Der Caprivizipfel während der deutschen Zeit 1890-1914, von Maria Fisch

Der Caprivizipfel während der deutschen Zeit 1890-1914, von Maria Fisch. ISBN 9783896450500 / ISBN 978-3-89645-050-0

Der Caprivizipfel während der deutschen Zeit 1890-1914, von Maria Fisch. ISBN 9783896450500 / ISBN 978-3-89645-050-0

Der Caprivizipfel während der deutschen Kolonialzeit 1890-1914, von Maria Fisch. ISBN 9991637400 / ISBN 99916-37-40-0

Der Caprivizipfel während der deutschen Kolonialzeit 1890-1914, von Maria Fisch. ISBN 9991637400 / ISBN 99916-37-40-0

Dieser Beitrag von Dr. Maria Fisch ist der aktuellste über die deutsche Zeit 1890-1914 des Caprivizipfels im Nordosten Namibias.

Maria Fisch  

II. Politische, wirtschaftliche und rechtliche Zustände vor 1909

Deutsche Forschungsreisen zum Caprivi vor 1908

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts besuchten verschiedene englische Missionare, Forscher und Händler von Südafrika aus das Gebiet, das später als Caprivizipfel bekannt wurde. Sie brachten sporadische Kunde über die Tier- und Pflanzenwelt, über die Geographie, die klimatischen Bedingungen, die Bevölkerung und die politischen Verhältnisse. Aber insgesamt war das Interesse der Europäer gering, denn die Zufahrtswege waren sehr weit und schwierig und forderten hohe finanzielle Kosten und gesundheitliche Risiken für Menschen und Tiere. Nicht nur viele der frühen Pioniere waren an Malaria gestorben, auch Zugochsen und Pferde verendeten oft an der Nanganaseuche, wenn sie den mit Tsetse verseuchten Gebietsgürtel in Botswana durchquert hatten. Nach dem Erwerb des Caprivizipfels durch Deutschland im Jahre 1890 wurde auch in deutschen Kreisen ein Interesse an diesem fernen, fast unbekannten Teil des deutschen Schutzgebietes wach. Hier sei nur über die drei wichtigsten Reisen berichtet, die Privatpersonen vor 1908 unternahmen. Im Jahre 1902 brachen die Gebrüder Geik mit zwei Neffen und einem Ochsenwagen von Grootfontein aus zu einer Caprivireise auf. Sie hatten fürchterliche Strapazen auf der völlig unbekannten Route zu bestehen, vor allem beim Kreuzen der Sümpfe am Mashi. Wiederholt erkrankten sie schwer, und einer der Neffen starb an Malaria. Als sie in Sesheke ankamen, verkaufte ihnen Letia, der Gouverneur dieser Provinz, 300 Rinder, und auf der Weiterfahrt konnten sie weitere Tiere einhandeln. Dank der Hilfsbereitschaft des Häuptlings Mamili überquerten sie glücklich den Chobe und verkauften das Vieh anschließend in Bulawayo mit einem guten Profit (Schräder 1979). Ihren Bericht über die Zustände im Caprivi werden wir im folgenden Kapitel auswerten. In der englischen und deutschen Presse tauchten wiederholt Gerüchte über Diamantenfunde im Caprivi auf. Diese Vermutungen, verbunden mit einer Portion Abenteuergeist, bewogen den deutschen Kaufmann Richard Rothe aus Outjo, 1904 eine sechsmonatige, kostspielige Tour in den Caprivi zu unternehmen, um die Schürf- und Handelsmöglichkeiten zu untersuchen. Am 20.3.1906 übergab er dem Gouvernement in Windhoek einen Bericht über seine Erlebnisse und Erfahrungen (ZBU 1009 M, Bd. 2:2-34). Mit zwei Segelbooten aus Stahl und allem Notwendigen ausgerüstet, fuhr Rothe Anfang Juli 1904 mit dem Zug von Johannesburg nach Livingstone. Hier schloß sich ihm ein deutscher Zoologe an, der für die Museen in Bulawayo und Salisbury Tiere sammeln und präparieren wollte. Sie hofften, von den Viktoriafällen aus auf dem Wasserwege sowohl den Zambezi wie Chobe bereisen zu können. Die gefährlichen Stromschnellen oberhalb der Viktoriafälle zwangen sie jedoch, die gesamte Ausrüstung auf dem Landweg bis Kazungula am Zusammenfluß von Zambezi und Chobe tragen zu lassen. (...)

Verzeichnis der Abbildungen: Der Caprivizipfel während der deutschen Zeit 1890-1914

Der Caprivizipfel während der deutschen Zeit 1890-1914
Der Ostcaprivi mit den wichtigsten historischen Orten und Inseln
Georg Leo Graf von Caprivi, deutscher Reichskanzler 1890-1894
Der von Goold-Adams vorgeschlagene Gebietsaustausch 
Westlicher Eckbaken der Nordgrenze auf der Insel Dikuyu
Stromschnellen von Katima Mulilo
Die disputierte Chobe-Insel Kasikili
Das Inselgewirr des Okavango im Westen des Caprivizipfels mit den ehemaligen Residenzen der Mbukushu-Häuptlinge und dem Fort Mucusso
Das strittige Grenzgebiet im Westcaprivi 
König Lewanika mit Hauptfrau und Sklaven
Die junge Fürstin (Mukwai) Akanangisa von Sesheke
Die Mukwai Matauka von Nalolo
Hauptmann Streitwolf mit dem Loziprinzen Letia
Streitwolf als Oberleutnant in Gobabis
Die Expedition Streitwolfs überquert den Chobe
Lageplan der Residentur Schuckmannsburg
Chikamatondo wird als Häuptling der Subiya eingehuldigt
Häuptling Chikamatondo mit Sohn
Streitwolf spricht zu Stammesvertretern der Fwe
Häuptling Simata Mamili vor seiner Wohnung
Die ersten provisorischen Unterkünfte der Residentur
Wohnung des Residenten in Schuckmannsburg
Wohnungen der weißen Beamten
Gouverneur Bruno von Schuckmann
Hilfspolizisten mit ihren Pferden
Alte und neue Brücke über den sumpfigen Mashi bei Kongola
H Kaufmann und K Streitwolf in Gobabis (vermutlich 1905/06)
Hafen von Sesheke-Mwandi
Routenaufnahmen der Reisen von Schuckmannsburg zum Okavango
Das auf deutschem Gebiet errichtete portugiesische Fort Mucusso
Häuptling Diyeve II. und Wachtmeister Hupel

Dies ist ein Auszug aus dem Buch: Der Caprivizipfel während der deutschen Zeit 1890-1914, von Maria Fisch.

Buchtitel: Der Caprivizipfel während der deutschen Zeit, 1890-1914
Autorin: Maria Fisch
Reihe: History, cultural traditions and innovations in Southern Africa Vol. 2
Rüdiger Köppe Verlag
Köln, 1996
ISBN 9783896450500 / ISBN 978-3-89645-050-0
Broschur, 16x24 cm, 158 Seiten, 40 sw-Abbildungen

Fisch, Maria im Namibiana-Buchangebot

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