Elf Jahre Gouverneur in Deutsch-Südwestafrika (Faksimile), von Theodor Leutwein.

Elf Jahre Gouverneur in Deutsch-Südwestafrika (Faksimile), von Theodor Leutwein. Namibia Wissenschaftliche Gesellschaft. Windhoek, Namibia 1997. ISBN 999164007X / ISBN 9789991640075

Elf Jahre Gouverneur in Deutsch-Südwestafrika (Faksimile), von Theodor Leutwein. Namibia Wissenschaftliche Gesellschaft. Windhoek, Namibia 1997. ISBN 999164007X / ISBN 9789991640075

Aus dem Vorwort von Franz Irlich zu Elf Jahre Gouverneur in Deutsch-Südwestafrika (Faksimile), von Theodor Leutwein.

Theodor Leutwein  

"Wir wollen keinen Krieg führen. wir wollen auf unblutige Weise uns immer mehr zu Herren des Landes machen und unsere Herrschaft festigen. Wir haben Südwestafrika einmal, jetzt ist es deutsches Land und muß als deutsches Land erhalten bleiben." Mit dieser Erklärung vom 1. März 1893 im Deutschen Reichstag hat der Reichskanzler Georg Leo Graf von Caprivi deutlich zu erkennen gegeben, daß Südwestafrika eine deutsche Kolonie bleiben wird, auch in der Instruktion, die von Caprivi für Theodor Leutwein formulierte, finden wir die Elemente aus der oben zitierten Reichstagsrede wieder. So soll Leutwein nicht nur das "Verhältnis der Weißen zu den Eingeborenen überprüfen," andern auch unter "allen Umständen ... unsere Machtstellung den Eingeborenen gegenüber ... aufrechterhalten und mehr und mehr festigen." Dies bedeutete, daß Leutwein den Krieg gegen Hendrik Witbooi mit dessen Unterwerfung zu beenden hatte und versuchen sollte, Konklikte soweit zu lösen, daß Kriege vermieden werden könnten. Am 1. Januar 1894 landete Theodor Leutwein auf der "Marie Woermann" an der "Tsoakhaubmündung", dem späteren Hafen Swakopmunds. Theodor Leutwein wurde am 9. Mai 1849 in Strümpfelbronn / Baden als Sohn eines Pfarrers geboren. Mach dem Abitur studierte er zwei Semester Rechtswissenschaft in Freiburg. 1868 trat er in das 5. Badische Inkanterieregiment n Freiburg ein. Am 15. Oktober 1869 wurde er zum Leutnant bekördert und nahm an dem Krieg von 1970/71 als Battaillonsadjutant teil. Von 1887-1892 war er Lehrer an den Kriegsschulen in Meißen und Hersfeld. Am 27. Januar 1893 wurde er zum Major befördert und zum 46. Infanterieregiment in Posen versetzt. Ein Vierteljahr nach seiner Ankunft in Südwestafrika übernahm er von Curt von Francois die Verwaltung des Landes und der Schutztruppe. l898 wurde er zum Gouverneur ernannt. Elf Jahre lang prägte Leutwein die Geschichte des Landes. Zunächst widmete er sich seinem Auftrag, zog durch das Land als Landeshauptmann und Repräsentant der Reichsregierung, schlug einige Aufstände nieder und unterwarf die einzelnen Stämme der Deutschen Regierung. Schutzverträge solten den Herrschattsanspruch Deutschlands legalisieren und gleichzeitig die Stammesstruktur und die Häuptlingsgewalt garantierten. Leutwein versuchte die Gegensätze zwischen den im Lande lebenden Einwohnern und den neu einziehenden Weißen auszugleichen. Seine Bemühungen, wie die Erschwerung des Waffenhandels, Abstempelung aller vorhandenen Gewehre, Kreditverordnungen und die Bildung von Reservaten stießen oft auf heftige Kritik von Seiten der weißen Siedler. Als oberster Leiter der Zivilverwaltung bemühte er sich auch, die Kolonie wirtschaftlich zu entwickeln und die Grundlagen für die Infrastruktur zu legen. Die eingeschleppte Rinderpest 1897 gefährdete nicht nur die auf Viehzucht eingestellte Wirtschaft, sondern auch den auf Zugochsen angewiesenen Verkehr. Der Bau einer Eisenbahnlinie von Swakopmund nach Windhoek wurde in Angriff genommen. Gleichzeitig wurde Swakopmund an das englische Überseekabel angeschlossen und die Telegraphenlinie parallel zum Bahnbau nach Windhoek vorangetrieben. Durch den Bau der Mole konnte Swakopmund als Hafen entwickelt werden. Die zivile europäische Bevölkerung verdoppelte sich in den Jahren 1897-1903 fast. Die Landwirtschaltsausstellung 1902 zeigte die enorme wirtschaftliche Entwicklung des Landes in den wenigen vergangenen Jahren. Auch das Verwaltungs- und Gerichtswesen wurden von Leutwein ausgebaut und gefestigt. Der Krieg der Herero gegen die Deutschen begann im Januar 1904, während sich Leutwein mit dem größten Teil der Schutztruppe im äußersten Süden bekand, um den Aufstand der Bondelswart niederzuschlagen. Leutweins Politik in Deutsch-Südwestafrika ist an diesem Aufstand gescheitert. Im Juni 1904 gab er das Kommando über die Schutztruppe an Generalleutnant Lothar von Trotha ab. Im Dezember trat er die Heimreise nach Deutschland an und nahm im August 1907 seinen Abschied. [...] 

Dies ist ein Auszug aus: Elf Jahre Gouverneur in Deutsch-Südwestafrika (Faksimile), von Theodor Leutwein.

Titel: Elf Jahre Gouverneur in Deutsch-Südwestafrika
Autor: Theodor Leutwein
Faksimile des Originals von Mittler, Berlin 1906
Verlag: Namibia Wissenschaftliche Gesellschaft
4. Auflage. Windhoek, Namibia 1997
ISBN 999164007X / ISBN 9789991640075
Kartoneinband, 16 x 24 cm, 600 Seiten, 176 sw-Fotos, 20 Abbildungen, 20 Karten und Skizzen, Schriftart Fraktur

Leutwein, Theodor im Namibiana-Buchangebot

Die Kämpfe mit Hendrik Witboi 1894 und Witbois Ende

Die Kämpfe mit Hendrik Witboi 1894 und Witbois Ende

Die Kämpfe mit Hendrik Witboi 1894 und Witbois Ende, ein kommentierter und mit Abbildungen ergänzter Nachdruck des Originals von 1911.

Elf Jahre Gouverneur in Deutsch-Südwestafrika

Elf Jahre Gouverneur in Deutsch-Südwestafrika

Ausführliche Erinnerungen des Kommandeurs der Kaiserlichen Schutztruppe und Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika an elf Jahre Dienst in der ehemaligen deutschen Kolonie.

Elf Jahre Gouverneur in Deutsch-Südwestafrika

Elf Jahre Gouverneur in Deutsch-Südwestafrika

Faksimilie-Ausgabe der seltenen Memoiren des früheren Kommandeurs der Kaiserlichen Schutztruppe und Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika an elf Jahre Dienst in der ehemaligen deutschen Kolonie.