Die Erforschung der Kolonien

Die Erforschung der Kolonien: Expeditionen und koloniale Wissenskultur deutscher Geographen, 1884-1919.
Gräbel, Carsten
50021
978-3-8376-2924-8
ab 19.08.22 (Ende Betriebsurlaub)
neu
44,99 € *

Titel: Die Erforschung der Kolonien
Untertitel: Expeditionen und koloniale Wissenskultur deutscher Geographen, 1884-1919
Autor: Carsten Gräbel
Verlag: transcript Verlag
Bielefeld, 2017
ISBN 9783837629248 / ISBN 978-3-8376-2924-8
Broschur, 15 x 23 cm, 406 Seiten, 3 sw-Abbildungen

Über: Die Erforschung der Kolonien

Dem Titel 'Die Erforschung der Kolonien' liegt eine forschungsperspektivische Dreiteilung zugrunde: eine Geschichte der Institutionen, Theorien und disziplinären Selbstverständnisses am Anfang, das Alltagshandeln und die Forschungstechniken in den Kolonien im Mittelteil und ein Panorama der kolonialgeographischen Wissensbestände am Ende. Dabei geht es weder um enzyklopädische Vollständigkeit noch um anekdotische Unterhaltung. Dieses Buch lebt von Beispielen, einzelnen Ereignissen und den persönlichen Erfahrungen der Geographen, die zu einem möglichst umfassenden und facettenreichen Bild zusammengefügt werden, mit dem Schwerpunkt auf Gemeinsamkeiten und grundlegenden Mustern, ohne die Besonderheiten und Variationen aus den Augen zu verlieren. Auf diese Weise erhalten wir Anhaltspunkte, warum die Geographen so über die Kolonien schrieben, wie sie es taten. Zugleich können wir eine Antwort auf den Widerspruch finden, warum Geographen zwar unablässig auf der Suche nach neuen Informationen waren, während ihre Texte selten mit überraschenden Neuigkeiten aufwarteten. 'Die Erforschung der Kolonien' stellt für eine Standortbestimmung der deutschen Geographie, insbesondere auch der Entwicklungsforschung, einen ungemein wichtigen und längst überfälligen Beitrag dar.

Inhalt: Die Erforschung der Kolonien

Einleitung: Geographie als koloniales Projekt
1. Imperialer Aufbruch
Geographie im 19. Jahrhundert
Explorative und akademische Traditionen
Epistemologische Transformationen
Kolonialgeographie und Gelehrtenpolitik
2. Die »academic Community« der Kolonialgeographen
Akademische Karrieren
Die landeskundliche Kommission des Reichskolonialamtes
Mitteilungen aus den Deutschen Schutzgebieten
Die kolonialkartographische Abteilung des Reimer-Verlags
Die Universität als Ort kolonialer Forschung und Lehre
3. Disziplinares Selbstverständnis und Kolonialideologie
Erste Konzeptionalisierungen
Die Antrittsvorlesungen
Epistemische und territoriale Rekonfigurationen im Weltkrieg
Koloniale Nutzen Vorstellungen
Im Auftrag des kolonialen Staates
Koloniale Ideologie und politische Mentalitäten
4. Expeditionsalltag und koloniale Situationen
Die Karawane
Expeditionslogistik
Gewaltmärsche
In den Netzen kolonialer Infrastruktur
Das Militär in Reichweite
Koloniale Begegnungen
5. Planungen, Forschungstechniken und Verschriftlichungen
Expeditionsvorbereitungen
Budgetfragen
Vorstudien und Forschungsvorhaben
Beobachtungen
Messungen - topographische Aufnahmen
Fotografieren, Zeichnen und Sammeln
Erkundigungen
Das Repertoire geographischer Schriften
Die Kolonien aufs Papier gebracht
Über den Umgang mit der Forschungsliteratur
6. Produktion und Ordnung kolonialer Räume
Erforschungs- und Eroberungsgeschichte
Die eigentümliche Vergangenheit der Kolonisierten
Koloniale Landschaften
Kulturwerte der Landschaft
Gebändigte Wildnis
Vermessene Landschaften
Kartenkonstruktionen
Die Kolonien in Karten und Bild
7. Ethnographische Ordnungsvorstellungen
Wie Ethnographien entstanden
Eine Anekdote von Kameruner Zwergen
Rassen- und Völkerordnung
Anthropologische Forschungen
Eine materielle Kultur
Verortungen im Lebensraum
8. Die Kolonien als Wirtschaftsraum der Zukunft
Die Erzeugnisse der Kolonien
Die Dualität der Kolonialökonomie
Der »Eingeborene« als Arbeitskraft
Auswanderung in die Kolonien
Koloniale Infrastruktur
Zukunftsaussichten
Schluss: Koloniale Eigentümlichkeiten
Anhang
Quellen und Literatur