast nichts ist so, wie man meint, es erfahren zu haben, denn an der Blutkuppe in der mittleren Namib sind die Ringe nicht kahl. Auf völlig öder Kiesfläche finden sich diesmal ausgeprägte Grasringe als Positiv zum Negativ des Hechsenrings des Kaokovelds und von Wolwedans. Aus kahler Kiesfläche sprießt fleckenweise runder Graswuchs: Feenkreise. Es muss mit Zauber zu tun haben, weil diese Grastupfen Leben darstellen, wo die Wüste ansonsten kein Leben duldet. Man weiß nicht mehr, was man glauben soll. Einmal bemühen Theoretiker nicht nachgewiesene Meteoriten und sonstige Außerirdische, die solche Kreise hinterlassen hätten. Die Landeskenner rufen wiederum Termiten, Wolfsmilchbüsche und Zebras an, das Phänomen der kahlen Ringe zu deuten, derweil die vollen Grastupfen gleichen Maßes jegliche Auslegung wieder auf den Kopf stellen. Die Theoretiker kommen nicht voran, schauen in die untergehende Sonne und stammeln am Ende achselzuckend etwas von »Natur«. Am kalten Wintermorgen erscheinen am weitläufigen Horizont der vertrauten Ebene und neben und über bekannten Bergen plötzlich unbekannte Gebirge und Flächen. Kalte und aufwärmende Luftschichten zaubern in der Frühdämmerung gegenseitig Trugbilder herbei. Wir nennen sie manchmal Fata Morgana. Das fesselnde Schauspiel bleibt selbst dem Einheimischen lange verborgen, bis er am rechten Tag zur rechten Stunde am rechten Fleck steht. Unverhofft und völlig überraschend tritt ein Panorama auf, um sich kurz darauf wieder aufzulösen. Um sechs Uhr morgens ist die Tränke gefroren, vier Stunden später perlt dem Farmer der Schweiß von der Stirn. Erst frösteln die Menschen in klammen Ecken an der Küste, dann überfällt sie vor Tagesanbruch der heiße Sandsturm - Ostwind aus der Wüste! Er zieht den grauen Schleier über die Küstenstadt und lässt die Luft selbst im Zimmer mit Staubpartikeln glitzern. In die uralte Existenz Namibias brechen immer wieder Trugbilder ein. Sie florieren am Himmel oder im Hirn des Menschen. Gegensätze genauso wie Unwägbarkeiten begleiten die erlebte Wirklichkeit. Im Alltag kursieren ständig »Stories«, die sich entweder als Unsinn herausstellen oder einer ernst zu nehmenden Entwicklung als Vorboten vorauseilen. Namibia wurde 1990 in das Spannungsfeld zwischen Globalisierung und nationaler Selbstfindung hineingeboren. Zur gleichen Stunde, da der uniformierte Namibier zum ersten Mal die nationale Sonnenflagge im Windhoeker Unabhängigkeitsstadion hisste, machte der Begriff Globalisierung über die Super Information Highways die Runde. Sogleich klopften regionale, kontinentale und internationale Vereinsbrüder an den Zaun der Souveränität. Die internationale Gemeinschaft, Namibia war zu seiner Geburt als Nation trotz Schönheitsfehler ihr verhätscheltes Vorzeigekind, duldet keine nationalen Selbstversorger. Auch deshalb tut sich der reine Nationalismus in Namibia so schwer; und deshalb haben die Verfassungsväter gleich mehrere Nationalfeiertage neben den fünf herkömmlichen christlichen Feiertagen in den Jahreskalender geschrieben. [...]

Dies ist ein Auszug aus: Vom Schutzgebiet bis Namibia 2000, von Klaus A. Hess und Klaus J. Becker.

Buchtitel: Vom Schutzgebiet bis Namibia 2000
Autoren: siehe Auflistung
Herausgeber: Klaus A. Hess; Klaus J. Becker
Verlag: Klaus Hess Verlag
Göttingen; Windhoek, Namibia 2002
ISBN 3933117232 / ISBN 3-933117-23-2
ISBN 9783933117236 / ISBN 978-3-933117-23-6
Kartoneinband, 20x28 cm, 532 Seiten, zahlreiche Farb- und sw-Abbildungen

Hess, Klaus A. und Becker, Klaus J. und im Namibiana-Buchangebot

Vom Schutzgebiet bis Namibia 2000

Vom Schutzgebiet bis Namibia 2000

Mit 62 Beiträgen zur älteren und jüngsten Geschichte bis 2000 des ehemaligen Schutzgebiets und des heutigen Namibia.

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