Virus Africanis oder Wie der Süden Afrikas mein Herz eroberte, von Iris Fritzsche

Virus Africanis oder Wie der Süden Afrikas mein Herz eroberte, von Iris Fritzsche.

Virus Africanis oder Wie der Süden Afrikas mein Herz eroberte, von Iris Fritzsche.

Iris Fritzsche hat den Virus Africanis. Mit anfänglicher Unruhe und Sorge reiste die dann Anfang Fünfzigjährige vor einigen Jahren nach Südafrika und Namibia und beschreibt hier, nach zwei weiteren Reisen, wie der Süden Afrikas ihr Herz eroberte.

Iris Fritzsche  

Von Meteoriten, Schlangen und mehr

Wieder einmal hieß es Abschied nehmen, Abschied diesmal von Etosha, seinen Tieren, der Wildnis und den dortigen Erlebnissen. Aber wir gingen mit dem untrüglichen Gefühl fort, dass es kein Abschied auf ewig sein würde. Wir wollten auf alle Fälle wieder kommen, irgendwann. Kurz vor der Ausfahrt aus dem Park kreuzte noch eine Schlange unseren Weg. Fast hatte es den Anschein, als wollte sie uns zum Abschied mit dem Schwanz winken. Dann hatten wir das Gate erreicht. Es war das von Lindequist-Gate. Der Diensthabende griff zu einem überdimensional großen Stempel und knallte ihn auf unsere nun endlich wieder kompletten Papiere. Den Permit behielt er ein. Darauf vermerkte, er wann und wo wir den Park verlassen hatten. Einzug der Bürokratie auch hier. Das Folgende allerdings gehörte offensichtlich nicht zu den üblichen Dingen bei der Abreise. Grinsend reichte er uns nämlich eine weitere Liste. Darauf wurde um eine Spende für den örtlichen Fußballverein gebeten. Strategisch gut ausgeklügelter Zeitpunkt! Die Leute wollten weiter, Fußball mag fast jeder, besonders Deutsche und außerdem tun Touristen immer gern etwas für die Entwicklungshilfe. Natürlich wirkte der Trick auch bei uns und so leisteten auch wir unseren „Entwicklungshilfe- Beitrag" für den Sportverein. Hoffentlich lassen die nicht die hiesigen Elefanten mitspielen! Nachdem auch diese Sache erledigt war, verließen wir Etosha endgültig, für dieses Jahr. Natürlich nicht, ohne uns im Nachhinein noch einmal kräftig über die Spende zu amüsieren und unsere Witzchen darüber zu machen. Diese kleine List sorgte also noch nachwirkend für Heiterkeit. Doch die Reise ging weiter. Es gab noch viel zu erleben. Jetzt konnten wtf das gewohnte Reisetempo einschlagen. Das war auch nötig, denn wir hatten wieder eine größere Strecke vor uns. Bis zu unserem ersten Tagesziel, dem Hoba-Meteorit, waren es immerhin 204 km. Wir hatten uns die Strecke über Tsumeb-Grootfontain ausgeguckt. Kurz vor Grootfontain überraschte uns plötzlich ein Hinweisschild mit der Aufschrift: Meteorite und einer Richtungsangabe. An dieser Stelle hatten wir laut unserem Plan noch nicht damit gerechnet. Das Schild wies auf einen Schotterweg, der noch vor der Stadt nach rechts, abzweigte. Da sag noch einer, es gäbe keine ordentliche Aus Schilderung in Namibia (Wobei so etwas wie ordentliche Ausschilderung wahrlich die Ausnahme ist!) Außerdem schienen die Leute hier wirklich schon die Marktwirtschaft begriffen zu haben. Jedenfalls war der Weg sehr geschäftsfördernd und raffiniert angelegt. Er führte nämlich direkt an einer Straußenfarm vorbei.

Auch so kann man Leute animieren, doch mal einen Abstecher auf die Farm zu machen, zu gucken und vor allem zu kaufen. Schon der zweite Trick an diesem Tage! Wir jedoch ließen uns davon nicht verführen. Voller Ignoranz und mit erhobener Nase sind wir daran vorbeigefahren, unser Ziel fest vor Augen. Wir wollten zum Meteoriten, also fahren wir auch zum Meteoriten. Straußenfarmen kannten wir ja schon und die Vögel und alles was damit zusammen hängt, sind nirgendwo anders. Es sei denn, die Tiere machen hier Kopfstand beim Eier legen und brüten. Das haben wir aber nicht überprüfen wollen. Auf den Meteoriten aber waren wir neugierig. Schließlich kann man sich nicht jeden Tag so einen Brocken ansehen, der vor 80000 Jahren vom Himmel gefallen ist. Man, muss das damals gedonnert haben! So sind sicher auch die ersten Geschichten über Außerirdische oder göttliche Strafgerichte entstanden.

Darüber ein wenig diskutierend, erreichten wir unser Ziel. Das Auto stellten wir auf dem davor befindlichen vorgesehenen Parkplatz ab und machten uns die letzten Meter zu Fuß auf den Weg. Wie wir dann auf der am Meteoriten aufgestellten Tafel lesen konnten, ist das Ding 55 Tonnen schwer und besteht hauptsächlich aus Eisen und Nickel. Wie weiter zu lesen war, soll es sich dabei um den zweitgrößten Meteoriten der Welt handeln, der so als kompaktes Gebilde gefunden wurde, zumindest bis zu diesem Zeitpunkt. Es sollte mich aber nicht wundern, wenn irgendwo auf der Welt weitere gefunden werden. Schließlich gab es Zeiten, da wurde unsere gute alte Erde mit diesen Dingern regelrecht bombardiert. Rings um den Meteoriten war übrigens ein ganzes Freiluftmuseum gestaltet worden. Da gab es eine Art Amphitheater, mit Sitzbänken aus Stein, wo man Vorträgen lauschen konnte. Was besonders auch von Schulen auf Ausflügen dort hin genutzt wurde, wie man uns erzählte. [...]

Dies ist ein Auszug aus dem Buch: Virus Africanis oder Wie der Süden Afrikas mein Herz eroberte, von Iris Fritzsche.

Buchtitel: Virus Africanis oder Wie der Süden Afrikas mein Herz eroberte
Autorin: Iris Fritzsche
Verlag: Engelsdorfer Verlag
Leizig, 2011
ISBN 9783862681778 / ISBN 978-3-86268-177-8
Gebunden, 115x21 cm, 212 Seiten, zahlreiche sw- und Farbfotos

Fritzsche, Iris im Namibiana-Buchangebot

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