Ernst Karlowa

Ernst Karlowa (1922-1999) war Leiter des Skelettküsten-Naturschutzparks von Namibia.

Ernst Karlowa (1922-1999) war Leiter des Skelettküsten-Naturschutzparks von Namibia.

Ernst Karlowa (1922-1999) war Leiter des Skelettküste-Naturschutzparks von Namibia.

Ernst Karlowa wurde im Oktober 1922 als Sohn des ehemaligen Schutztrupplers Otto Karlowa in Südwestafrika geboren. Sein Vater verlor kurz danach, bedingt durch die ethnisch begründeten Entlassungswellen der südafrikanischen Mandatsverwaltung, seine Anstellung am Magistratsamt von Gobabis. Nach einem Umzug nach Omaruru, starb der dort geborene jüngere Bruder von Ernst Karlowa an einem Schlangenbiß. Ein weiterer Umzug führte die Familie nach Sandwichhafen an der Atlantikküste, wo der Vater mit dem Abbau von Guanao den Lebensunterhalt verdiente. Das direkte Naturerleben dort hatte Ernst Karlowa intensiv geprägt und die Grundlage für seine späteren Lebenswege gelegt. Fortschreitende Verarmung veranlaßt die Familie in die Nähe von Swakopmund zu ziehen, wo Ernst Karlowa, inzwischen fünf Jahre alt, eingeschult wurde und sein Vater als Straßenbauarbeiter ein geringes Einkommen fand. 1934 kehrten die Karlowas in das wirtschaftlich aufblühende Deutschland zurück und lebten, nach einer kurzen Zeit in Eutin, in Kiel, wo Otto Karlowa Arbeit im Wasserstraßenbauamt fand und Ernst Karlowa bei der Hitlerjugend das Segelfliegen erlernte. 1937 starb seine Mutter. Ernst Karlowa besuchte in Kiel die Hebbelschule und legte 1939 das Abitur ab. Seine Absicht, bei dem Flugzeugbauer Focke-Wulf in Bremen als Praktikant zu lernen und Flugzeugingenieur zu werden, wurde durch seine Einberufung im Jahr 1940 unterbrochen und führte Ernst Karlowa nach der Grundausbildung zur Luftwaffe und, als Pilot eines Sturzkampfbombers, zu Einsätzen an die Ostfront. 1945 entzog er sich durch eine waghalsige Flucht der drohenden Gefangennahme durch die Rote Armee und schlug sich zu den amerikanischen Einheiten durch. Nach kurzer Kriegsgefangenschaft konnte Ernst Karlowa nach Kiel zurückkehren, wo auch sein kriegsversehrter Vater bereits heimgekehrt und Arbeit gefunden hatte. Ernst Karlowa arbeitete zunächst als Dolmetscher für die britische Besatzungsbehörde, dann als kaufmännischer Angestellter einer Fleischwarenfabrik. Als Folge der Einrichtung der Berliner Luftbrücke und nach Aufforderung der britischen und amerikanischen Militärverwaltung, wurde ihm als Nächtes die technische Leitung des Flugplatzes Faßberg in der Lüneburger Heide übertragen, wo er bis 1949 tätig war. Ernst Karlowa, der sich in den letzten Jahren verstärkt mit der Rückkehr nach Südwestafrika auseinandergesetzt hatte, reiste im Jahr 1950 dorthin aus und kam zunächst bei seinem Onkel auf einer Farm bei Wilhelmstal unter.

Sein Versuch beim Aufbau eines Luftdienstes für Südwestafrika eine Anstellung zu finden, scheiterte. Ernst Karlowa nahm daher ein Angebot, als Farmverwalter in der Nähe von Maltahöhe zu arbeiten, an und heiratete einige Jahre später seine alleinstehende Arbeitgeberin. Auf Bitten eines Bekannten, der Schürfrechte an der Skelettküste besaß, untersuchte er 1963 dessen Claims auf Westies Camp und lernte dabei Menschen und Firmen des Schürfbetriebs der Region kennen. Der geologisch und technisch versierte Ernst Karlowa wurde für diese ein sehr geschätzter Helfer und Berater und aus den wenigen geplanten Wochen, sollten Jahrzehnte der Verbundenheit mit der Skelettküste werden. 1965 führte er im Auftrag einer Minengesellschaft eine zuvor unmöglich erachtete logistische und organisatorische Meisterleistung durch, indem er einen LKW-Konvoi von Walvis Bay nach Cape Frio führte und am Rande einer gewaltigen Salzpfanne ein Camp aufbaute.

Der Erfolg brachte ihm dort ein Engagement als Organisator und Leiter weiterer Erschließungsaufgaben und machte ihn mit der unwirtlichen und entlegenen Gegend immer vertrauter. Seine fortwährende Fixierung auf die neue Aufgabe führte 1967 zur Scheidung seiner Ehe. Während eines Deutschland-Urlaubs lernte Ernst Karlowa seine zweite Frau Ilse Paatz in Hamburg kennen, die er wenig später nach Südwestafrika einlud und in Windhoek heiratete. Sie lebten, solange Ernst Karlowa für die Minengesellschaft Sarusas Ontwikkelings Korporasie S.O.K. tätig war, in Möwe Bay, wohin das erste Camp von Cape Frio, inzwischen umgezogen war. Das Leben dort war geprägt von abenteuerlichen Erlebnissen mit Menschen, Tieren, der Technik und Beinahe-Katastrophen, wie die Strandung der Catania, deren Besatzung Ernst Karolwa mit seinen Leuten rettete, und vielfältigen, nachhaltigen Natureindrücken. 1971 endete die Tätigkeit Ernst Karlowas an der Skelettküste und, vermittelt durch einen Freund, schloß sich der Betrieb einer Reinigung in Windhoek an.

Nach einem Jahr zog es Ernst Karlowa wieder in die Wüste und er übernahm die Bauleitung einer 28 km langen Wasserleitung zu einer Mine. Nach diesem Projekt erhielt er vom damaligen Naturschutz-Direktor Bernabe de la Bat das Angebot, die Leitung über einen neu einzurichtenden Skelettküste-Naturschutzpark zu übernehmen. Von 1973 bis 1981 füllte er diese Aufgabe, begleitet von zahlreichen Abenteuern und unterstützt von seiner Frau, aus. Beförderungsangebote, die ihn von der Skelettküste weggeführt hätten, schlug Ernst Karlowa aus. 1981, drei Jahre vor seiner Pensionierung, übernahm er die Leitung des Namib-Naukluftparks und setzte sich 1984 in Walvis Bay zur Ruhe. Als Fachmann wurde er danach noch oft konsultiert und reiste, zusammen mit seiner Frau, ein letztes Mal auf Einladung des Autoren und Filmproduzenten Michael Schnurr nach Cape Frio. Aus dieser Begegnung ist 1998 eine Fernsehdokumentation Down to Size entstanden sowie das Buch Lockruf der Wüste, das in zwei Auflagen erschien. Ernst Karlowa verstarb im November 1999.


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