Hakahana, Jägersmann, von Heinz Adam

Hakahana, Jägersmann, von Heinz Adam. Verlag: J. Neumann-Neudamm AG. Melsungen, 2007. ISBN 9783788811747 / ISBN 978-3-7888-1174-7
Hakahana, Jägersmann von Heinz Adam. 'Plains-game': Unter diesem Begriff wird im afrikanischen jagdlichen Geschehen die Jagd auf eher ungefährliches Wild gehandelt.
Wie schnell jedoch eine vermeintlich harmlose Pirsch auf Oryx-Antilopen dramatische Ausmaße annehmen kann, erlebte ich während eines Aufenthaltes bei unseren Freunden auf der Farm Okandivi. Am frühen Morgen entdeckte Erwin, unserer Jagdfarmer, auf ungefähr vierhundert Meter zwei kämpfende Oryx-Bullen auf der Päd. Nach kurzer Besprechung beschlossen wir, die Kontrahenten anzugehen. Das gelang uns, immer vorsichtig am Rande des Dornenbusches pirschend, auch vorzüglich und wir waren zügig bis auf achtzig Meter heran. Jetzt warfen die Bullen gleichzeitig auf. Erwin forderte mich umgehend zum Schuss auf den vorderen, leicht spitz zu uns verhoffenden Bullen auf. Der nun unnötigerweise überhastet abgegebene Schuss traf den Bullen hinter dem Blatt und musste bei diesem Winkel den Pansen durchschlagen haben. Das war keine gute Kugel für die überaus zähe Oryx. Beide Bullen waren blitzartig abgesprungen, ohne mir die Chance eines Nachschusses zu lassen. Der spärliche Schweiß, den wir am Anschuss fanden, ergab vorläufig keine ausreichenden Erkenntnisse über den Sitz der Kugel. Das konnte heiter werden, in diesem Busch der Oryx nachzugehen. Nach kurzem Abwägen entschloss sich Erwin, seine Terrier auf die Krankfährte anzusetzen. Die Hunde würden sicher den kranken Bullen stellen und uns dadurch die Chance geben, einen Fangschuss anzutragen. Hört sich alles ganz einfach an!? Ist es aber absolut nicht. Zwar stellt sich der Oryx relativ schnell, aber selbst schwer krank kann er Mensch und Hund noch extrem gefährlich werden. Um sich damit eingehend zu befassen, braucht man sich nur die Trophäe der Oryx anzuschauen. Wie erhofft hatten die Hunde dann auch den Bullen nach kurzer Zeit gestellt und gaben anhaltend Standlaut. Immer wieder den Wind prüfend kamen wir bis auf ca. siebzig Schritt an den die Hunde abwehrenden Bullen heran. Leise und äußerst langsam suchte ich mir einen Standort für eine sichere Schussabgabe. Als der Träger für kurze Zeit frei war, schoss ich sofort auf diesen und der Bulle ging blitzartig zu Boden. Jetzt erst mal durchatmen. Unsere Erleichterung und Entspannung über den vermeintlich glücklichen Abschluss der Nachsuche nahm ein jähes Ende, als der Bulle genauso schnell wie er gefallen war wieder auf die Läufe kam und sofort in unsere Richtung stürmte, um uns offensichtlich anzunehmen. „Schieß!", rief Erwin. Und noch einmal „Schieß". Bevor ich die Büchse am Kopf hatte, stürmte der Bulle, sofort wieder von den Hunden verfolgt und attackiert, nunmehr Gott sei Dank etwas rechts von unserem Standort in den Busch. Mein reflexmäßig hingeworfener Schuss auf den hochflüchtigen Bullen zeigte keinerlei Wirkung. Das war knapp! Der Busch schlug hinter dem Bullen und den Hunden zu und ab ging die Post. Jetzt bekam ich doch weiche Knie und mir wurde die Situation allmählich klar, in der wir uns befunden hatten, als der Bulle stichgerade auf uns zustürmte. Ohne die Hunde wären wir sicher nicht so heil davongekommen. Immer weiter verlor sich das Geläut der Hunde. Ohne Rücksicht auf Dornen und andere Hindernisse ging es immer flott hinterher. Immer dem Geläut der Hunde nach. Standlaut! Nach einiger Zeit waren wir wieder am Bullen. Doch dieser bekam umgehend Wind von uns und weiter ging die Hätz. Wir stürmten nach durch Busch und Gras. Weit, weit weg verlor sich nun der Hundelaut. Verdammter Mist! Pause, lauschen und immer wieder lauschen. Es war absolut nichts mehr zu hören in diesem Moment. Nach kurzem Abwägen der Situation ging es im Eilschritt zurück zum Auto und wir umfuhren einige riesige Buschkomplexe. Das sind Flächen, da kann einem Angst und bange werden, wenn man hier ein krankes Stück Wild suchen muss. Wieder und wieder stoppte Erwin das Auto und wir lauschten angestrengt in alle Richtungen. [...]
Dies ist ein Auszug aus: Hakahana, Jägersmann, von Heinz Adam.
Titel: Hakahana, Jägersmann
Autor: Heinz Adam
Genre: Jagderinnerungen; Reiseberichte
Verlag: J. Neumann-Neudamm AG
Melsungen, 2007
ISBN 9783788811747 / ISBN 978-3-7888-1174-7
Kartoneinband, 13 x 21 cm, 144 Seiten, einige sw-Abbildungen
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