Hans Schultze-Jena

Der Oberleutnant d. R. Dr. jur. Hans Schultze-Jena (1874-1914) war Kaiserlicher Bezirksamtmann zu Outjo, Südwestafrika, und einer der fünf Ermordeten von Naulila.

Der Oberleutnant d. R. Dr. jur. Hans Schultze-Jena (1874-1914) war Kaiserlicher Bezirksamtmann zu Outjo, Südwestafrika, und einer der fünf Ermordeten von Naulila.

Der Oberleutnant d. R. Dr. jur. Hans Schultze-Jena (1874-1914) war Kaiserlicher Bezirksamtmann zu Outjo, Südwestafrika, und einer der fünf Ermordeten von Naulila.

Hans Schultze-Jena wurde am 12.12.1874 in Jena geboren. Sein Vater war ein angesehener Universitätsprofessor und Geheimrat, sein älterer Bruder Leonhard Schultze-Jena (1872-1955) ein bekannter Zoologe, Geograph, Ethnograph, Autor und Sprachforscher. Hans Schultze-Jena, Reserveoffizier der Schutztruppe, tat seit Dezember 1906 Dienst als Bezirksrichter in Windhoek und Lüderitzbucht, ab 1907 als Bezirksamtmann in Grootfontein und später in Outjo. Im September 1914 erhielt er den Auftrag des Gouvernements in Windhuk, dem zu dieser Zeit Theodor Seitz vorstand, mit der Kolonialverwaltung Portugiesisch-Angolas in Verhandlung über die Beförderung deutscher Post und über Lebensmittelkäufe zu treten. Portugal war noch nicht in den Ersten Weltkrieg eingetreten und zu diesem Zeitpunkt neutral. Bei einer verabredeten Begegnung der von Dr. Hans Schultze-Jena geführten Delegation am 19.10.1914, in der unmittelbaren Nähe des portugiesischen Forts Naulila, wurde, auf Befehl des portugiesischen Leutnants Alveres Sereno, die Gruppe von dessen Mannschaft niedergeschossen. Die Toten wurden, nachdem diese ihrer Uniformen, Effekten und persönlichen Gegenstände beraubt wurden, an unbekannter Stelle begraben. Die Bluttat verstieß gegen ziviles und militärisches Recht und ging als Mord von Naulila in die Geschichte ein. Mit Dr. Hans Schultze-Jena fanden Oberleutnant Alexander Lösch, der Kriegsfreiwillige Leutnant Kurt Röder und die schwarzen Offiziersburschen Andreas und Hugo den Tod. Am 18.12.1914 wurde das Fort Naulila durch eine Strafexpedition unter Major Franke zerstört und die portugiesische Bedeckungsmannschaft vernichtend geschlagen. Das 1933 in Outjo eingeweihte Naulia-Denkmal erinnert an die Ermordeten und an die bei der Strafexpedition gefallenen Schutztruppler.


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