Tiere im Veld. Lebensbilder aus der Tierwelt Südwestafrikas. Vorwort und Inhalt, von Fritz Gaerdes

Tiere im Veld. Lebensbilder aus der Tierwelt Südwestafrikas. Vorwort und Inhalt, von Fritz Gaerdes.

Tiere im Veld. Lebensbilder aus der Tierwelt Südwestafrikas. Vorwort und Inhalt, von Fritz Gaerdes.

Fritz Gaerdes leitet sein Buch Tiere im Veld: Lebensbilder aus der Tierwelt Südwestafrikas, mit Gedanken über die Wahrnehmung der Tierwelt bei den Menschen ein: Im unermeßlichen Weltall, zwischen unzähligen Sternen, glühenden Gasbällen und erloschenen Sonnen, schwebt als winziges Stäubchen die Erde, unsere Heimat. Jahrmillionen dauerte es, bis sich darauf das vielfältige Leben der Tierund Pflanzenwelt entwickelte, das uns heute umgibt.

Fritz Gaerdes  

Als letztes folgte das Geschöpf Mensch. Ihm allein ist die Gabe verliehen, die Entwicklung zu erkennen, forschend und experimentierend in das Geschehen einzugreifen, die Umwelt zu verändern und die Landschaft und ihre Geschöpfe seinen Zwecken dienstbar zu machen. Seine Pflanzen und Tiere, die er sich zu seinem Nutzen und Gebrauch züchtete, nehmen immer größere Teile der Erdoberfläche ein und verdrängen die ursprüngliche Landschaft und ihre Geschöpfe. Die Erde betrachtet er als sein Eigentum, mit dem er schalten kann, wie er will. Was nicht seinen Zwecken dient, muß weichen. Nicht immer ist es eine Lebensnotwendigkeit, die sein Handeln bestimmt. Oft lockt nur vorübergehender Gewinn, der in der Zukunft teuer bezahlt werden muß. Zu leicht vergißt der Mensch, daß er wie alle Lebewesen den Gesetzen der Natur Untertan ist und ihr Geschöpf bleibt, wie tief seine Forschung auch gräbt und wie sehr sein Erfindungsgeist immer vollkommenere Werkzeuge zur Beherrschung der Erde auch schafft. Selbst in seinen kühnsten Träumen kann er nicht hoffen, das Rätsel der Entwicklung zu lösen, die aus einfachen Eiweißbaustoffen die kaum 1 mm große Schlupfwespe und den riesigen Elefanten mit den verschiedenen Lebensäußerungen werden ließ. Seine kompliziertesten Apparate sind plump gegenüber den Baustoffen der winzigen zwei Zellen, durch deren Vereinigung sich nach geheimnisvollen Gesetzen ein mächtiger Baum oder eine kleine Blume entwickelt.

Der Mensch kann töten und vernichten; aber bei allem Stolz auf seinen Verstand ist es ihm nicht möglich, eines der Geschöpfe neu zu schaffen, das mit ihm die Erde bevölkerte und das er ausgerottet hat. Er kann Bestehendes, das durch Entwicklung und Auslese geformt wurde, mit künstlichen Eingriffen verändern. Doch was einmal vernichtet wurde, kehrt nicht wieder. Langsam setzt sich der Gedanke durch, daß auch unsere Mitgeschöpfe ein Recht auf Leben haben, daß wir sie wohl nutzen und uns gegen ihre Uebergriffe wehren dürfen, daß sie aber dabei ein Teil unseres Lebens sind und daß wir sie nicht ohne Schaden opfern können.

Nie haben die unberührte Natur und ihre Geschöpfe die Anziehungskraft auf Menschen verloren, denen Geld und Besitz noch nicht alles ist. Die stets wachsende Zahl von Besuchern der Naturschutzgebiete beweist dies. Je mehr die Erde von den Menschen geformt wird, je mehr die Städte wachsen und um sich greifen, um so stärker wird in vielen von uns der Wunsch, die Tierwelt zu erleben, wie sie war, bevor der Mensch zerstörend eingriff. Südwestafrika mit dem weiten, wenig besiedelten „Veld" bietet noch Gelegenheit dazu. Wohl sind die großen Wildherden früherer Tage verschwunden. Aber noch kann der Photograph unvergeßliche Bilder aus der Tierwelt unseres Landes festhalten: Groteske Insekten, das reiche Vogelleben oder die Antilopen der Steppe.

