Peter Pauly

Peter Pauly ist ein deutscher Farmer und Geistlicher in Namibia. Im Bild seine Schwägerin.

Peter Pauly ist ein deutscher Farmer und Geistlicher in Namibia. Im Bild seine Schwägerin.

Peter Pauly ist ein deutscher Farmer und Geistlicher in Namibia.

Peter Pauly wurde am 20.09.1917 im schlesischen Breslau geboren. Nach dem Besuch der örtlichen Schule, absolvierte er die Kadettenanstalt in Potsdam, ohne jedoch, wie vorgesehen das Abitur abzulegen. Dieses wurde ihm verwehrt, nachdem er selbst einen jüdischen Vorfahren unter seinen Ahnen ausgemacht hatte und alle wohlmeinenden Angebote der Anstalt und der Lehrerschaft, dieses zu ignorieren, auschlug. Er unterzog sich einer landwirtschaftlichen Ausbildung und wanderte 1937 in das ehemalige Deutsch-Ostafrika, damals noch Tanganyika genannt und unter britischer Verwaltung stehend, aus und arbeitete als Verwalter einer Kaffeeplantage. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde Peter Pauly von den Briten interniert und bis 1947 in den Gefangenenlagern  Baviaanspoort und Andalusia in Südafrika festgehalten. Dort lernte er aus Südwestafrika stammende Deutsche kennen und fand zu seinem Interesse an der Theologie sowie an einer Zukunft als Farmer im Südwesten Afrikas. 1947 kehrte er zunächst nach Deutschland zurück, wo er bis zu seiner erneuten Auswanderung im Jahr 1950, diesmal nach Südwestafrika, als Dolmetscher beim Verfassungskonvent arbeitete. Als Helfer in der Farm- und Minenwirtschaft verdiente er seinen Lebensunterhalt im Raum Otavi und Tsumeb. Als bereits Fünfzigjähriger entschloß sich Peter Pauly zu einem theologischen Studium und wurde 1975 ordiniert. Nach dem Scheitern seiner ersten Ehe, aus der vier Kinder enstammen, heiratete er 1985 eine Ovambo, deren Familienverband er heute als Ältester vorsteht. In Anerkennung seiner Parteinahme für Teile der schwarzen Bevölkerung zu Zeiten der Apartheid, seiner Unterstützung der sogenannten DDR-Kinder, die ab 1990 nach Namibia zurückkehrten sowie für die jahrelange ehrenamtliche Pflege des Archivs der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Namibia ELKIN (DELK), verlieh Bundespräsident Dr. Horst Köhler dem Geistlichen im Jahr 2010 das Bundesverdienstkreuz am Bande. Prof. Dr. Dr. Nils Ole Oermann gab 2014 seine Lebensgeschichte heraus.


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