Erkundungsreise ins Ovamboland 1857, Tagebuch Carl Hugo Hahn, von Walter Moritz

Erkundungsreise ins Ovamboland 1857, Tagebuch Carl Hugo Hahn, von Walter Moritz.

Erkundungsreise ins Ovamboland 1857, Tagebuch Carl Hugo Hahn, von Walter Moritz.

Walter Moritz läßt in seinem Buch Erkundungsreise ins Ovamboland 1857, weitegehend das Tagbuch von Missionar Carl Hugo Hahn sprechen.

Galton schrieb sieben Jahre zuvor, als er ins Ovamboland reiste: „Ich empfehle dieses Land allen, welche sich für Missionsunternehmen interessieren. Es würde ein Land sein, in dem leicht Fuß zu fassen wäre, weil man nur die Wohlgewogenheit des Königs zu erwerben braucht." Auch in seinem Brief an die Rheinische Mission betont er aufs neue: „Ich würde das Ovamboland als Wohnplatz sehr anziehend finden; an notwendigsten Lebensbedürfnissen könnte dort nimmermehr Mangel sein. Könnte man die Gunst des Königs Nangoro gewinnen, so würde weder Leben noch Eigentum in Gefahr sein."

Er hatte gehört, daß die Rheinische Mission mit Kamelen eine Expedition dorthin unternehmen wollte. Nach seinen Erfahrungen in Nordafrika riet er aber dringend davon ab. Würden die Steine sie nicht lahm machen, dann täten es sicherlich die Dornen. Er riet dann zu Eseln, die sich auf langen Reisen im Norden Afrikas sehr bewährt hatten. In Kapstadt seien davon reichlich vorhanden, die man bis nach Südwest treiben könnte. Auch ist seine Bemerkung über einen Hafen interessant, über den in den letzten Jahren wiederum diskutiert wurde: „Wenn eine Missionsstation unter einem der westlichen Stämme der Ovambo gegründet würde, so möchte es ratsam sein, einen Weg nach Kap Frio aufzusuchen, wo ein Fluß oder Flußbett ist, oder nach Cap Cros, wo ein Ankerplatz ist, um von dort die nötigen Waren zu beziehen."

Die Ausbreitung der Missionsarbeit unter einem seßhaften Volk schien sehr willkommen zu sein, da auch in anderen Teilen Afrikas eine solche Arbeit gute Früchte gezeigt hatte. Für die Rheinische Mission war die Arbeit unter den Nomadenvölkern der Nama und Herero mit vielen Schwierigkeiten verbunden. Die Kriege in Südwest taten das Ihre dazu, so daß verschiedene Missionsstationen immer wieder verlassen werden mußten. Hugo Hahn, der 1842 zusammen mit Missionar Kleinschmidt die Arbeit der Rheinischen Mission in Südwest begonnen hatte, kehrte 1855 von einer Deutschlandreise zurück und traf am 3. November in Kapstadt ein. Er wollte die Arbeit in Otjikango (Groß-Barmen oder Neu-Barmen) wieder aufnehmen. Es hieß, daß Jonker Afrikaner nun Frieden gemacht hätte.

Doch wie die Lage war, sollte Hahn selbst von Walvisbaai aus beurteilen. In Kapstadt erfuhr er, daß die Esel, die die Rheinische Mission für die Reise ins Ovamboland von St. Helena hatte kommen lassen, unterwegs bis auf wenige gestorben seien. Mitte Januar 1856 reiste Hahn innerhalb von 9 Tagen von Kapstadt aus mit dem Schiff nach Walvisbaai. Von dem Hauptdirektor der Walvisbaai Minengesellschaft hatte er die Erlaubnis bekommen, Gottesdienst in den Kupferminen der Namibwüste halten zu dürfen. Der Superintendent der Wesleyanischen Mission hatte ihm einen Brief an Jonker Afrikaner mitgegeben, worin er diesen aufforderte, die Rheinische Mission zu empfangen.

Hahn ging zurück nach Otjikango. Von dort aus wurden dann die Vorbereitungen zur Erkundungsreise ins Ovamboland getroffen. Es bestand der Plan, in einer noch unbetretenen Richtung zum Ngamisee zu reisen und von dort aus nach Libebe (Baviko) - dem Sitz eines sehr mächtigen Volksstammes - vorzudringen. Das noch unbekannte Flußgebiet wollte man erforschen und dann dem Kunene folgend bis zu seiner Mündung vordringen. Von der beschwerlichen Reise und von allem, was sich ereignete, davon berichtet das Tagebuch. [...]

Dies ist ein Auszug aus dem Buch: Erkundungsreise ins Ovamboland 1857, Tagebuch Carl Hugo Hahn, von Walter Moritz.

Buchtitel: Erkundungsreise ins Ovamboland 1857
Untertitel: Tagebuch Carl Hugo Hahn
Herausgeber: Walter Moritz
Reihe: Aus alten Tagen in Südwest, Band 4
Selbstverlag
3. Auflage, Werther 1998
ISBN 3-920707-54-0
Broschur, 15x21 cm, 48 Seiten, 13 sw-Fotos, 1 Karte

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