Die Swartboois in Rehoboth, Salem, Ameib und Franzfontein, von Walter Moritz

Die Swartboois in Rehoboth, Salem, Ameib und Franzfontein, von Walter Moritz.

Die Swartboois in Rehoboth, Salem, Ameib und Franzfontein, von Walter Moritz.

Walter Moritz liefert mit diesem Band eine Übersicht und Darstellung der weit verstreuten schriftlichen Quellen zur Geschichte einer Nama-Gurppe, der Swartboois, in Rehoboth, Salem, Ameib und Franzfontein.

Missionar Heinrich Schmelen erlebte in den Jahren 1815 und 1816 eine große Erweckung unter den Nama in und um Bethanien. Auch der Stamm Willem Swartboois wurde von dem Feuer der Erweckung ergriffen. Zwar nicht er selbst, sondern seine Frau Annatje war es, die von der Predigt Schmelens getroffen, sich taufen lassen wollte. Die Frau muß schon damals einen gewissen Einfluß auf ihren Mann gehabt haben, so daß er nicht wie die anderen Häuptlinge zwei, drei oder gar vier Frauen hatte. Sie war und blieb seine einzige Frau. Aber zu ihrer Taufe gab er erst nach langem Drängen seine Zustimmung. Sie und ihr kleiner Sohn David, den sie, wie alle Namafrauen im Abbafell auf dem Rücken trug, wurden dann getauft. Missionar Schmelen hat den Stamm der Swartboois wiederholt besucht. Annatje setzte sich dafür ein, daß für Schmelen ein neues Mattenhaus gebaut und er gut versorgt wurde. Als der Missionar Bethanien nach Schwierigkeiten mit dem Häuptling verlassen mußte, begann das alte Leben in den Krälen wieder aufs Neue. Das war bei vielen so, die bereits getauft waren. Aber Annatje blieb treu und betete regelmäßig neben ihrem Kraal. Wallmann schreibt: „Weiber haben regelmäßig durch die kümmerlichsten Zeiten hindurch gebetet, und Annatje ist eine der ersten und vornehmsten Beterinnen ihres Volkes gewesen und geblieben bis auf diesen Tag."

Als Schmelen 1818 zurückkam, veranlaßte Annatje ihren Mann, mit seinem Volk in die Nähe Bethaniens zu ziehen. Doch als eine dreijährige Dürre das Land heimsuchte, wollte auch Willem mit seinem Volk weiterziehen. Annatje aber hielt ihn Monat für Monat zurück und betete um Regen, der aber ausblieb. Aufgrund von Schwierigkeiten mit den Häuptlingen wurde Schmelen 1821 von Bethanien vertrieben. Willem Swartbooi zog mit seinem Volk dann ebenfalls fort nach Norden. 1842 kam Missionar Knudsen nach Bethanien, doch der Häuptling Willem Swartbooi wollte nicht wieder nach Bethanien ziehen. Er lagerte mit seinem Volk viele Tagesreisen von Bethanien entfernt im Tal von Aub.

Als das Land wieder von einer Dürre heimgesucht wurde, zog Knudsen mit den Orlams weiter nach Norden. Er ließ sich an einem Platz nieder, den er Anvazedek nannte, was nach Psalm 45,5 heißt: „Die Elenden bei Recht erhalten". Hier kam auch Annatje wieder zu ihrem Recht. Die Swartboois lagerten in Aubtal in Knudsens Nähe, und Annatje ritt auf einem Reitochsen zu ihm hin. Sie wurde von ihm konfirmiert und als Diakonisse ordiniert, weil sie sich im Glauben bewährt hatte. Sie ermahnte die anderen Frauen, sich zum Herren zu bekehren, und im Frühjahr 1845 konnten sieben Frauen aus dem Swartbooi-Stamm getauft werden. Unter ihnen war auch die Tochter Annatjes.

Durch Knudsen hörte Annatje von dem Missionar Heinrich Kleinschmidt, der mit der Tochter von Missionar Schmelen verheiratet war. Dieser sollte eine neue Station an den heißen Quellen in Annis (heute Rehoboth) gründen. Annatje ersuchte ihren Mann, auch dorthin zu ziehen. Doch er wollte von Rehoboth nichts wissen und blieb lieber im Aubtal wohnen. Jedoch der Bruder ihres Mannes, Kobus Swartbooi, der einer der tüchtigsten Männer des ganzen Stammes war, trat dafür ein, daß der Stamm nach Annis ziehen sollte. Er wollte nach viel Blutvergießen und Raubzügen ein anderes Leben beginnen. Mit einem Reitochsen suchte er deshalb Kleinschmidt auf und beschloß, zu einer vereinbarten Zeit dort hin zu ziehen. So mußte notgedrungen auch der alte Häuptling zustimmen. Der ganze Stamm zählte damals etwa 1000 Leute.

Missionar Kleinschmidt hatte zusammen mit Missionar Hugo Hahn am 31. Oktober 1844 die Station Otjikango gegründet, die auch Neu-Barmen und später Groß-Barmen hieß. In Begleitung von Missionar Rath und Jan Bam brach er am 3. Mai 1845 von dort auf. Als sie in die Nähe von Rehoboth kamen, fanden sie prächtiges Gras und kleine „Wälder von Kameldornbäumen" und ringsumher wunderschöne Berge. „An einem kahlen, erhöhten Platz angekommen, wo verschiedene heiße Quellen am Rande einer Felsenbank hervorbrechen, spannte Kleinschmidt in der Nähe der Quellen unter den Bäumen aus. Er war auf Rehoboth am heiligen Pfingsttage, den 11. Mai 1845. Willem Swartbooi war noch nicht da; er lag in der Nähe mit seinem Volk." (...)

Dies ist ein Auszug aus dem Buch: Die Swartboois in Rehoboth, Salem, Ameib und Franzfontein, von Walter Moritz.

Buchtitel: Die Swartboois in Rehoboth, Salem, Ameib und Franzfontein
Autor: Walter Moritz
Reihe: Aus alten Tagen in Südwest, Band 7
Selbstverlag
2., erweitere Auflage, Werther 1998
Broschur, 15x21 cm, 48 Seiten, 23 sw-Fotos

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