Otjikango oder Gross Barmen, von Nikolai Mossolow

Otjikango oder Gross Barmen, von Nikolai Mossolow.

Otjikango oder Gross Barmen, von Nikolai Mossolow.

Der Historiker Nikolai Mossolow beschrieb in den 1960er Jahren die Ortsgeschichte von 1844 bis 1904 der ersten Rheinischen Herero-Missionsstation in Südwestafrika.

Nikolai Mossolow  

Otjikango wieder selbständige Station unter Missionar Hammann: Missionar Hammann, den die Konferenz für Otjikango vorgesehen hatte, welche wieder zu einer selbständigen Station erhoben wurde, zog am 28. Dezember 1898 dort ein. Hammann paßte sich im Laufe des Jahres 1899 den neuen Verhältnissen an, wurde aber ständig von dem Platzhäuptling Traugott Tjangarero belästigt. Zweimal wöchentlich hielt er Taufunterricht. Die Taufbewerber erschienen aber sehr unregelmäßig, da sie oft auf Suche nach Feldkost waren. Alle vier Wochen hielt er auf dem benachbarten Klein-Otjikango (Klein-Barmen) für die dort in der Umgebung ansässigen Christen und Heiden Gottesdienst. Im Oktober fing Hammann an, Haus und Kirche gründlich zu überholen. Sämtliche Fensterscheiben der Kirche waren zerbrochen und die Bänke völlig unbrauchbar, die Glocken mußten neu befestigt werden. Des weiteren legte er einen Garten an. Die Gärten der Stationsbewohner gediehen gut. Sie hatten viel gesät und konnten nun reichlich ernten, so daß sie keine Not leiden mußten. Das wenige Vieh, das von der Rinderpest verschont geblieben war, erholte sich wieder und vermehrte sich langsam aber stetig. Ende 1899 zählte die Gemeinde nur 63 Mitglieder. Draußen im Feld lebten aber „sehr viele Heiden". Entlang des Swakop lebten weit verstreut Christen, und Hammanns Ziel war, diese auf der Station anzusiedeln, wo genügend Raum und Gartenland vorhanden war. Seine Bemühungen zeigten aber keinen Erfolg. Im Jahre 1900 ließ Hammann 20000 Lehmsteine anfertigen, welche zum Schulbau bestimmt waren. Um sie vor dem Regen zu schützen, wurden sie in der Kirche aufbewahrt. Die Fundamente wurden gelegt, Holz für das Dach war vorhanden. Hammann begriff nicht, wieso seine Vorgänger, als die Zeiten noch besser und auch die Mittel vorhanden waren, keine Schule gebaut hatten. Etwa 60 Christen lebten mit ihren Kindern in der Nähe der Station, dazu kamen die nicht sehr zahlreichen Heiden auf dem Platz. Die Missionsarbeit erfuhr keine Unterbrechungen. Die Zahl der Kirchgänger in der zweiten Hälfte des Jahres war gering, zwischen 15 und 23 Leuten, denn die meisten Christen arbeiteten an der Eisenbahn. Zu Weihnachten kamen sie nach Hause, brachten aber nichts mit, da sie nichts gespart hatten. Weihnachten war die Kirche bis auf den letzten Platz besetzt. In der ersten Hälfte des Jahres war ein guter Schulbesuch, in der zweiten ein schlechter zu verzeichnen. Die Kinder kamen nicht ungewaschen in die Schule und waren sehr lernbegierig, obwohl nur zwei oder drei Kinder eine Fibel hatten. Die Eltern waren nicht zu überzeugen, daß sie die Bücher kaufen mußten. Um überhaupt Erfolg zu haben, kaufte der Lehrer aus eigenen Mitteln Bücher. Alle vier Wochen hielt Hammann auf Klein Barmen Gottesdienst. Nach Weihnachten 1900 ritt er nach Otjiruse (westlich von Otjikango), nachdem er sich mit viel Mühe für diese Besuche ein Pferd verschafft hatte. Hier taufte er 34, und konfirmierte 22 Erwachsene. Die Konfirmanden konnten alle mit Ausnahme vier älterer Männer, lesen. [...]

Dies ist ein Auszug aus dem Buch: Otjikango oder Gross Barmen, von Nikolai Mossolow.

Buchtitel: Otjikango oder Gross-Barmen
Untertitel: Illustrierte Ortsgeschichte der ersten Rheinischen Herero-Mission in Südwestafrika 1844-1904
Autor: Nikolai Mossolow
Selbstverlag
Windhoek, 1966
Originalbroschur, 18x24 cm, 82 Seiten, 19 sw-Fotos, 1 Karte

Mossolow, Nikolai im Namibiana-Buchangebot

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