Noch kann der echte Jäger, der zugleich Tierbeobachter ist, den Zauber der Pirsch genießen. Denn wenn er auch das Wild erlegen will und statt der Kamera die Büchse trägt, er ist kein Vernichter. Wie in Europa will er auch hier das Wild für kommende Geschlechter erhalten und ist bereit, dafür Opfer zu bringen. Vernichter der Tierwelt sind jene Menschen, denen Nutzen und augenblicklicher Vorteil alles sind, die im Wild nur das Fleisch und im Raubtier oder Greifvogel nur den Schädling sehen, nicht aber ein Stück eigenartigen Lebens und ein Erbe, das der Nachwelt erhalten bleiben muß. Die extensive Landwirtschaft unseres Landes bietet Raum für Mensch und Tier. Etwas von ihrer Begegnung möchte dieses Buch zeigen.

Fritz Gaerdes, Okahandja 1965

Inhaltsverzeichnis von Tiere im Veld. Lebensbilder aus der Tierwelt Südwestafrikas:

Vorwort des Verfassers
Meerkatze oder Blauaffe (Cercopithecus aethiops)
Pavian (Papio comatus)
Nachtäffchen (Galago senegalensis)
Elefant (Loxodonta africana)
Schwarzes Nashorn (Diceros bicornis)
Flußpferd (Hippopotamus amphibus)
Giraffe (Giraffa camelopardalis)
Kaffernbüffel (Syncerus caffer)
Eland (Taurotragus oryx)
Kudu (Strepsiceros strepsiceros)
Oryxantilope oder Gemsbock (Oryx gazella)
Gnu oder Wildebeest (Gorgon taurinus)
Kuhantilope oder Hartebeest (Alcelaphus caama)
Schwarzfersenantilope oder Impala (Aepiceros spec)
Springbock (Antidorcas marsupialis)
Duiker (Sylvicapra grimmia)
Klippspringer (Oreotragus oreotragus)
Steinbock (Raphiceros campestris)
Blauböckchen (Rhynchotragus damarensis)
Tigerpferde oder Zebras (Equidae)
Warzenschwein (Phacochoerus aethiopicus)
Löwe (Panthera leo)
Leopard (Panthera pardus)
Gepard (Acinonyx jubatus)
Karakal oder Rotkatze (Caracal caracal)
Falbkatze oder Wildkatze (Felis oreata)
Schwarzfußkatze (Microfelis nigripes)
Serval (Leptaxlurus serval)
Hyänenhund oder Wildhund (Lycaon pictus)
Schabrackenschakal (Canis mesomelas)
Silberschakal (Vulpes chama)
Löffelhund (Otocyon megalotia)
Braune Hyäne (Hyaena brunnea)
Tüpfelhyäne oder Gefleckte Hyäne (Crocuta crocuta)
Genette (Genette felina)
Mangusten (Herpestidae)
Erdwolf (Proteles cristatus)
Ratel oder Honigdachs (Mellivora capensis)
Bandiltis oder Stinkkatze (Ictonyx striatus)
Fischottern (Lutridae)
Klippdachs (Procavia capensis)
Stachelschwein (Hystrix africae-australis)
Springhase (Pedetes cafer)
Rüsselspringer oder Elefantenspitzmaus (Elephantulus intufi)
Erdferkel (Orycteropus afer)
Strauß (Struthio camelus australis)
Trappen (Otidae)
Perlhuhn (Numidia meleagris damarensis)
Krokodil (Crocodilus niloticus)
Pantherschildkröte (Testudo pardalis)
An den Okavangosümpfen

ANHANG:
Wildschutz und Jagd in SWA
Alphabetische Verzeichnisse der Tiere und Pflanzen
Abkürzungen
Worterklärungen
Uebersichtskarte

VERTEILUNGSKARTEN:
Elefant/Nashorn
Giraffe/Eland
Kudu/Oryxantilope
Gnu/Hartebeest
Springbock/Klippspringer
Blauböckchen/Tigerpferde
Löwe/Hyänen
Die Bilder und ihre Fotografen

Weitere Auszüge aus Tiere im Veld: Lebensbilder aus der Tierwelt Südwestafrikas, von Fritz Gaerdes:


Dies ist das Vorwort und das Inhaltsverzeichnis des Buches: Tiere im Veld - Lebensbilder aus der Tierwelt Südwestafrikas, von Fritz Gaerdes.

Buchtitel: Tiere im Veld
Untertitel: Lebensbilder aus der Tierwelt Südwestafrikas
Autor: Fritz Gaerdes
Verlag: SWA Wissenschaftliche Gesellschaft
2. Auflage, Südwestafrika; Windhoek, 1977
ISBN 0949995142
Orignal-Leineneinband,Orignal-Schutzumschlag, 14x22 cm, 240 Seiten, 15 Verbreitungskarten, 60 Fotos auf 30 Tafeln

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