Sprachenpolitik des deutschen Kolonialismus: Deutschunterricht als Mittel imperialer Herrschaftssicherung in Togo (1884-1914), von Celia Sokolowsky.

Sprachenpolitik des deutschen Kolonialismus: Deutschunterricht als Mittel imperialer Herrschaftssicherung in Togo (1884-1914), von Celia Sokolowsky. ISBN 3898213293 / ISBN 3-89821-329-3 / ISBN 9783898213295 / ISBN 978-3-89821-329-5

Sprachenpolitik des deutschen Kolonialismus: Deutschunterricht als Mittel imperialer Herrschaftssicherung in Togo (1884-1914), von Celia Sokolowsky. ISBN 3898213293 / ISBN 3-89821-329-3 / ISBN 9783898213295 / ISBN 978-3-89821-329-5

Die Dissertation von Celia Sokolowsky über ihre Interpretation der Sprachenpolitik des deutschen Kolonialismus in Togo wurde 2004 vom ibidem verlegt. Die Autorin sieht den angebotenen Deutschunterricht als Mittel imperialer Herrschaftssicherung.

Celia Sokolowsky  

"Deutsch spricht wirklich jeder Schwarze, keinen Zuschuß zahlt das Reich" besingt ein Gedicht aus dem Jahre 1907 die deutsche "Musterkolonie" Togo als die "allerbeste" der deutschen Besitzungen auf dem afrikanischen Kontinent. Die Verbreitung der deutschen Sprache in dem kleinsten ihrer afrikanischen "Schutzgebiete" galt den Kolonialherren zu diesem Zeitpunkt als Indikator und Symbol ihrer Macht zugleich, denn hieran glaubte man die Loyalität der Kolonialbevölkerung gegenüber dem Kaiserreich messen zu können und bekräftigte gleichzeitig gegenüber den anderen imperialistischen Konkurrenznationen den Anspruch auf das "deutsche" Gebiet an der westafrikanischen Küste. Der Hinweis auf die Selbstfinanzierung der Kolonie dagegen richtete sich an innenpolitische Gegner des deutschen Kolonialismus, die in den überseeischen Eroberungen nichts als kostspielige Prestigeobjekte des Reiches zu erkennen vermochten. Togo war die erste und neben Kamerun auch die einzige Kolonie des Deutschen Reiches, in der versucht wurde, die deutsche Sprache massiv unter der autochthonen Bevölkerung zu verbreiten und sie als Umgangs- und Verkehrssprache einzuführen. Doch die Entscheidung des Gouvernements in Lome, Deutsch in Togo zur Landessprache zu machen, war seinerzeit nicht unumstritten: Gerade weil dieser Entschluss als richtungsweisend für die künftige Sprachen- und Kulturpolitik in den deutschen Kolonie verstanden wurde, löste er innerhalb der kolonialpolitischen Elite des Kaiserreichs sowie zwischen den Missionsgesellschaften und der Regierung in Lome eine heftige Kontroverse aus. Das zentrale Argument der Gegner einer Verbreitung des Deutschen unter der autochthonen Kolonialbevölkerung lautete dabei, dass eine solche Maßnahme sich destabilisierend auswirken könnte, da die deutsche Sprache den afrikanischen Untertanen des Deutschen Reiches einen Zugang zum Herrschaftswissen verschaffen sowie die Verbreitung emanzipatorischer Ideen fördern würde. Als ein echtes Dilemma stellte sich für die Kolonialisten die Frage dar, ob den Interessen des Reiches letztlich durch eine möglichst große oder doch eher möglichst geringe Verbreitung des Deutschen am besten gedient war. Der daraus resultierende sprachenpolitische Zickzackkurs in Togo legt beredtes Zeugnis davon ab, dass sich das Gouvernement mit einer Antwort schwer tat. Dieses Buch beschäftigt sich mit dem Spannungsfeld widerstreitender kolonialer Interessen, in dem die sprachenpolitischen Entscheidungen in der deutschen Kolonie Togo getroffen wurden. Um zu einer historischkritischen Bewertung der Sprachenpolitik des deutschen Imperialismus zu gelangen, muss vor allem der Frage nachgegangen werden, welche gesellschaftliche Funktion der Sprachenverbreitung und dem Deutschunterricht im Kolonialismus zukam. Es soll aufgezeigt werden, wie sich die sozioökonomischen Interessen der deutschen Kolonisatoren in den sprachenpolitischen Debatten und Entscheidungen niederschlugen und wie sich das koloniale Interesse und die Herrschaftsverhältnisse in der Stellung und Gestaltung des Deutschunterrichts manifestierten. Analysiert wird damit nicht nur ein Aspekt der deutschen Kolonialgeschichte, der in der geschichts- und erziehungswissenschaftlichen Forschung und Fachliteratur bislang nur am Rande behandelt worden ist, sondern die Studie versteht sich auch als ein Beitrag zur Geschichte des Deutschen als Fremdsprache. [...]

Dies ist ein Auszug aus dem Buch: Sprachenpolitik des deutschen Kolonialismus: Deutschunterricht als Mittel imperialer Herrschaftssicherung in Togo (1884-1914), von Celia Sokolowsky.

Titel: Sprachenpolitik des deutschen Kolonialismus
Untertitel: Deutschunterricht als Mittel imperialer Herrschaftssicherung in Togo (1884-1914)
Autorin: Celia Sokolowsky
Verlag: ibidem-Verlag
ISBN 3898213293 / ISBN 3-89821-329-3
ISBN 9783898213295 / ISBN 978-3-89821-329-5
Stuttgart, 2004
Broschur, 15x20 cm, 140 Seiten, 1 Karte

Sokolowsky, Celia im Namibiana-Buchangebot

Sprachenpolitik des deutschen Kolonialismus: Deutschunterricht als Mittel imperialer Herrschaftssicherung in Togo (1884-1914)

Sprachenpolitik des deutschen Kolonialismus: Deutschunterricht als Mittel imperialer Herrschaftssicherung in Togo (1884-1914)

Zusammenhänge der Sprachenpolitik des deutschen Kolonialismus, Deutschunterricht und imperialer Herrschaftssicherung in der deutschen Kolonie Togo in der Zeit von 1884-1914.

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