Deutsches Kolonial-Lexikon (Faksimile), von Heinrich Schnee

Rückenansicht auf Deutsches Kolonial-Lexikon (Faksimile), Herausgeber Dr. Heinrich Schnee. Verlag WWA Werner Suppes. Wiesbaden, 1996. ISBN 398049540X / 3-9804954-0-X

Rückenansicht auf Deutsches Kolonial-Lexikon (Faksimile), Herausgeber Dr. Heinrich Schnee. Verlag WWA Werner Suppes. Wiesbaden, 1996. ISBN 398049540X / 3-9804954-0-X

Deutsches Kolonial-Lexikon (Faksimile), Verlag WWA Werner Suppes. Wiesbaden, 1996. ISBN 398049540X / 3-9804954-0-X

Deutsches Kolonial-Lexikon (Faksimile), Verlag WWA Werner Suppes. Wiesbaden, 1996. ISBN 398049540X / 3-9804954-0-X

Aus dem Vorwort zu Deutsches Kolonial-Lexikon (Faksimile), von Heinrich Schnee.

Heinrich Schnee  

Seit kaum einem Menschenalter gibt es deutsche Kolonien. Es ist dies eine kurze Spanne Zeit im Leben der Völker, ganz besonders für die Erschließung großer Kolonialgebiete. Und doch sind in diesem Zeitraum bereits Leistungen vollbracht und Werte geschaffen worden, die das deutsche Volk in die vorderste Reihe der kolonisierenden Nationen stellen. Allerdings kann sich das deutsche Kolonialreich weder an Umfang noch an Wert mit dem englischen Weltreich irgendwie messen, auch steht es hinter dem Kolonialbesitz der Franzosen und Holländer zurück. Als Deutschland mit seinen kolonialen Plänen hervortrat, waren die als besonders wertvoll betrachteten Kolonialgebiete bereits in fremdem Besitz, oder es lagen doch schon solche Ansprüche darauf vor, daß ein Erwerb durch Deutschland nicht möglich war. So kam es, daß ganz überwiegend nur solche Gebiete in deutschen Besitz übergingen, deren zugängliche und bekannte Teile keine oder nur eine geringe kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung aufwiesen. Ein Blick auf die Karten unseres Kolonialbesitzes, besonders des afrikanischen, vor 30 Jahren und jetzt, ein Vergleich der damaligen und der jetzigen Zustände in jenen Ländern, ein Nebeneinanderstellen der wirtschaftlichen Werte in unseren Schutzgebieten zu beiden Zeitpunkten lassen so recht erkennen, was im Laufe jener kurzen Kolonialentwicklung geschaffen ist. Wo früher auf den Karten umfangreiche weiße Stellen sich fanden, Gebiete bezeichnend, über die noch kein Forscher Auskunft gegeben hatte, sehen wir jetzt genaue auf einer Fülle ausgezeichneter Aufnahmen beruhende Darstellungen; abgesehen von dem unwegsamen Neuguinea gibt es kaum noch unbekannte Stellen in unseren Kolonien. Wo ehemals Raub und Mord der Eingeborenen untereinander wüteten, wo eine friedliche Entwicklung immer wieder durch Plünderungszüge der Nomadenstämme, die die ackerbautreibenden Völker überfluteten, verhindert wurde, wo selbst die Ansätze zur Kulturentwicklung an den Küstenplätzen ständig durch die aus dem Innern hervorbrechenden wilden Horden bedroht wurden, da ist unter deutscher Herrschaft Ruhe und Ordnung eingezogen. Nicht selten sind es gerade die früher gefürchtetsten, kriegstüchtigen und raublustigen Erobererstämme, die nach ihrer manchmal nur unter schweren Opfern erfolgten Niederwerfung sich am vollständigsten in die neue Ordnung der Dinge gefunden haben und die besten Arbeiter für das deutsche Kolonisationswerk stellen. Wo früher die Wüdnis, von dünnen Eingeborenenansiedlungen unterbrochen, sich erstreckte, da finden sich jetzt vielfach blühende Plantagen, auf denen unter europäischer Leitung und Aufsicht bedeutende Werte für den Weltmarkt erzeugt werden. Vormals menschenleere Steppengebiete werden von europäischen Farmen mit stetig wachsenden Viehbeständen eingenommen. Wo einst in wochen- und monatelangen mühevollen Karawanenmärschen wenige wertvolle Produkte aus dem Innern an die Küste geschafft wurden, wo der dichte Urwald ein Vordringen fast unmöglich machte, wo Dünen und Sand mit ihren Durststrecken kaum einen Ochsenwagenverkehr gestatteten, da stellen Eisenbahnen einen sicheren und schnellen Verkehr her und ermöglichen in stets wachsendem Maße eine wirtschaftliche Erschließung des Innern und eine Heranziehung der bisher ein abgeschlossenes Sonderleben führenden Völker des Binnenlandes zu dem kolonialen Kulturwerk. Küstenplätze, an denen zur Zeit der Flaggenhissung allenfalls kleine Eingeborenendörfer lagen, entwickeln sich zu modernen Städten, die in zunehmendem Maße ihren Anteil am Weltverkehr und Welthandel nehmen. Trotz dieser glänzenden Erscheinungen deutscher kolonialer Wirksamkeit stehen wir, was die wirtschaftliche Nutzung unserer Kolonialgebiete anbetrifft, vielfach noch in den Anfängen. Noch gibt es Gebiete von gewaltiger Ausdehnung, Völkerschaften von beträchtlicher Seelenzahl, die fern der Küste und den modernen Verkehrsstraßen in wirtschaftlichem Schlummer liegen und des Erwecktwerdens durch den Kolonisator harren, noch warten dichte Urwälder und wasserarme Steppen, die wie Barrieren landeinwärts gelegene bevölkerte Gegenden vom Meer und damit vom Weltverkehr abschließen, auf die Durchlegung von Schienenwegen. Ungeheure Aufgaben bedürfen noch der Lösung. Und doch können wir mit Stolz und Genugtuung auf das bisher Erreichte zurückblicken. [..]

Dies ist ein Auszug aus: Deutsches Kolonial-Lexikon (Faksimile) herausgegeben von Heinrich Schnee.

Titel: Deutsches Kolonial-Lexikon
Herausgeber: Dr. Heinrich Schnee
Genre: Faksimileausgabe der Originalausgabe von 1920 in drei Bänden
Verlag: WWA Werner Suppes
Wiesbaden, 1996
ISBN 398049540X / 3-9804954-0-X
Original-Leinenbände in Schubern, 18 x 26 cm, 776, 698 und 778 Seiten, zahlreiche Abbildungen und teils farbige Karten

Schnee, Heinrich im Namibiana-Buchangebot

Deutsches Kolonial-Lexikon (Faksimile)

Deutsches Kolonial-Lexikon (Faksimile)

Limitierte Auflage der Faksimileausgabe des dreibändigen Deutschen Kolonial-Lexikon im Verlag WWA Werner Suppes, 1996.

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