Die polyzentrische Infrastruktur Namibias, von Uwe Ulrich Jäschke

Die polyzentrische Infrastruktur Namibias. Entstehung und Entwicklung in der deutschen Periode 1884 bis 1914/15, von Uwe Ulrich Jäschke. Dresdener Kartographische Schriften, ISSN 1436-0004. Selbstverlag des Fachbereiches Vermessungswesen/Kartographie der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (FH). Dresden, 2002
Die polyzentrische Infrastruktur Namibias. Entstehung und Entwicklung in der deutschen Periode 1884 bis 1914/15, von Uwe Ulrich Jäschke.
2. Das Naturraumpotential als limitierender Faktor der Raumerschließung
Zu Beginn der deutschen Aktivitäten im südlichen Afrika war das Untersuchungsgebiet nicht unbedingt ein weißer Fleck auf den Landkarten der Europäer. Schon Anfang des 19. Jahrhunderts waren Händler und Missionare in diesen Raum eingedrungen, hatten Berichte über Natur und Kultur veröffentlicht. Diese reichten von maßloser Übertreibung und falschen Behauptungen bis zur exakten Berichterstattung. So trafen die ersten Kolonisten und Siedler in einem Raum ein, der zwar im Detail nicht erforscht, im allgemeinen aber durch geschönte Berichte und wirksame Werbung bekannt war. Afrika südlich der Linie Kunene - Okawango - Kwando - Sambesi ist ein Hochland mit über 1.000 m Höher dessen Ränder schüsselförmig bis zu 3.400 m aufgewölbt sind. Diese Ränder sind die Randschwelle des Kalaharibeckens, jener Geosynklinalen, die den gesamten Großraum Südafrika prägt. Sie sind in verschiedenen Formen als Randstufe, Gebirgskette oder Bergland ausgebildet. Charakteristisch für alle Geosynklinalen ist, wie auch beim Kalaharibecken, der sanfte Anstieg vom Inneren der Einsenkung zum Scheitelpunkt der Randschwelle und der Steilabfall zur vorgelagerten schmalen Küstenabdachung, die stets tiefer als das Beckeninnere liegt. „Südwestafrika [und damit auch das heutige Namibia] ist ein politischer Ausschnitt aus dem südlichen Teile des afrikanischen Kontinents und hat daher Anteil an den Eigentümlichkeiten der Lage und Beschaffenheit von Südafrika. Obwohl ... [die] Binnengrenzen größtenteils mit dem Lineal gezogen sind, umschließen sie doch eine geographische Einheit, die vom übrigen Südafrika stark getrennt ist. Ein Ring von Wüsten und Wildnissen oder doch sehr dünn bewohnten Landstrichen umschließt Südwestafrika und ermöglichte dem Lande eine gesonderte koloniale Entwicklung. Nur im Norden greift die politische Grenze über den natürlichen Grenzring hinaus und bezieht Teile des Ambolandes und des Okavangolaufes ein, die wir geographisch schon zu Angola rechnen müssen. So ist Südwestafrika mit Ausnahme dieser nördlichen Grenzlandschaften ein wohl abgegrenztes geographische Individuum, eine Landschaft Südafrikas." Der so durch Prof. Dr. Fritz Jaeger (1881-1966) beschriebene „politische Ausschnitt" liegt im nordwestlichen Teil Südafrikas zwischen 17° und 29° südlicher Breite und 11° und 26° östlicher Länge. Die heutigen Grenzen Namibias, der ehemaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika, wurden erstmals 1884 vom Deutschen Reich einseitig festgelegt und durch bilaterale Verträge wie den „Helgoland-Sansibar-Vertrag" von 1890 zwischen Deutschland und England oder 1886 in Verhandlungen mit Portugal variiert. Zum Teil sind sie aber bis heute strittig. Es sind somit Kolonialgrenzen, die im fernen Europa zur Abgrenzung von Interessensphären und Wirtschaftsräumen der Kolonialmächte ohne genaue Kenntnis der naturräumhchen und ethnischen Gegebenheiten und ohne Beteiligung der betroffenen Völker erfolgt sind.
2.1 Der Naturrain
In seinen Grenzen hat Namibia Anteil an den drei Landschaftstypen des südlichen Afrika. In Namibia verlaufen diese Großlandschaften in Nord-Süd-Richtung parallel nebeneinander. Im Westen, auf der Küstenabdachung, liegt entlang der nebelreichen Küste - von den tiefen Erosionsschluchten des Oranje im Süden bis zum Engtal des Kunene im Norden - die 5O bis 120 km breite, wasserlose Namibwüste. Daran schließt sich im Osten mit der Großen Randstufe das im Mitte! 1.200 bis 1.500 m hohe, nach Osten einfallende Hochland an. Dieses Hochland taucht im Nordosten und Osten unter die mächtigen Sedimente des Kalaharibeckens. JÄGER hat mit seiner „Landschaftseinteilung von Südwestafrika", unter Nutzung der Grundlagen von Leonard Schultze, eine naturräumhche Gliederung geschaffen, die in großen Teilen bis heute Gültigkeit hat und von Prof. Dr. Hartmut Leser verändert und nach 'komplex-physiogeographischen' Faktoren gegliedert wurde (s. Abb. 6). [...]
Dies ist ein Auszug aus: Die polyzentrische Infrastruktur Namibias, von Uwe Ulrich Jäschke.
Titel: Die polyzentrische Infrastruktur Namibias
Untertitel: Entstehung und Entwicklung in der deutschen Periode 1884 bis 1914/15
Autor: Uwe Ulrich Jäschke
Reihe: Dresdener Kartographische Schriften, ISSN 1436-0004
Herausgeber: Uwe Ulrich Jäschke; Andreas Kowanda; Martina Müller; Ivan Panajotov
Selbstverlag des Fachbereiches Vermessungswesen/Kartographie der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (FH)
Dresden, 2002
Broschur, 26 x 32 cm, 66 Seiten, zahlreiche Abbildungen
Jäschke, Uwe Ulrich im Namibiana-Buchangebot
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