Afrika-Durchquerung, von Ilona Hupe und Manfred Vachal

Afrika-Durchquerung: Sahara-Sand und die Schlammschlacht am Kongo von Ilona Hupe und Manfred Vachal. Ilona Hupe Verlag. München, 2021. ISBN 9783932084928 / ISBN 978-3-932084-92-8
Afrika-Durchquerung: Sahara-Sand und die Schlammschlacht am Kongo von Ilona Hupe und Manfred Vachal.
Etwas ungewöhnlich mag die Idee einer Afrikadurchquerung schon gewesen sein für eine junge Frau aus der Allgäuer Provinz. Doch bei mir gab es damals ein Schlüsselerlebnis: Ein junger Mann zeigte im Kaufbeurer Stadtsaal einen Dia-Vortrag über seine Motorradtour durch Südamerika und Ostafrika. Ich saß zufällig neben dem Abenteurer und starrte während des Vortrags verstohlen durch die Dunkelheit zu ihm hinüber. Mir ging dabei ständig durch den Kopf: „Das kannst du doch auch!". Als ich später nach Hause kam, erklärte ich meiner Mutter, ich wüsste jetzt, dass ich eine sehr lange Autoreise machen würde. Und ich kann kaum erklären, warum, aber es war klar, dass es mich am meisten nach Afrika zog. Das war im Oktober 1986, und ich war gerade 21 Jahre alt geworden. Bis zum Start dauerte es dann noch gut zwei Jahre. Meinen damaligen Freund Jürgen überzeugte ich erstaunlich schnell. „Das klingt gut", meinte er in seiner ruhigen Art, „ich bin dabei". Von da an ging es Stück für Stück in Richtung großes Abenteuer. Vor allem mussten wir viel Geld verdienen und sparen. Dann brauchten wir ein Fahrzeug und Insider-Informationen. In den i98oern gab es weder Internet noch digitale Kommunikationsmittel. Jede Anfrage musste mit der Schreibmaschine geschrieben und per Post an die offiziellen Stellen, Behörden und Botschaften geschickt werden. Wir selbst kannten niemanden persönlich, der eine ähnliche Reise schon einmal gemacht hatte. Wie vernetzte man sich also damals? Wir erfuhren von den berühmten jährlichen DÄRR-Globetrottertreffen, die uns wie eine Kontaktbörse der coolsten Weltreisenden vorkamen. Dort begegneten wir leibhaftig Leuten, die schon da gewesen waren, wohin es uns trieb, und wir hingen ehrfurchtsvoll an ihren Lippen. Uns schwirrten stets die Köpfe auf dem Heimweg von solchen Treffen von all den Tipps und Anekdoten, die wir dort gehört hatten. Im Gepäck stapelten wir die Sandbleche, Kanister und Abschleppseile, die dabei ihre Besitzer gewechselt hatten; alles Dinge, die wir brauchen würden, und die wir mit dem Wissen berührten, dass sie schon so viel weiter in der Welt umher gekommen waren als wir selbst. Ich glaube, lange Zeit nahm uns niemand ernst mit unserem Vorhaben. Wir waren blutjung und unerfahren, in manchen Dingen sicher auch naiv, denn wir sahen damals eigentlich nur die schönen Aspekte unserer Reise. Dass wir uns eine der schwierigsten Strecken für Autofahrer ausgesucht hatten, begriffen wir erst unterwegs. Wir machten viele Anfängerfehler. Manche waren eher bedeutungslos bis komisch, unsere Reiseschreibmaschine z. B., die wir während der gesamten Reise überflüssigerweise im Autodach verstaut hatten. Der klappbare Backofen und der Schnellkochtopf; die Reiseführer für Indien, Nepal und den Iran (denn da wollten wir im AnschJuss auch noch hin, es sollte ja eine Weltreise werden). Ein anderer Fehler war schwerwiegend, und das würde uns unterwegs bis über die Schmerzgrenze hinaus bewusst werden: Wir hatten das falsche Auto gekauft. Ein Allradfahrzeug konnten wir uns finanziell nicht leisten, doch einen Dieselmotor sollte es haben. Auf den Globetrottertreffen hatten wir immer wieder den VW-Bus als Traumfahrzeug für Weltreisende angepriesen bekommen und dort sogar Leute angetroffen, die mit einem Bulii erfolgreich durch ganz Afrika getourt waren. Das bewog uns, nach einem solchen Ausschau zu halten. Dabei unterlief uns jedoch ein folgenschwerer Fehler: Wir glaubten, ein neuerer Bus Typ T3 sei einem alten Bulli T2 mindestens gleichwertig, wenn nicht sogar noch besser geeignet. Ein Freund meines Vaters hatte dann einen Bekannten an der Hand, der einen solchen Bus gerade zum Verkauf anbot. [...]
Dies ist ein Auszug aus: Afrika-Durchquerung: Sahara-Sand und die Schlammschlacht am Kongo von Ilona Hupe und Manfred Vachal.
Titel: Afrika-Durchquerung
Untertitel: Sahara-Sand und die Schlammschlacht am Kongo
Autoren: Ilona Hupe; Manfred Vachal
Genre: Afrika Reisebericht
Verlag: Ilona Hupe Verlag
München, 2021
ISBN 9783932084928 / ISBN 978-3-932084-92-8
Broschur, 15 x 21 cm, 224 Seiten, 3 Landkarten, zahlreiche Fotos
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